Lebensdaten
1900 bis 1990
Geburtsort
Halle/Saale
Sterbeort
Merzhause (Breisgau)
Beruf/Funktion
Agrarmeteorologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 143149121 | OGND | VIAF: 56913476
Namensvarianten
  • Schnelle, Fritz
  • Schnelle, F.

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Zitierweise

Schnelle, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd143149121.html [22.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Richard (1864–1937), Lehrer in H.;
    M Ida Theuerkauf (1866–1931);
    B Gerhard (1896–1982), Oberstudienrat in Celle;
    – ⚭ Charlotte Krüger (1915–72), aus Cottbus;
    2 T Helga Filß (* 1937), Inge Holzapfel (* 1942).

  • Leben

    Nach Abschluß einer Landwirtschaftslehre studierte S. 1924-27 Agrarwissenschaften an der Univ. Halle. In seiner bei Paul Holdefleiß (1865–1940) angefertigten Dissertation beschäftigte er sich bereits mit agrarmeteorologischen Fragestellungen zum Einfluß von Witterung und Klima auf die Qualität von Weizen (Stud. über d. Backqualität v. Weizensorten, in: Wiss. Archiv f. Landwirtsch., Abt. A, Bd. 1, 1929, S. 471-555). Nach der Promotion 1929 Assistent am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung in Halle, wechselte S. 1935 zum Reichswetterdienst und wurde hier mit dem Aufbau eines phänologischen Beobachtungsnetzes betraut, das bis 1945 etwa 10 000 Stationen umfaßte. Ende 1946 kam er zum wieder eingerichteten Wetterdienst (später: Dt. Wetterdienst, DWD) und wurde 1949 Leiter der „Gruppe Agrarmeteorologie“, einer seit 1953 eigenständigen Abteilung mit Sitz in Bad Kissingen. Der von ihm aufgebaute agrarmeteorologische Dienst wurde Vorbild für ähnliche Einrichtungen in zahlreichen Ländern.

    1957 gründete S. gemeinsam mit Ernst Volkert (1907–80) das Netz der „Internationalen Phänologischen Gärten“ (IPG). Seit 1959 wurden hier, beginnend in Offenbach/Main, die klimatischen Einflüsse auf genetisch identische Bäume und Sträucher untersucht. Dieses Netz, das bis heute besteht und weiter ausgebaut wird, stellt einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung der Phänologie dar. Weitere Verdienste erwarb sich S. auf dem Gebiet der Geländeklimatologie, insbesondere für den Obst- und Weinbau. Entsprechende Studien wurden u. a. im Odenwald durchgeführt und 1962 veröffentlich. Auf seine Initiative hin wurde eine internationale Arbeitsgruppe „Agro-topo-Klimatologie“ gegründet, deren Vorsitz er übernahm. 1965 schied S. als Regierungsdirektor aus dem öffentlichen Dienst, setzte jedoch seine Tätigkeit für die Agrarmeteorologie und die Phänologie ehrenamtlich fort. 1958-88 war er Herausgeber der „Arboreta Phaenologica“. Sein Lehrbuch „Pflanzen-Phänologie“ (1955), bietet auch heute noch einen guten Einstieg in dieses Wissenschaftsgebiet.

  • Auszeichnungen

    Kühn-Preis (Univ. Halle, 1929);
    BVK (1975).

  • Werke

    ca. 250 Publl. u. a. Einf. in d. Probleme d. Agrarmeteorol., 1948;
    Btrr. z. Phänol. Europas, 4 T.,1965-81 (Berr. d. DWD Nr. 101, 118, 144, 158);
    Ergebnisse aus d. Internat. Phänolog. Gärten in Europa, Mittel 1973–82, in: Wetter u. Leben 38, 1986, S. 5-17;
    Klimagrundlagen natürl. Waldstufen u. ihrer Waldgesellschaften in dt. Mittelgebirgen, 1970 (mit F. K. Hartmann);
    Lange phänolog. Beobachtungsreihen, Klimaschwankungen, in: Bayer. Landwirtschaftl. Jb. 67, 1990, S. 355-63;
    Hg.:
    Frostschutz im Pflanzenbau, 2 Bde., 1963-65.

  • Literatur

    H. Scharrer, in: Arboreta Phaenologica 34, 1991,. S. 1, 4-6 (P);
    F.-M. Chmielewski, ebd. 44, 2001, S. 4 f.;
    Biogr. Hdb. Pflanzenbau.

  • Autor/in

    Frank-Michael Chmielewski
  • Empfohlene Zitierweise

    Chmielewski, Frank-Michael, "Schnelle, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 319 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd143149121.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA