Lebensdaten
1874 bis 1945
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Zoologe ; Ornithologe
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 117523860 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hesse, Erich

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Hesse, Erich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117523860.html [15.12.2018].

CC0

  • Leben

    Wohlhabenheit gestattete H. private, besonders der Vogelkunde gewidmete Forschungen, die die in Leipzig abgeschlossenen zoologischen Studien abrundeten. Als er 1909 wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an der Biologischen Anstalt in Dahlem und dann unter A. Reichenow an der ornithologischen Abteilung des Zoologischen Museums in Berlin wurde, entwickelte er sich zu einem der rührigsten Kenner der Avifauna auf und an den märkischen Seen, Sümpfen und Mooren. Neben einem hervorragend geschulten Blick für die Formenkennzeichen verhalfen ihm die Beherrschung des Schrifttums und die Vertrautheit mit den Beständen des Museums zu einer kritisch wertenden Bestandsaufnahme des Lebens im Bereiche der alten Luche, die damals schon durch die Entwässerung dem Untergang geweiht waren. – Andere bemerkenswerte Vorhaben liefen nebenher, zum Beispiel die Bearbeitung der „Ornithologischen Tagebücher“ des 1911 im Baffinland verstorbenen Forschers Bernhard Hantzsch (s. Literatur) und zusammen mit Anton Reichenow eine „Neue Namenliste der Vögel Deutschlands“ (in: Journal für Ornithologie 64, 1916). Nach kurzer Unterbrechung – er war 1916-18 Kustos der Sammlungen des Leipziger Zoologischen Instituts – kehrte H. nach Berlin zurück und beschäftigte sich zunächst mit vielseitigen taxonomischen Untersuchungen an der ornithologischen Abteilung des Museums. Auch auf diesem Sondergebiet gelangte er zu eigenen wissenschaftlichen Urteilen. Als er sich aber in der Hoffnung auf die Nachfolge Reichenows 1921 getäuscht sah, verließ er die seitherige Studienrichtung und lenkte als Kustos (mit dem Professorentitel) am Zoologischen Museum Eifer und Fleiß auf andere Tiergruppen. Daß ihm in der vorwiegend musealen Spätzeit die Ornithologie nicht ganz fremd wurde, belegt indes die Herausgabe der überarbeiteten 10. Auflage von A. Voigts „Exkursionsbuch zum Studium der Vogelstimmen“ (1933), an dem seine Begabung für die Analyse der Vogellaute schon in vorhergehenden Auflagen mitgestaltenden Anteil gehabt hatte.

  • Werke

    Weitere W Beobachtungen in d. Umgegend v. Leipzig v. Frühling bis Winter 1905, in: Journal f. Ornithol. 55, 1907;
    Beobachtungen u. Aufzeichnungen in d. Umgegend v. Leipzig während d. J. 1908, ebd. 57, 1909;
    Dass, während d. J. 1909 in d. Prov. Brandenburg, ebd. 58, 1910;
    Dass, während d. J. 1910, ebd. 59, 1911;
    Dass, während d. J. 1911, ebd. 60, 1912;
    Über Balzflüge u. Stimmen d. Weihen u. d. Sumpfohreule aus d. Luch- u. Brutgebieten d. ferneren Umgebung v. Berlin, ebd.;
    Die Vögel d. Havelländ. Luchgebiete, ebd. 62, 1914;
    Zur Ornis d. Mark Brandenburg, ebd. 64, 1916.

  • Literatur

    H. Schalow, in: Btrr. z. Vogelfauna d. Mark Brandenburg, 1919 (W);
    R. Heyder, Die Vögel|d. Landes Sachsen, 1952 (W, P);
    L. Gebhardt, Die Ornithologen Mitteleuropas, 1964 (auch f. B. Hantzsch).

  • Autor/in

    Ludwig Gebhardt
  • Empfohlene Zitierweise

    Gebhardt, Ludwig, "Hesse, Erich" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 16 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117523860.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA