Lebensdaten
1856 bis 1920
Geburtsort
Brody (Galizien)
Sterbeort
Perchtoldsdorf bei Wien
Beruf/Funktion
Meteorologe in Wien
Konfession
jüdisch,konfessionslos?
Normdaten
GND: 117544949 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Margules, Max

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Zitierweise

Margules, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117544949.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Ledig.

  • Leben

    M. studierte in Wien Mathematik und Physik; nach einem Volontariat bei der dortigen Zentralanstalt für Meteorologie (1877–79) setzte er seine Studien 1879/80 in Berlin fort. Es folgte eine Privatdozentur für Physik in Wien, die M. jedoch bald aufgab, um 1882 an die Zentralanstalt für Meteorologie zurückzukehren, der er bis 1906 angehörte. Dann ließ er sich – erst 50jährig – pensionieren, um sich ungestört physikochemischen Arbeiten widmen zu können, über die allerdings wenig bekannt wurde. Nach der Schilderung seiner Kollegen war M. ein liebenswürdiger, wenn auch sich verkannt fühlender und deshalb verbitterter Sonderling, der zuletzt wegen seiner sehr geringen Pension in der Nachkriegszeit verhungerte.

    M.s Arbeiten umfassen zwei Themenkreise. Von 1890-93 erschienen Untersuchungen der Luftdruckschwankungen, wobei er die Halbtagesperiode als Resonanzerscheinung der Atmosphäre deutete, wie dies auch heute noch geschieht. Die zweite, wichtigere Gruppe von Arbeiten beschäftigt sich mit der Rolle warmer und kalter Luftmassen im Wettergeschehen. M. hatte sich hierzu ein kleines Versuchsfeld geschaffen, indem er in der Umgebung Wiens einige Stationen mit Baro- und Thermographen ausstattete, deren Registrierungen er auswertete. Dabei beschäftigte ihn hauptsächlich die Frage nach der Ursache der Winde. 1905 veröffentlichte M. seine wichtigste Schrift „Über die Energie der Stürme“, worin er zeigte, daß die kinetische Energie des Windes vorzugsweise aus der Änderung der potentiellen Energie bei der Umlagerung kalter und warmer Luft stammt – Gedanken, die er leider nicht weiter ausbaute. Vor allem wegen dieser|Abhandlung und der darin zum Ausdruck kommenden unkonventionellen Denkweise blieb M.s Andenken erhalten.|

  • Auszeichnungen

    Hann-Medaille d. Österr. Ges. f. Meteorologie (1919).

  • Werke

    Weitere W u. a. Über d. Schwingungen period. erwärmter Luft, in: SB d. Ak. d. Wiss. Wien, math.-naturwiss. Kl., 99, Abt. 2 a, 1890;
    Über d. Energie d. Stürme, in: Jbb. d. K. K. Zentralanstalt f. Meteorol. NF 42, 1905;
    Zur Sturmtheorie, in: Meteorolog. Zs., Hann-Bd., 1906.

  • Literatur

    M. Exner, in: Meteorolog. Zs. 37, 1920, S. 322-24 (W-Verz.);
    Pogg. III-V;
    Enc. Jud. XI, 1971 (W, L, P);
    ÖBL.

  • Autor/in

    Gustav Hofmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Hofmann, Gustav, "Margules, Max" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 170 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117544949.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA