Lebensdaten
1888 bis 1970
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Mikrobiologe
Konfession
konfessionslos
Normdaten
GND: 11772114X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rippel-Baldes, August
  • Baldes, August R.-
  • Baldes, August Rippel-
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Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

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Zitierweise

Rippel-Baldes, August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11772114X.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N. Rippel;
    M N. N. Baldes;
    1921 Anna Rickes;
    2 S.

  • Leben

    Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Birkenfeld studierte R. 1907-12 Botanik, Chemie und Geologie in Göttingen, München und Marburg und wurde hier 1912 bei dem Botaniker Arthur Meyer mit einer Arbeit über die Wasserbahnen der Dikotyledonen-Laubblätter zum Dr. phil. promoviert. Als Assistent an der Landwirtschaftlichen|Versuchsanstalt Augustenberg (Baden) bearbeitete er 1912-17 botan. und agrikulturchem. Themen und züchtete eine noch heute angepflanzte Rebe. 1919 habilitierte er sich am agrikulturchem. und bakteriolog. Institut in Breslau mit einer Untersuchung über den Einfluß der Bodentrockenheit auf den anatomischen Bau der Pflanzen. 1923 wurde R. als Nachfolger Alfred Kochs als ao. Professor, seit 1937 als o. Professor, zum Leiter des Instituts für Landwirtschaftliche Bakteriologie in Göttingen berufen, wo er sich vielfältigen mikrobiologischen Problemen widmete (seit 1935 in „Inst. f. Mikrobiol.“ umbenannt). Er betrachtete die Mikrobiologie als selbständiges Fach und gründete 1930 mit Johannes Behrens und Friedrich Boas das „Archiv für Mikrobiologie“, das sich rasch zu einer international anerkannten Fachzeitschrift entwickelte (Mithg., 1939-68 Hg.). Durch die Ausarbeitung von Vorlesungen und Praktika gab R. der Mikrobiologie eine für die Lehre geeignete Form. Bezogen sich seine „Vorlesungen über theoret. Mikrobiologie“ (1927) und die „Vorlesungen über Bodenmikrobiologie“ (1933) noch auf Teilgebiete, so fand in dem „Grundriß der Mikrobiologie“ (1947, 31955) das gesamte Fach Berücksichtigung. R.s Organisation der Lehre der Mikrobiologie hatte für Europa Modellcharakter.

    R.s Forschungen betrafen u. a. Ausbeutebestimmungen und Energiebilanzen bei Pilzen und Bakterien; darauf bauten Überlegungen zur Effizienz der synthetischen Leistungen von Mikroorganismen auf. Dann dehnte er seine Forschung auf andere Stoffwechselspezialisten unter den Mikroorganismen aus, etwa Eisen und Schwefel oxidierende Bakterien und solche, die Cellulose, Chitin oder Tannin abbauen. Auch wurde untersucht, ob Bakterien einen Zellkern haben, wie die Geißeln beschaffen sind, welche Spurenelemente benötigt werden, ob das Sonnenlicht bakterizid wirkt, welche Rolle die von den Bakterien ausgeschiedenen Schleime spielen. Die Arbeiten der Nachkriegsjahre weisen bereits auf das Feld der Biotechnologie. R. erwarb sich damit und mit dem Ausbau der nichtmed. Mikrobiologie zu einem selbständigen Fachgebiet der Biologie große Verdienste und bereitete der rapiden Entwicklung der Mikrobiologie nach 1945 den Weg.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ak. d. Wiss., Göttingen (1939); Dr. agr. h. c. (Gießen 1957); Ehrenmitgl. d. Dt. Ges. f. Hygiene u. Mikrobiol. (1965).

  • Werke

    Weiteres W Wachstumsgesetze b. höheren u. niederen Pflanzen, 1925. – Hg.: Naturwiss. u. Landwirtsch., 1919-24 (mit F. Boas);
    Jb. f. Landwirtsch., 1923-27 (mit O. Tornau).

  • Literatur

    C. Stapp, in: Archiv f. Mikrobiol. 14, 1949, S. 157 f. (P);
    ebd. 76, 1971, S. 1;
    H. Bortels, ebd. 31, 1958, S. 1 f. (P);
    ders., in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 84, 1971, S. 289-98 (W-Verz., P);
    N. Kamp, in: Univ. Göttingen, Informationen, Jan./Febr. 1989, S. 23;
    Biogr. Hdb. Pflanzenbau;
    Pogg. VI-VII a.

  • Autor/in

    Hans-Günter Schlegel
  • Empfohlene Zitierweise

    Schlegel, Hans Günter, "Rippel-Baldes, August" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 644-645 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11772114X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA