Lebensdaten
1839 bis 1915
Geburtsort
Borkau (Westpreußen)
Sterbeort
Halle/Saale
Beruf/Funktion
Nationalökonom
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118521853 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Conrad, Johannes Ernst
  • Conrad, Johannes
  • Conrad, Johannes Ernst
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Zitierweise

Conrad, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118521853.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst Frdr., Gutsbesitzer in Plochoczin b. Schwetz;
    M Cäcilie, T des Amtsrats Nathanael v. Kries; Großonkel mütterlicherseits Frdr. Kries (1768–1848, s. ADB XVII), Mathematiklehrer in Gotha u. Vf. math. Lehrbücher; Onkel mätterlicherseits Gustav Kries (1815–58, s. ADB XVII), Nationalökonom;
    1) 1870 Bertha ( 1875), T des Nationalökonomen Bruno Hildebrandt ( 1878, s. ADB XII), 2) 1877 Ida ( 1911), T des Philologen Frdr. Ritschl ( 1876, s. ADB XXVIII);
    5 K u. a. Waldemar (1877–1915), Dozent der Philos., Else ( Kesten), Verfasserin einer Gesch. des Ver. für Sozialpolitik (Diss. Zürich 1906).

  • Leben

    C. besuchte das Gymnasium in Danzig, mußte eine praktische landwirtschaftliche Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen abbrechen und wandte sich ab Winter 1861 dem Studium der Naturwissenschaften und Nationalökonomie in Berlin und Jena zu. Als Schüler von B. Hildebrand promovierte er 1864 mit einer weit beachteten kritischen Arbeit über J. von Liebigs Theorie der Bodenerschöpfung und habilitierte sich 1868 mit einer agrarstatistischen Abhandlung. In Jena wurde er 1870 zum außerordentlichen Professor ernannt. 1872 erfolgte seine Berufung auf den durch den Weggang G. von Schmollers (nach Berlin) freigewordenen ordentlichen Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre in Halle. Als Forscher beschäftigte sich C. vorwiegend mit Fragen der Agrarstatistik und -politik (Agrarkredit, Getreidezölle, Fideikommißwesen) und vermied hierbei jede dogmatische Stellungnahme. Als Lehrer entfaltete er im arbeitsgemeinschaftlich organisierten Staatswissenschaftlichen Seminar der Universität Halle glänzende Fähigkeiten, wodurch er auch viele Ausländer nach Halle zog. Die Früchte seiner wissenschaftlichen Tätigkeit fanden in zahlreichen, das Gesamtgebiet der Nationalökonomie umfassenden Lehrbüchern ihren Niederschlag. Darüber hinaus betätigte er sich als Herausgeber und Redaktionsleiter führender nationalökonomischer Standardwerke, gehörte zu den Mitbegründern des Vereins für Sozialpolitik, nahm von 1889-95 als Kommissionsmitglied an den Beratungen des 2. Entwurfes des deutschen BGB teil und stellte der Regierung mehrfach seinen Rat als Sachverständiger in Angelegenheiten der Währung, der Zölle, der Volksschulgesetzgebung zur Verfügung.

  • Werke

    u. a. Die landwschftl. Produktionsstatistik, 1868;
    Unters. d. Einflusses v. Lebensstellung u. Beruf auf d. Mortalitätsverhältnisse, 1878;
    Das Univ.studium in Dtld. während d. letzten 50 J., 1884;
    Grundriß z. Studium d. pol. Ökonomie, 4 Bde.: Nat.Ökonomie, Volkswschft.pol., Finanzwiss., Statistik, 1896-1900, Bd. 1-3, 21897-1900;
    Leitfaden z. Studium d. Nat.ökonomie, 21902;
    Hrsg.: Slg. nat. ökonom, u. Statist. Abhh., 1877 ff.;
    Mithrsg.: Jbb. f. Nat. ökonomie u. Statistik, 1878 ff.;
    Hdwb. d. Staatswiss., 1889-95, 21898 bis 1901;
    Lebenserinnerungen, hrsg. v. E. Kesten-C. u. H. C., 1917.

  • Literatur

    K. Diehl, in: Jbb. f. Nat. ökonomie u. Statistik, III. Folge 49, 1915;
    K. Wiedenfeld, ebenda;
    L. Elster, In memoriam J. C., in: Hdwb. d. Staatswiss. I, 41923;
    ders., ebenda III, 41926;
    v. d. Borght, in: Bull, de l'Inst. Internat, de Statistique 21, Den Haag 1924;
    DB) I (Tl. 1915, W, L. auch f, S Waldemar);
    A. Hesse, in: Mitteldt. Lb. III, 1928 (P);
    Altpreuß. Biogr. I, 1941.

  • Autor/in

    Wilhelm Meinhold
  • Empfohlene Zitierweise

    Meinhold, Wilhelm, "Conrad, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 335 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118521853.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA