Lebensdaten
1836 bis 1899
Geburtsort
Gießen
Sterbeort
Ludwigshafen
Beruf/Funktion
Chemieindustrieller
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 117691402 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Clemm, Carl Friedrich
  • Clemm, Carl
  • Clemm, Carl Friedrich
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Zitierweise

Clemm, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117691402.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich s. Genealogie (1);
    Ov Carl s. (4);
    B August s. (1), Wilhelm (1843–83), Prof. der klassischen Philol. in Gießen, Adolf s. Genealogie (1);
    1863 Marie (1843–1906), T des Verlagsbuchhändlers Heinr. Hoff in Mannheim u. der Luise Engelhorn (Nichte des Frdr. Engelhorn);
    6 K, u. a. Otto (1871–1934, ⚭ Helene [* 1877], T des Großkaufmanns Felix Bassermann in Mannheim), kaufmännischer Dir. der Zellstoff-Fabr. Waldhof, und Hans s. (2).

  • Leben

    C. studierte nach Besuch des Polytechnikums in Karlsruhe wie viele seiner Verwandten in Gießen Chemie und promovierte dort. In der chemischen Fabrik seines Onkels Karl C.-Lennig, die 1851 AG und 1854 Teil des Vereins Chemischer Fabriken wurde, begann er zusammen mit seinem Bruder August seine praktische chemische Tätigkeit. 1861 gründete C. mit den Gasunternehmern Friedrich Engelhorn und Friedrich Sonntag und dem Kaufmann Otto Dyckerhoff in Mannheim eine Fabrik für Anilin- und Teerfarben Dyckerhoff, C. & Co. Sie war einer der bedeutendsten Abnehmer des Vereins Chemischer Fabriken. Als Dyckerhoff ausschied, trat 1863 auch August C. in die Firma ein. Die bereits angebahnte Fusion mit dem Verein Chemischer Fabriken wurde vom Verein schließlich abgelehnt. Auf Betreiben Engelhorns und der Brüder C. wurde daraufhin am 6.4.1865 mit einem Aktienkapital von 1 400 000 Gulden die Badische Anilin- und Soda-Fabrik (BASF) in Ludwigshafen gegründet, welche die alte Fabrik Sonntag, Engelhorn & C. als ihre Urzelle übernahm und auch die Hilfsstoffe der Farbenherstellung, Soda und Säuren, selbst erzeugte. C. wurde in ihr Leiter der anorganischen Betriebe, der Chromgründarstellung und der Werkstätten und hat mit August C. und neben H. Brunck und H. Caro auch organisatorisch die sicheren Fundamente für das Aufblühen des Weltunternehmens gelegt. 1884 hatte es als größte deutsche chemische Fabrik bereits 16,5 Millionen Mark Kapital. Freilich sah sich C. an der Seite Engelhorns später durch eine andere Gruppe in der Führung beschränkt und schließlich überstimmt. Er schied 1883 mit diesem aus der unmittelbaren Leitung aus und gründete 1884 mit seinem Bruder Adolf C. sowie den Brüdern Carl und Rudolf Haas die Zellstoffabrik in Waldhof bei Mannheim. Auch dieses Werk entwickelte sich unter C.s 15jähriger Leitung als technischer Direktor zu Weltruf. In der Pfälzischen Bank (heute in der Süddeutschen Bank) war er lange Präsident des Aufsichtsrates; außer an der Oberrheinischen Versicherungsgesellschaft und an mehreren Industrieunternehmen war er auch an der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft beteiligt.

    C. war Mitbegründer des Konsumvereins und Stadtrat in Ludwigshafen und betätigte sich politisch 1887-93 auch als nationalliberales Mitglied des Reichstages. Ehrenbürger von Ludwigshafen, KR.

  • Literatur

    J. Raimar, Die Brüder C., in: Pfälz. Biogr., F. 5, Beil. zu Pfälz. Fam.- u. Wappenkde. 1, 1953 (P);
    Zs. f. angew. Chemie 37, 1904, S. 1349;
    Berr. d. dt. Chem. Ges. 32, 1899, S. 429.

  • Portraits

    v. M. Koner (vernichtet);
    Phot. (P-Slg. Dt. Mus. München).

  • Autor/in

    Wolfgang Zorn
  • Empfohlene Zitierweise

    Zorn, Wolfgang, "Clemm, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 286 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117691402.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA