Lebensdaten
1875 bis 1950
Geburtsort
Würzburg
Sterbeort
Halle/Saale
Beruf/Funktion
Zoologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117536660 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gerhardt, Ulrich Karl Friedrich Kurt Eduard
  • Gerhardt, Ulrich
  • Gerhardt, Ulrich Karl Friedrich Kurt Eduard
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Zitierweise

Gerhardt, Ulrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117536660.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (s. 3);
    B Dietrich (s. 2);
    1) 1904 Renate (1877–1936), T d. Kurt Zittelmann (1844–1913), Oberkonsistorialpräs., u. d. Eva v. Holtzendorff, 2) Renate Rauch; Om d. 1. Ehefrau Henning v. Holtzendorff ( 1919), Großadmiral;
    1 S, 1 T aus 1) Dietrich (* 1911), Prof. d. Slavistik, Eva-Maria (⚭ Heinr. Brandt, 1886–1954, Prof. d. Math, in Halle, s. Pogg. VI, VII a).

  • Leben

    Im Geiste alter akademischer Traditionen aufgewachsen, studierte G. zunächst Medizin und Naturwissenschaften; schließlich zog ihn, durch den anregenden Einfluß von W. Kükenthal, die Zoologie ganz in ihren Bann. Er habilitierte sich 1905 in Breslau für Zoologie (1921 Professor-Titel) und wurde dort 1922 zum außerordentlichen Professor ernannt. 1924 erhielt er den Ruf als Ordinarius für Anatomie und Physiologie der Haustiere nach Halle. Im Leben der Wissenschaft und der Hochschule trat G. mehrfach hervor (Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät, beim Wiederaufbau der Universität nach dem Zusammenbruch 1945 Prorektor). Bei der Organisation der Akademie der Naturforscher (Leopoldina) war G.s Mitarbeit von besonderer Bedeutung. Auch im Vorstand der Deutschen Zoologischen Gesellschaft hat G. gewirkt. – G.s Forschungen gingen von der deskriptiven Anatomie der Nieren und Geschlechtsorgane der Säugetiere aus. Schon dabei wurden in vielseitiger biologischer Schau nicht nur Strukturprobleme beachtet. Doch um die allgemeinen Fragen, die sich aus jenen Untersuchungen stellten, besser bearbeiten zu können, verfiel G. auf die Untersuchung der Sexualbiologie der Spinnen und Nacktschnecken. 1944 gab er in seiner Arbeit „Sexualbiologie und Morphologie“ (= Die Gestalt 17) einen Einblick in die durch seine Forschungen bestimmte theoretische Schau des allgemein-zoologischen Artbildungsproblems. Er schließt, daß bei der Entwicklung der Mannigfaltigkeit ein Einfluß endogener, von jedem Vorteil für die Art unabhängiger Faktoren nicht auszuschließen sei. Doch diese Vorstellungen einer Orthogenese sind nach seinem eigenen Bekenntnis noch eine qualitas occulta. Um die Aufklärung ihrer Gesetzmäßigkeiten hat G. gerungen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Arbb. üb. d. Morphol. u. Biol. d. Kopulationsorgane d. Spinnen in: Archiv f. Naturgesch. 87, Abt. A, 1921, 89, Abt. A, 1923, u. in: Zs. f. Morphol. u. Ökol. d. Tiere 1, 1924, 3, 1925, 6, 1926, 8, 1927, 14, 1929, 19, 1930, 27, 1933;
    Arbb. üb. d. Begattung d. Nacktschnecken, ebd. 27, 1933, 28, 1934, 30, 1936, 31, 1936, 32, 1937, 34, 1938, 35, 1939, 36, 1940, 37, 1941;
    Libido u. Kohabitation im Tierreich, in: Archiv f. Frauenkde. u. Konstitutionsforschung 19, 1933;
    Die accessor. Geschl.- drüsen, in: Hdb. d. vgl. Anatomie d. Wirbeltiere, hrsg. v. L. Bolk, E. Göppert, E. Kallius u. W. Lubosch, V, 1938, S. 855-94;
    Kloake u. Begattungsorgane, ebd. VI, 1933, S. 267-350.

  • Literatur

    W. Herre, in: Verhh. d. Dt. Zoolog. Ges. in Wilhelmshaven, 1951, S. 447-49 (P).

  • Autor/in

    Wolf Herre
  • Empfohlene Zitierweise

    Herre, Wolf, "Gerhardt, Ulrich" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 285 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117536660.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA