Lebensdaten
1843 bis 1903
Geburtsort
Brandenburg/Havel
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Mediziner
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117591475 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gutschow, Hermann Otto Theodor
  • Gutschow, Hermann
  • Gutschow, Hermann Otto Theodor
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Gutschow, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117591475.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Emil (1813–40), Kaufrn. in Brandenburg, S d. Kantors Joh. Frdr. in Fresersdorf;
    M Amalie Schlüsser (1813–55);
    Stief-V (seit 1851) Emil Eckstein, Kaufm. u. Stadtrat in Brandenburg;-ledig.

  • Leben

    Eben promoviert (Berlin 1866), trat G. als Einjährigfreiwilliger Arzt in die preußische Armee ein. Nach dem Feldzuge gegen Österreich beendete er sein Studium (1867). In der Marine, die damals ihre Ärzte noch aus der Armee ergänzte, tat er Dienst in Nord- und Ostsee, in Ostasien und im Büro des Generalarztes. Zwei Jahre lang war er an das Medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Institut und an die Charité in Berlin kommandiert. Mit der „Elisabeth“ ging er 1876 wieder nach Ostasien. Dort bewies er bei der Errichtung des Lazaretts in Yokohama, das für die Aufnahme von Kranken deutscher Kriegs- und Handelsschiffe bestimmt war, als dessen erster Chefarzt Weitblick und Organisationstalent. G. erfreute sich großer Wertschätzung durch die japanische Regierung, die ihn in Fragen der Seuchenabwehr wiederholt zu Rate zog. Nach 1884 fand er Verwendung bei der 1. Werftdivision, als Chefarzt des Marinelazaretts in Kiel (seit 1892), als Garnisonarzt und als Stationsarzt der Marinestation der Ostsee (seit 1894). Daneben war er viele Jahre hindurch Lehrer für Gesundheitspflege an der Marineakademie in Kiel. 1896 wurde er zum Generalarzt der Marine und Vorstand der Medizinalabteilung des Reichsmarineamtes ernannt. Er bewirkte bald nach seiner Amtsübernahme die Trennung des Marinesanitätskorps von dem der Armee, die schon sein Vorgänger Wenzel angestrebt hatte, und wurde der erste Chef des Marinesanitätskorps. Später erhielt er auch die Immediatstellung und wurde (1899) Generalstabsarzt mit dem Range eines Konteradmirals.

    G. gilt als eine der markanten Persönlichkeiten unter den deutschen Marinesanitätsoffizieren. Gute Menschenkenntnis, scharfes Urteil und überdurchschnittliches Können befähigten ihn, die Schwierigkeiten einer Umorganisation des Marinesanitätswesens zu meistern. Unter seiner Leitung erfuhren Lazarette, Schiffe und Marineeinrichtungen am Lande wesentliche, auf neuen wissenschaftlichen und technischen Erkenntnissen beruhende Verbesserungen ihrer sanitären Hilfsmittel. Tirpitz hat ihm bestätigt, daß er „die Entwicklung des Marinesanitätswesens mit großer Umsicht und ebensolchem Erfolge geleitet“ hat.

  • Literatur

    R. Ruge, in: Archiv f. Schiffs- u. Tropenhygiene 7, 1903, S. 253 f.;
    Elste, in: Dt. militärärztl. Zs. 32, 1903, S. 326 ff.;
    W. Uthemann, Einiges aus d. Entwicklung d. Marinesanitätskorps, in: Marine-Rdsch. 36, 1931, S. 193-203, 241-52;
    ders., Zur Entwicklung d. wiss. Fortbildung d. Marinesanitätsoffiziere, in: Der dt. Militärarzt 2, 1937, S. 97-101;
    W. Bauer, Gesch. d. Marinesanitätswesens bis 1945, 1958 (= Marine-Rdsch., Beiheft 4);
    ders., Lb. d. Generalärzte, Generalstabsärzte u. Sanitätschefs d. Marine, in: Marine-Rdsch. 56, 1959, S. 140-49 (P);
    BJ VIII (Tl. 1903, L).

  • Autor/in

    Horst Zoske
  • Empfohlene Zitierweise

    Zoske, Horst, "Gutschow, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 350 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117591475.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA