Lebensdaten
1894 bis 1960
Geburtsort
Rostock
Sterbeort
Basel
Beruf/Funktion
Archäologe
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 117755990 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lehmann-Hartleben, Karl
  • Lehmann, Karl
  • Lehmann-Hartleben, Karl

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Zitierweise

Lehmann, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117755990.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1858–1918), Prof. d. Rechte in R., seit 1911 in Göttingen (s. DBJ II), S d. Kaufm. Jacob Isaak u. d. Ernestine Seligsohn;
    M Henriette (* 1859), Malerin u. Schriftstellerin, T d. Dr. med. Wolf Straßmann, Stadtverordneter in Berlin, u. d. Luise Cohen;
    Schw Eva Fiesel ( 1937), Etruskologin (s. NDB V);
    - Phyllis Williams.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums in Rostock studierte L. Klass. Archäologie in Tübingen, Göttingen und München. Im 1. Weltkrieg diente er zuletzt beim Türk. Marinekommando in Istanbul als Dolmetscher. Dort konnte er auch Forschungen durchführen und Reisen in Kleinasien unternehmen, als deren Ergebnisse erste Publikationen entstanden. 1922 wurde L. in Berlin mit einer Untersuchung über „Die antiken Hafenanlagen des Mittelmeeres“ (1923) promoviert. 1923 arbeitete er am Deutschen Archäolog. Institut in Athen. 1924 habilitierte er sich an der Univ. Berlin und wurde Assistent am Deutschen Archäolog. Institut in Rom. Seit 1925 lehrte L. an der Univ. Heidelberg und wurde 1929 auf den Lehrstuhl für Klass. Archäologie nach Münster berufen. Als Jude von den Nationalsozialisten verfolgt, emigrierte L. 1933 zunächst nach Italien, bis er 1935 in den USA am Institute of Fine Arts der New York University eine Professur erhielt. Seit 1938 war er auch Leiter der Grabungsprojekte des Instituts und wurde damit zum Erforscher des Heiligtums der „Großen Götter“ auf der griech. Insel Samothrake.

    In frühen Jahren beschäftigte sich L. mit antiker Stadt- und Siedlungsgeschichte. Zur röm. Kunst verfaßte er das 2bändige, monumentale Text- und Tafelwerk „Die Trajanssäule, Ein röm. Kunstwerk zu Beginn der Spätantike“ (1926). Dies war die erste umfassende, wissenschaftliche Beschreibung und Charakterisierung dieses bedeutenden Werkes aus dem 2. Jh. n. Chr. und bildete die Grundlage für alle späteren Arbeiten zu diesem Gegenstand. Mit diesem Werk gelang es L. auch, den eigenständigen Wert der röm. Reliefplastik zu verdeutlichen. Eine weitere Leistung war das 3bändige Werk „Die antiken Großbronzen“ (1927), das er zusammen mit dem Bildhauer Karl Kluge verfaßte. Hierin werden zum ersten Mal die|seinerzeit bekannten, zumeist röm. Großbronzen zusammengestellt, in guten Reproduktionen wiedergegeben und vor allem nach Kriterien der Herstellungstechnik chronologisch geordnet. Für die röm. Bronzen ist dieses Werk bis heute gültig, der seither stark vermehrte Bestand an griech. Funden hat die Kenntnis in diesem Bereich später jedoch wesentlich vergrößert. – Verdienstvoll sind außerdem die vorbildlichen Publikationen der Grabungsergebnisse aus Samothrake (Bollingen Series 60, 1960 ff.), die sich über mehr als 20 Jahre erstreckten. Neben der Beschäftigung mit der griech. und röm. Antike legte L. in seinen Schriften immer Wert auf eine Betrachtung, die auch die Wirkung dieser Epochen auf spätere Jahrhunderte berücksichtigt. Durch seine Einwanderung in die USA (Einbürgerung 1944) wurde L. dazu angeregt, sich auch mit Thomas Jefferson zu beschäftigen, den er als humanistisches Vorbild verehrte. Daraus entstand seine Schrift „Thomas Jefferson, American Humanist“ (1947).

  • Werke

    Weitere W Baugeschichtl. Unterss. am Stadtrand v. Pompeji, 1936;
    Plinio Il Giovane, Lettere scelte, con commento archeologico, 1936;
    Dionysiac Sarcophagi in Baltimore, 1942;
    Samothrace. A Guide to the Excavations and the Museum, 1955, 21960 (griech. Übers. 1957).

  • Literatur

    Ph. Pray Bober, in: Gnomon 1961, S. 526-28;
    dies., in: F. Freeman-Sandler (Hrsg.), Essays in Memory of K. L., 1964, S. 5 f. (W-Verz., P).

  • Autor/in

    Christoph Schwingenstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwingenstein, Christoph, "Lehmann, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 85 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117755990.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA