Lebensdaten
1872 bis 1940
Geburtsort
Bremen
Sterbeort
Jena
Beruf/Funktion
Physiker
Konfession
-
Normdaten
GND: 117629251 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Siedentopf, Henry Friedrich Wilhelm
  • Siedentopf, Henry
  • Siedentopf, Henry Friedrich Wilhelm
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Zitierweise

Siedentopf, Henry, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117629251.html [12.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1845–1924), Handlungsreisender, S d. Johann Hennig Conrad Siedentop, Zimmergeselle, u. d. Katharina Elisabeth Höhne;
    M Agnes Noltemeyer (1846–1925), aus Braunschweig;
    Jena 1906 Elsa (1878–1955), T d. Timon Schroeter (1844–1907), aus Vorsalz, Realschulrektor, päd. Schriftst., Gründer d. Dt. Schriftst.heims in J. (s. BJ XII, Tl.), u. d. Mathilde Stoltenberg (1849–1930), aus Oldesloe;
    1 S (g 1944), 2 T; E Gerwald Kern, stiftete 2006 e. Gedenktafel an S.s Wohnhaus in J.

  • Leben

    Nach dem Abitur am Gymnasium in Bremen studierte S. 1891–93 in Leipzig, danach bis 1897 in Göttingen. Seit 1895 Assistent bei dem Mineralogen Walter Liebisch (1852–1922), wurde er 1896 bei dem Physiker Woldemar Voigt (1850–1919) mit einer Arbeit „Über Capillaritätsconstanten geschmolzener Metalle“ zum Dr. phil. promoviert. Anschließend folgte eine kurze Tätigkeit als 1. Assistent für Physik an der Univ. Greifswald, ehe S. im Okt. 1899, noch von Ernst Abbe (1840–1905) berufen, als wiss. Mitarbeiter bei der Fa. Carl Zeiss in Jena eintrat. Er arbeitete zunächst in Abbes allgemeinem Laboratorium und leitete von 1907 bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand 1938 die Abteilung für Mikroskopie. Zudem lehrte er seit 1919 als ao. Professor an der Univ. Jena. S.s Spezialfächer waren die wissenschaftliche Mikroskopie und die sog. Ultramikroskopie. Bei letzterer handelt es sich um eine Mikroskopie in Dunkelfeld-Technik mit seitlicher Beleuchtung zur Sichtbarmachung kolloidal verteilter Objekte. Größe und Gestalt der Teilchen sind dabei allerdings nicht bestimmbar. Zusammen mit Richard Zsigmondy (1865–1929), dem späteren Nobelpreisträger für Chemie, der damals als Privatgelehrter in Jena lebte, erfand S. 1903 das Spalt-Ultra-Mikroskop, das von Zsigmondy in der Folge weiterentwickelt wurde und besonders in der Kolloidchemie und der Polymerforschung wichtige Erkenntnisse vermittelte. Ferner konstruierte S. eine Beleuchtungsvorrichtung für Operationssäle (1904), eine Quecksilberbogenlampe (1904), mehrere Haut- u. Kapillarmikroskope (1919/23) und das photographische Okular „Phoku“ (1922), das Zeiss in seinen Kleinbildkameras verwendete. Seit 1907 beschäftigte sich S. zudem mit der Mikrokinomatographie und erfand 1912 ein für wiss. Anwendungen geeignetes stationäres Mikrokinogerät, das mit Zeitraffer und später auch mit Zeitlupe ausgestattet war. Zusammen mit Hermann Ambronn (1856–1927) und August Köhler (1868–1948) führte S. jährliche Ferienkurse für wiss. Mikroskopie im In- und Ausland durch.

  • Auszeichnungen

    ATit.prof. (Bremen 1918); Dr.-Ing. E. h. (TH Hannover 1922); Mitgl. d. Leopoldina (1930); korr. Mitgl. d. Wiener Botan. Ges. u. d. Ges. f. Kunst u. Wiss. Utrecht u. Middelburg; Gedenktafel am Abbeanum (Jena 2006) u. am Wohnhaus in Jena (2006).

  • Werke

    u. a. Über e. Mikrospectralobjectiv n. Engelmann mit ausklappbaren geradsichtigen Gittern, in: SB d. Ak. d. Wiss. Berlin 32, 1902;
    Neue Quecksilberbogenlampe, in: Zs. f. Instrumentenkde. 1, 1904;
    Nachweis d. Form v. Ultramikronen, in: Kolloid-Zs. 36, Erg.bd. 1, 1925, S. 1–14;
    Molekularbewegung im Leuchtbildultramikroskop, ebd. 52, 1930;
    Mikroskop. Beobachtungen an Strichgittern mit period. Teilungsfehlern, in: Zs. f. Physik 107, 1937, S. 251–57, ebd. 108, 1938, S. 279–87, ebd. 109, 1938, S. 260–272;
    Mikroskop. Beobachtungen an Gittern mit Teilungsfehlern, ebd. 112, 1939, S. 704–26.

  • Literatur

    Dt. Opt. Wschr. 61, 1940, S. 110;
    Kolloid-Zs. 91, 1940, S. 218;
    Pogg. IV–VII a;
    Lex. Naturwiss.

  • Portraits

    Phot. (Jena, Univ.archiv).

  • Autor/in

    Friedrich Stier †
  • Empfohlene Zitierweise

    Stier, Friedrich, "Siedentopf, Henry" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 334-335 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117629251.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA