Lebensdaten
1865 bis 1940
Geburtsort
Salzmünde (Provinz Sachsen)
Sterbeort
Halle/Saale
Beruf/Funktion
Professor der Landwirtschaft in Halle
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117527335 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Holdefleiß, Paul
  • Holdefleiss, Paul Johann Friedrich Richard Robert
  • Holdefleiß, P.

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Zitierweise

Holdefleiß, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117527335.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gottlob (1818–91), Ökonomie- u. Brennerei-Insp., S d. Leinewebers Joh. Frdr. Holdefleisch in Bennstedt u. d. Marie Christiane Taußner;
    M Christiane (1825–85), T d. Landwirts Carl Gottlob Hartmann in Lieskau u. d. Joh. Dorothea Weikard;
    B Friedrich (1846–1919), Prof. f. Tierzucht in Breslau (s. L);
    - Halle 1899 Else (1874–1957), T d. Zoologen Hermann Grenacher ( 1923, s. NDB VII);
    2 S, 3 T.

  • Leben

    H. studierte Landwirtschaftswissenschaft in Halle. Als Assistent (1892) wurde er 1894 bei Julius Kühn promoviert; 1897 habilitierte er sich und wurde 1902 außerordentlicher Professor. Zuerst widmete er sich der Tierernährungslehre, der wirtschaftseigenen Futtererzeugung und der Betriebsorganisation. Die Leitung des von Kühn eingerichteten Haustiergartens führte ihn zu tierzüchterischen Fragen. Über Pflanzenzüchtung hielt er schon vor 1900 eine Spezialvorlesung und gab 1921 zusammenfassende Darstellungen der Tier- und Pflanzenzüchtung. Züchterische und agrarpolitische Erwägungen weckten H.s Interesse an Qualitätsfragen. Als Ordinarius (1920) regte er wegweisende Arbeiten über die Qualitätsbestimmung bei Brotgetreide an und förderte die Züchtung deutscher Qualitätsweizen mit Theodor Roemer (1883–1951, siehe Pogg. VII).

    H. ist einer der Väter der Agrarmeteorologie. Schon 1900 forderte er in Hamburg die Einrichtung telegraphischer Wetterdienste für die Landwirtschaft. Er erkannte frühzeitig die Bedeutung der langfristigen Wettervorhersage. Gestützt auf richtungweisende Arbeiten über den Einfluß von Klima und Witterung auf den Ertrag landwirtschaftlicher Kulturpflanzen, legte er einen Grundstein der modernen Agrarmeteorologie und nahm regen aktiven Anteil an den Arbeiten der agrarmeteorologischen Kommission der Internationalen Meteorologischen Organisation (heute World Meteorological Organization). H. gewann ein großes Maß von internationalem Ansehen, das auch heute noch wach ist. – Seiner Zeit auf speziellen Arbeitsgebieten weit voraus, war er wohl der letzte Vertreter universaler Landwirtschaftswissenschaft im Sinne Kühns, den auch philosophische und soziologische Fragen beschäftigten.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Leopoldina.

  • Werke

    Witterungskde. f. Landwirte, 1907;
    Landwirtsch. Pflanzenzüchtung, in: K. Steinbrück, Hdb. d. gesamten Landwirtsch. 33.-37. Abt., 1921;
    Züchtungslehre, ebd. 60.-61. Abt., 1921;
    Fütterungslehre, ebd. 62.-65. Abt., 1921;
    Einführung in d. Begriffe d. Landwirtsch., 1923;
    Agrarmeteorol., Die Abhängigkeit d. Ernteerträge v. Wetter u. Klima, 1930;
    Btr. z. d. Frage: „Wodurch können wir in Dtld. d. kleberreichen ausländ. Weizen entbehrlich machen?“, in: Fühlings Landwirtsch. Ztg. 50, 1901, S. 630-34;
    Das Klima v. Halle (Saale), in: Leopoldina, 0 Kaiserl. Ges. f. Naturforscher, 1925, S. 101-08.

  • Literatur

    Kühn-Archiv 54, 1940 (P);
    Rhdb. (P). - Zu B Friedrich: W. Zorn, in: Dt. landwirtsch. Tierzucht 47, 1919;
    ders., Gesch. d. Landwirtsch.-Wiss. in Schlesien, 1964.

  • Autor/in

    Walter Heinrich Fuchs
  • Empfohlene Zitierweise

    Fuchs, Walter Heinrich, "Holdefleiß, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 524-525 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117527335.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA