Lebensdaten
1850 bis 1922
Geburtsort
Langensalza (Thüringen)
Sterbeort
Marburg
Beruf/Funktion
Bakteriologe ; Pharmakognost
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117555711 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer, Arthur
  • Meyer, Arturo

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Zitierweise

Meyer, Arthur, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117555711.html [26.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Julius ( 1870), Porträtmaler u. Photograph, S d. Karl, Vermessungsrevisor in Sangerhausen, u. d. Louise Abeßer;
    M Karoline Theresa Adolphine Brünetta (* 1828), T d. Adolph Leser ( 1858), Stallmeister d. Erbprinzen v. Schwarzburg in Arnstadt, u. d. Antoinette Philippine Amberg (1807–52);
    Marburg n. 1891 Marianne Wendling;
    1 T.

  • Leben

    M. nahm 1877, also erst mit 27 Jahren, das Pharmaziestudium an der neugegründeten Reichsuniversität Straßburg auf, wo er 1880 das Staatsexamen ablegte. Vor dem Studium hatte er sich hauptsächlich als Photograph durchschlagen müssen. In Straßburg geriet er unter den Einfluß des Schweizer Pharmazeuten und Pharmakognosten Friedrich August Flückiger, des Direktors des dortigen Pharmakognostischen Instituts, sowie des Botanikers Anton de Bary, eines zu seiner Zeit bedeutenden Mykologen. M. promovierte 1883 mit einer Arbeit „Über den Bau und die Bestandteile der Chlorophyllkörner der Angiospermen“. Schon vorher hatte er kleinere Arbeiten zu diesem Thema bzw. aus dem Umfeld dieses Forschungsgebietes veröffentlicht. Sein Hauptwerk sollte „Die Analyse der Zelle“ werden, blieb jedoch unvollendet. Eine in Straßburg angestrebte Habilitation war dort wegen des fehlenden Abiturs nicht zu realisieren. Daher ging M. nach Göttingen, wo er sich 1885 habilitierte. Bereits 1886 erhielt er einen Ruf als Professor für Pharmakognosie und Pharmazeutische Chemie nach Münster. Fünf Jahre später folgte er einem Ruf als Nachfolger des Botanikers Karl Goebel an die Univ. Marburg.

    Das relativ neue und für die damalige Zeit gut eingerichtete Botanische Institut in Marburg ermöglichte es M., im wesentlichen auf den Gebieten Pharmakognosie, Zytologie und Bakteriologie zu arbeiten. Anfänglich noch stark unter dem Einfluß des herkömmlich agierenden Systematikers Flückiger stehend, durchbrach er schon bald mit seinen Untersuchungen über die Bestandteile der Zelle (z. B. Kristalloide, Chromoplasten und die bereits in seiner Dissertation bearbeiteten Chlorophyllkörner) die ihm von seiner Ausbildung her gesteckten Grenzen. Erstaunlich ist seine Hinwendung zur Bakteriologie während der Jahre 1897-1912. 1912 erschien sein Buch „Die Zelle der Bakterien, eine vergleichende und kritische Zusammenfassung unseres Wissens über die Bakterienzelle“. Fast übergangslos folgten anschließend morphologische Arbeiten, die ihn in engen Kontakt|zu Emil v. Behring brachten. Seine dabei gewonnenen Erkenntnisse faßte er in dem Buch „Morphologische und physiologische Analyse der Zelle der Pflanzen und Tiere“ (1920/26) zusammen. Die dritte größere Publikation M.s stellt dagegen wieder eine Konzession an seine pharmazeutische Herkunft dar. Die „Grundlagen und Methoden für die morphologische Untersuchung von Pflanzen“ (1901) waren vorwiegend für Apotheker und Nahrungsmittelchemiker bestimmt. Er glaubte erkannt zu haben, daß hier nicht nur beachtliche Defizite aufzufüllen, sondern auch ein Wissensgebiet zu erschließen sei, das der Volksgesundheit und damit dem Gemeinwohl diene. In die gleiche Richtung zielten kleinere Abhandlungen für den praktischen Unterricht in Botanik und Pharmakognosie. Da sie von eigenen Erfahrungen diktiert waren, werden sie selbst heute noch gelegentlich zu Rate gezogen. Für das Anfängerstudium war das 1898 erschienene „Erste mikroskopische Praktikum, eine Einführung in den Gebrauch des Mikroskopes und die Anatomie der höheren Pflanzen“ (31915) gedacht, ebenso das „Praktikum der botanischen Bakterienkunde“ (1903, 21907). Emil v. Behring bekannte, er selbst habe „von unserem Arthur Meyer mehr wissenschaftliche Bakteriologie gelernt als wie von Koch“.|

  • Auszeichnungen

    Geh. Reg.rat.

  • Werke

    Weitere W Hdb. d. qualitativen chem. Analyse f. Apotheker, 1884;
    Wiss. Drogenkde., 1891.

  • Literatur

    E. Almquist, Große Biologen, 1931 (P);
    K. Kellner, in: Lb. aus Kurhessen u. Waldeck 1830-1930, V, 1958, S. 222-26 (L, P);
    R. Schmitz, Die Naturwiss. an d. Philipps-Univ. Marburg 1527-1977, 1978, bes. S. 133-35 (L, P).

  • Autor/in

    Rudolf Schmitz
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmitz, Rudolf, "Meyer, Arthur" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 329 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117555711.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA