Lebensdaten
um 1500 bis 1548
Sterbeort
Brüssel
Beruf/Funktion
Statthalter von Friesland ; niederländischer Staatsmann ; Feldherr
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117751588 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Büren und Leerdam, Maximilian Graf von
  • Egmont, Maximilian Graf von
  • Egmond, Maximilian von
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Zitierweise

Egmont, Maximilian von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117751588.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. gehört zu einem der ältesten u. reichsten holländischen Adelsgeschlechtern im MA, sie beanspruchte die Vogtei üb. das Kloster Egmont. Johann ( 1451) war Haupt der Kabeljaus im Kampf gegen Wilhelm VI. u. Jakobäa. Er heiratete Marie ( 1415), die Enkelin Hzg. Wilhelms VI. v. Jülich u. Geldern. Nach dem Aussterben des Hauses Jülich (1423) wurde sein S Arnold ( 1473, s. NDB I) von den geldrischen Ständen zum Herzog gewählt. Ihm folgten sein S Adolf ( 1477, s. NDB I) u. E Karl ( 1538). Johanns 2. S Wilhelm ( 1483) war das Haupt der burgundischen Partei gegen Adolf. – V Florens v. E. (1469–1539), durch Heirat Gf. v. Büren, Rr. des Goldenen Vließes, Statthalter v. Friesland u. Holland, Hofmeister Ferdinands I., S des Frdr. ( 1500), der sich im Kampf gegen Geldern ausgezeichnet hat;
    M Margaretha, T des Cornelius de Berghes de Glimes; Vetter 2. Grades Lamoral Gf. v. E. (hingerichtet 1568), Statthalter v. Flandern;
    Françoise, T des Hugo v. Lannoy-Santes; T Anna ( 1558, Wilhelm v. Nassau-Oranien, 1584).

  • Leben

    Im Umkreis seines bedeutenden Vaters hatte E. schon früh Gelegenheit, sich militärisch auszuzeichnen. So wehrte er 1537 einen Handstreich des französischen Königs Franz I. auf Arras|ab und eroberte die Festung Saint Pol. Nachdem er durch den Tod seines Vaters Graf von Büren geworden war, rückte er 1540 als Statthalter von Friesland und Ritter des Goldenen Vließes in die führende Schicht der Niederlande auf. Im Herbst 1542 war er an der Rückeroberung von Luxemburg für den Kaiser beteiligt, während des Feldzugs Karls V. gegen Geldern 1543 fiel er in den Norden des Landes ein, im Feldzug gegen Frankreich 1544 belagerte er mit den Engländern Montreuil. Seine bedeutendste Leistung vollbrachte er, als er das von ihm in den Niederlanden aufgestellte Heer im August und September 1546 durch Deutschland zum Kaiser in das Lager von Ingolstadt führte und damit die Kriegslage im Donaufeldzug des Schmalkaldischen Krieges entscheidend veränderte. Für den Rest des Feldzuges teilte er sich mit Alba in den Oberbefehl, auf dem Rückmarsch konnte er noch Frankfurt/Main für den Kaiser gewinnen. Eine schon im Frühjahr 1547 auftretende Krankheit hielt ihn von weiteren Unternehmungen fern. Er war einer der letzten Vertreter der großen Herren burgundischer Prägung, dessen lockerer Lebenswandel schon von dem Ordenskapitel des Goldenen Vließes gerügt wurde. Sein Tod wurde durch einen feierlichen Abschied von Freunden und Dienern zu einem oft beschriebenen Schauspiel.

  • Literatur

    ADB III (unter Büren);
    P. Kannengießer, Karl V. u. M. E., Gf v. B., 1895;
    K. Brandi, Kaiser Karl V., 21938, bes. II (Qu. u. Erörterungen), 1941, S. 388 u. ö.;
    Biogr. Nat. Belge X, S. 488 ff.

  • Autor/in

    Otto Graf von Looz-Corswarem
  • Empfohlene Zitierweise

    Looz-Corswarem, Otto Graf von, "Egmont, Maximilian von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 340 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117751588.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Büren: Maximilian von Egmond, Graf v. B., niederländischer General, wird, während sein Vater und Großvater, die auch Grafen v. B. waren, immer Ysselstein genannt werden, nach seiner Grafschaft benannt, war wie diese Statthalter von Friesland, Gröningen und Overyssel, und 1540 General-Capitän der Niederlande. Von früher Jugend an war er der kaiserlichen Fahne, der Fahne seines Landesherrn und der Beschützer seines immer burgundisch und österreichisch gesinnten Hauses gefolgt und hatte er an allen Unternehmungen Karls V. Theil genommen. Sein rechtzeitiges Eintreffen mit einer Hülfsarmee aus den Niederlanden auf dem Kriegsschauplatze 1546 entschied den schmalkaldischen Krieg|zu Gunsten des Kaisers. Er hatte den Namen eines der besten Feldherren seiner Zeit und starb an einer Krankheit noch im blühendsten Mannesalter 1548. Als er von seinem Leibarzt, dem berühmten Vesalius, die Annäherung seines Todes erfuhr, ließ er sich in voller Rüstung auf seinen Stuhl setzen, um, von seinen Officieren umgeben, die Seele auszuhauchen. Seine einzige Tochter, Anna, heirathete Wilhelm von Oranien und war die Mutter des unglücklichen Philipp Wilhelm, des nach Spanien geführten Graden von Büren und nachherigen Prinzen von Oranien.

  • Autor/in

    P. L. Müller.
  • Empfohlene Zitierweise

    Müller, P. L., "Egmont, Maximilian von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 584-585 unter Büren [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117751588.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA