Lebensdaten
1801 bis 1871
Geburtsort
Glogau (Schlesien)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Journalist ; Zeitschriftenherausgeber ; Redakteur der Preußischen Staatszeitung
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116867094 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Anselmi, H. (Pseudonym)
  • Lehmann, Joseph
  • Anselmi, H. (Pseudonym)
  • mehr

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Zitierweise

Lehmann, Joseph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116867094.html [13.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Samuel, Kaufm. in G.;
    M N. N.;
    1) Berlin 1831 Therese (* 1804), T d. Philipp Veit (1758–1838), Farbwarenhändler u. Mitgl. d. Bürgerkorporation, 2) Theresia Levy (1813–78) aus G.;
    K, u. a. Felix (1852–1914), Verleger, Dir. im Cotta- u. Union-Verlag, Elisabeth (1840–1915, Dr. med. Mortimer Feig), Vorstandsmitgl. d.|Lette-Ver. in B.;
    E Johannes Feig ( 1936), Arbeitsrechtler (s. NDB V).

  • Leben

    L. ging in Breslau zur Schule und absolvierte danach im Berliner Bankhaus Veit und Comp, eine Banklehre. Mit literarischem Interesse begabt, fand er sich in einem Freundeskreis bald unter anderem mit Heinrich Heine zusammen. Seine große Sprachbegabung befähigte ihn, überwiegend im Selbststudium, alle westeuropäischen Sprachen zu erlernen. Auch die skandinav. sowie einige oriental. Sprachen waren ihm schließlich geläufig. Alexander v. Humboldt empfahl ihn 1823 seiner Sprachkenntnisse und seines zuverlässigen Charakters wegen dem Außenministerium für eine Tätigkeit als Redakteur der 1819 ins Leben gerufenen offiziellen „Preuß. Staats-Zeitung“ (später Deutscher Reichs- und Preuß. Staatsanzeiger). – L. bearbeitete hier neben politischen Sujets vor allem das Feuilleton, dessen Erfolg so groß war, daß er es 1832 unter dem Titel „Magazin für die Literatur des Auslandes“ als Rezensionszeitschrift in Form einer Beilage der Staats-Zeitung verselbständigen konnte. Er war und blieb allerdings freisinnig eingestellt und der Aufklärung verpflichtet, weshalb er in der 1. Hälfte der 40er Jahre aus der Redaktion der Staats-Zeitung und damit aus dem Beamtenverhältnis ausschied. Er erhielt das „Magazin“ als Eigentum und konnte es seit 1843 selbständig erscheinen lassen. Die Redaktion des „Magazins“ mit seinen zahlreichen ungezeichneten Aufsätzen ist sein Lebenswerk. L. hat die wissenschaftliche und literarische Kultur, zumal des europ. Auslandes, in Preußen und Deutschland bekannt gemacht. Indem er die geistige Elite seiner Zeit zur Mitarbeit gewinnen konnte, kam dem Organ auch politische Bedeutung zu. Es erschien nach seinem Tod mit modifizierten Titeln unter häufig wechselnden Herausgebern und Verlegern noch bis 1915. – In der Märzrevolution 1848 beteiligte sich L. an der Demokratischen Konstitutionellen Zeitung in Berlin, zog sich aber nach dem Scheitern seiner politischen Absichten nach Glogau zurück und wurde dort Direktor der Niederschles. Eisenbahn. 1865 ging L. erneut nach Berlin. Hier wurde er führendes Mitglied zahlreicher sozialer und wissenschaftlicher Vereinigungen.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger v. Glogau.

  • Literatur

    J. L., in: Mgz. f. d. Lit. d. Auslandes 42, 1873, S. 125-28;
    E. Appel, Das Mgz. f. d. Lit. d. Auslandes, Ein Spiegel d. internst. Presse v. 1832–72, Diss. München 1953 (ungedr.);
    M. Hellge, Der Verleger Wilhelm Friedrich u. d. „Mgz. f. d. Lit. d. Auslandes“, Ein Btr. z. Lit.- u. Verlagsgesch.Verlagsgeschichte d. frühen Naturalismus in Dtld., in: Archiv f. Gesch. d. Buchwesens, Bd. 16, Lfg. 4 u. 5, 1976, Sp. 935-38.

  • Autor/in

    Hans Bohrmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Bohrmann, Hans, "Lehmann, Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 84-85 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116867094.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA