Lebensdaten
1886 bis 1944
Geburtsort
Nürnberg(-Wöhrd)
Sterbeort
Erlangen
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118515667 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bröger, Karl

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Zitierweise

Bröger, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118515667.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1862–1907), Schuster, später Bohrmaschinist;
    M Katharina Elisabeth Krapfenbauer (1864–1925), Bortenwirkerin, Vorfahren kleine Handwerker aus Nürnberg und Umgebung;
    1912 Anna Maria, T des Streckenwärters Menner aus Büchelberg bei Ansbach; 4 K, u. a. Friedrich (* 1912), Dramaturg.

  • Leben

    Aufgewachsen in engen Verhältnissen, besuchte B. einige Jahre die Realschule, lernte als Kaufmannslehrling, scheiterte und war dann meist als Bauhilfsarbeiter beschäftigt. Nach seiner Militärzeit (1906–08) betätigte er sich schriftstellerisch, wurde 1910 von Franz Muncker als Dichter entdeckt und arbeitete seit 1912 als Redakteur bei der Fränkischen Tagespost (bis 1933). 1914 rückte er ins Feld und wurde noch im selben Jahr schwer verwundet. Als überzeugter Anhänger der Weimarer Republik stand er dem Nationalsozialismus ablehnend gegenüber (1933 im Konzentrationslager Dachau), obwohl sich die Partei ständig bemühte, ihn zu gewinnen, und ihm sogar ein Staatsbegräbnis bereitete. - B.s Dichtung zeugt von seiner Liebe zu Nürnberg, welches ihm aber nicht nur äußere Heimat ist; die Stadt der Arbeit wird ihm zum inneren Erlebnis. Er findet früh zu Karl Marx und dem Sozialismus. Das Volk und seine Arbeit, beide fast göttlich verehrt, sind ihm die Träger der neuen Zeit. In ihr erhält der Gemeinschaftsgedanke eine besondere Bedeutung: das Ich sucht das Du, das zuweilen als etwas Absolutes gedeutet wird. Daraus erwächst eine Weltfrömmigkeit von pantheistisch-mystischer Färbung mit humanitärem Einschlag. B. bekennt sich zu Jesus als dem großen, helfenden Menschen, aber nicht zu Christus als dem Sohn Gottes im Sinne der kirchlichen Bekenntnisse. Sein größtes Gemeinschaftserlebnis wird der Weltkrieg von 1914: die Liebe zu Deutschland wird in ihm geboren, für das der Mensch alles opfern soll. Für diese Forderung findet B. wohl gelegentlich starke Worte, die aber doch niemals ins Nationalistische gesteigert werden; vielmehr ist seine Dichtung durchdrungen von der Überzeugung, daß das menschliche Leben etwas Heiliges ist.

  • Werke

    Gedichte, 1912;
    Bekenntnis, Gedichte, 1915;
    Der unbekannte Soldat, Kriegstaten u. Schicksale d. kleinen Mannes, 1917;
    Vom neuen Sinn d. Arbeit, 1919;
    Der Held im Schatten, Roman, 1919;
    Deutschland, ein lyr. Gesang in drei Kreisen, 1923/25;
    Der blühende Hammer, Gedichte, 1924;
    Unsere Straßen klingen, Neue Gedichte, 1925;
    Dt. Republik, Betrachtungen u. Bekenntnisse z. Werk v. Weimar, 1926;
    Gesch. einer Kameradschaft, 1929 (auch engl. Ausg.);
    Nürnberg, Roman einer Stadt, 1935;
    Die Benzinschule, Ein kleiner Jungensroman (autobiogr. Notizen, S. 116-20), 1936;
    Volk, ich lebe aus dir, Gedichte, 1940;
    Geschichten v. Reservisten Anzinger, 1940;
    Sturz u. Erhebung, Gesamtausg. d. Gedichte (enthält nicht alles),1943;
    vollst. Verz. b. W. Wießner, in: Bausteine z. fränk. Heimat-F 1, 1954, S. 64.

  • Literatur

    F. Muncker, Gedichte eines Fabrikarbeiters, in: Süddt. Mhh. 7, 1910, S. 373-81;
    Soergel, S. 525-31;
    M. Loeb, Die Ideengehalte der Arbeiterdichtung, Diss. Gießen 1932;
    W. G. Oschilewski, K. B., in: Ostdt. Mhh. 17, 1936/37, S. 196-98 (P);
    Hans Hermann Schulz, Das Volkstumserlebnis d. Arbeiters in d. Dichtung von G. Engelke, H. Lersch u. K. B., Diss. Berlin 1940: C. Brunck, Erinnerungen an K. B., in: Frankenspiegel 1, 1950. Nr. 10, S. 31-35;
    H. Hugelmann, K. B., in: Nürnberger Gestalten aus 9 Jh., 1950, S. 227-33 (P);
    RGG (unter „Arbeiterdichtung“);
    Kosch, Lit. -Lex. I (W, L);
    Kürschner, Lit.-Kal., 1943 (W).

  • Portraits

    Gem. v. H. Werthner, 1917 (Städt. Gal. Nürnberg).

  • Autor/in

    Wolfgang Wießner
  • Empfohlene Zitierweise

    Wießner, Wolfgang, "Bröger, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 629 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118515667.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA