Lebensdaten
1862 bis 1923
Geburtsort
Brugg (Kanton Aargau)
Sterbeort
Basel
Beruf/Funktion
Geologe
Konfession
-
Normdaten
GND: 117541877 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schmidt, Karl
  • Schmidt, Carl
  • Schmidt, Karl
  • mehr

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Zitierweise

Schmidt, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117541877.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus n. 1848 v. Dtld. n. Basel eingewanderter Fam.;
    V Valentin (1824–1900), Apotheker in Basel (s. HBLS);
    M Marie Rosa Stocker (1841–1914);
    2 B u. a. Julius (1867–93), Pharmazeut in San Miguel (San Salvador);
    1 Schw;
    Hamburg 1892 Dorothea Charlotte (1872–1910), aus Hamburg, T d. Johann Niclaus Hudtwal(c)ker u. d. Anna Adelheid Sengstak;
    3 S u. a. Hans (s. 2), Georg (1896–1965), Dr. phil., 1922-37 Bibl. d. Basler Kunstver., 1921-38 Kunstkritiker d. Nat.-Ztg., 1939-62 Konservator u. Leiter d. Kunstmus. in Basel, erwarb 1939 aus Dtld. u. a. Bilder v. Chagall, Klee, Beckmann u. Schlemmer f. d. Kunstmus., 1937 Mitgl. d. Zentralvorstands d. Schweizer Werkbunds, Prof. (s. L), 2 T (1 früh †).

  • Leben

    S. besuchte die Grundschule und das Gymnasium in Aargau, begann 1882 mit dem Studium der Geologie an der Univ. Genf und wechselte 1883 nach Straßburg. Bestimmend für seine wissenschaftliche Entwicklung waren dort der Paläontologe Wilhelm Benecke (1838–1917), die Mineralogen Emil Wilhelm Cohen (1842–1905) und Hugo Bücking (1851–1932) sowie der Geologe Albert Heim (1848–1937). 1886 wurde er mit einer Arbeit „Über einige Porphyre der Zentralalpen“ promoviert. Danach arbeitete S. bis 1889 als Assistent am Geologischen Institut in Freiburg (Br.) und habilitierte sich noch von dort aus 1888 in Basel, wo er 1890 zum ao. Professor der Geologie und 1891 zum o. Professor der Mineralogie und Geologie ernannt wurde und bis zu seinem Tod tätig war (Rektor 1906).

    Große Verdienste erwarb sich S. durch die Gründung und Führung der Mineralogisch-Geologischen Anstalt der Univ. Basel, die Mitte der 1890er Jahre entstand, noch unter seiner Leitung geteilt wurde und in dieser Form als Mineralogisch-Petrographisches sowie als Geologisch-Paläontologisches Institut bis heute besteht. S. publizierte Arbeiten zur Geologie der Schweizer Alpen, zum Erz- und Kohlebergbau, zu den Ton- und Salzvorkommen und untersuchte nutzbare Lagerstätten in Spanien, Frankreich, Deutschland, Rumänien, Polen und Rußland. 1917 erschien seine „Geologische Karte der mineralischen Rohstoffe in der Schweiz“, 1920 folgten die dazugehörigen Erläuterungen. Karte und Kommentar bilden ein Grundlagenwerk der schweizer. Lagerstättenkunde. 1899 und 1903 untersuchte S. durch Bückings Vermittlung die Erdölvorkommen Sumatras, Javas und Borneos, was den Anstoß zu einer umfassenden geologischen Erschließung des malayischen Archipels durch junge Schweizer Geologen gab und der Schweizer Geologie internationale Anerkennung einbrachte. S. war nicht allein ein Pionier der Erdölgeologie, er verwendete seine Kenntnisse auch bei der Erstellung ingenieurgeologischer Gutachten z. B. beim Bau des Simplon-, Ricken-. Weißenstein-, Splügen- und Lötschbergtunnels.

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Schweizer. Naturforschenden Ges., d. Naturforschenden Ges. d. Aargau, d. Baseler Naturforschenden Ges. (seit 1888, 1896-98 Präs.).

  • Werke

    128 Publl. u. a. Geolog.-petrograph. Mitt. über einige Porphyre d. Zentralalpen, in: Neues Jb. f. Mineral., Beil. 4, 1886, S. 388-472;
    Über d. Geol. d. Simplongebietes u. d. Tektonik d. Schweizeralpen, in: Eclogae Geologicae Helvetiae 9, 1907, S. 484-584;
    Geolog. u. chem. Unters. d. Tonlager b. Altkirch im Oberelsaß u. b. Allschwyl im Baselland, in: Zs. f. prakt. Geol. 15, 1907, S. 46-56 (mit F. Hinden);
    Das Vorkommen v. Gelbbleierz im Höllental b. Garmisch, ebd. 23, 1915, S. 93-105.

  • Literatur

    H. Preiswerk, in: Verhh. d. Naturforschenden Ges. in Basel 35, 1923/24, 2. T., S. 1-17 (W-Verz., P);
    A. Buxtorf, in: Verhh. d. Schweizer. Naturforschenden Ges., Nekrologe u. Biogrr., 1923, S. 44-54 (W-Verz., P);
    O. v. Ampferer, in: Verhh. d. Geolog. Bundesanstalt Wien 1923, S. 130-32;
    P. Langhans, in: Petermanns Geograph. Mitt. 69, 1923, S. 125;
    DBJ V, Tl.;
    HBLS;
    Biogr. Lex. Aargau;
    Professoren d. Univ. Basel, hg. v. A. Staehelin, 1960;
    Pogg. IV-VI;
    zu Georg:
    Neue Schweizer Biogr., hg. v. A. Bruckner, 1938;
    Schweizer Biogr. Archiv V, 1955;
    E. Göpel, in: FAZ v. 1.6.1965;
    Schweizer Lex.;
    Metzler Kunsthist. Lex.; |

  • Quellen

    Qu StA Kt. Aargau; StA Basel Stadt.

  • Autor/in

    Barbara Sperling
  • Empfohlene Zitierweise

    Sperling, Barbara, "Schmidt, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 169 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117541877.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA