Lebensdaten
1848 bis 1931
Geburtsort
Ludwigsburg (Württemberg)
Sterbeort
Ludwigsburg (Württemberg)
Beruf/Funktion
Jugendschriftstellerin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117293962 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Baur-Breitenfeld, Antonie Louise Christiane Marie Sophie von (geborene)
  • Schumacher, Tony
  • Baur-Breitenfeld, Antonie Louise Christiane Marie Sophie von (geborene)
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Zitierweise

Schumacher, Tony, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117293962.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Fidel v. Baur-Breitenfeld (1805–82), württ. Gen.-lt. (s. NDB I), S d. Fidel v. Baur (1780–1813 ⚔), württ. Oberst, u. d. Luise v. Alberti (1788–1862);
    M Karoline (Lina) (1810–97), T d. Karl Frhr. v. Kerner (1775–1840, württ. Frhr. 1812), württ. Gen., Präs. d. Bergrats (s. NDB XI), u. d. Christiane Weckherlin (1731–91);
    Gr-Om Justinus Kerner (1786–1862), Schriftst. (s. NDB XI); 6 ältere Geschw u. a. Fidel v. Baur-Breitenfeld (1835–86), württ. Gesandter am preuß. Hof, Bevollmächtigter z. Bundesrat;
    Ludwigsburg 1875 Karl v. Schumacher (1831–1915, württ. Personaladel), Jur., württ. GHR, Vorstand d. Hofhaltung, Sekr. d. Prn. Marie v. Württ. (s. Württ. Nekr. 1915, S. 228 f.), S d. Karl Christof Schumacher, RA in St., u. d. Sofie Krauß; kinderlos.

  • Leben

    S.s Leben und Werk wurden von der bildungsbürgerlichen und aristokratisch-militärischen Tradition ihres Elternhauses in Ludwigsburg geprägt. Ihre Kindheit und das Leben im Hause ihres Großonkels, des Dichters Justinus Kerner, in Weinsberg idealisierte sie später in autobiographischen Schriften. Nach ihrer Heirat 1875 führte S. ein gastliches Haus in Stuttgart. Sie sammelte Möbel, Puppen und Krippen und begann erst im Alter von fast 50 Jahren Jugendbücher sowie Erbauungs- und Ratgebertexte zu schreiben. 1923 kehrte sie vereinsamt und herzkrank in ihre Geburtsstadt zurück und lebte bis zu ihrem Tod in der dortigen Kinderheilanstalt.

    Als Schriftstellerin bekannt und beliebt wurde S. durch unterhaltende und belehrende Jugendbücher, deren Rezeption sich v. a. in den von ihr angeregten Briefen zahlreicher junger Leser an die Autorin spiegelt. Die Inhalte ihrer Werke entsprachen bürgerlichen Maximen: Ziel ist die Erziehung beider Geschlechter zu guten Christen und staatstreuen Untertanen. Der Erzählrahmen pseudorealistischer bürgerlicher Familienidyllen wird geschickt durch Spannungselemente verlebendigt. Hauptfiguren sind immer Kinder, meist Mädchen, im Alter von 10-14 Jahren. Teilweise werden ihre Geschicke in Fortsetzungsbänden bis ins Erwachsenenalter weiterverfolgt. Die Struktur der Texte folgt stets dem Schema vom Sieg des Guten sowie der Läuterung und Bestrafung des Bösen. Diesen Handlungsführungen und den systemkonformen Inhalten stehen bei S. allerdings auch unangepaßte, widersprüchliche Botschaften gegenüber. Einer Erziehung im Untertanengeist stellt sie das Ideal einer Kindheitsutopie entgegen. Kinder erscheinen als Boten einer heilen Innenwelt und als Repräsentanten eines widerständigen Freiheitsdrangs S.s Werk erlobte zahlreiche Neuauflagen bis in die späten 1950er Jahre und wurde in den 1980er Jahren verfilmt. Die Literaturwissenschaft begann sich erst in jüngster Zeit für S. zu interessieren.

  • Werke

    Mütterchens Hilfstruppen, 1895;
    Eine glückl. Fam., 1896;
    Reserl am Hofe, 1898 (Fernsehfilm d. Südelt. Rundfunks 1984, Regie: B. Voges);
    Was ich als Kind erlebt, 1901;
    Das Turmengele, 1901 (Fernsehfilm d. Süddt. Rundfunks 1986, Regie: B. Voges);
    Heimatzauber, 1904;
    Cirkuskinder, 1907 (Fernsehfilm d. Süddt. Rundfunks 1986, Regie: B. Voges);
    Komteßchen u. Zigeunerkind, 1914;
    Wenn Vater im Krieg ist, 1915;
    Die Waldmargret, 1917;
    Das Schloßbärbele, 1925;
    Was mein einst war, 1925 (P);
    Nellys Kinder, 1930;
    Bibliogr.:
    R. u. H. Augustin, Gelebt in Traum u. Wirklichkeit, 2002, S. 181-219;
    A. Klotz, Kinder- u. Jugendlit. in Dtld. 1840-1950, IV, 1996, S. 318-23 (Verz. d. Kinder- u. Jugendbücher);
    |

  • Nachlaß

    Nachlaß: DLA Marbach (Briefe, Fotos, Scherenschnitte); Württ. Landesbibl, Stuttgart (Slg. d Kinderbriefe an T. S. aus d. J. 1899-1916); Städt. Mus. Ludwigsburg (Zeichnungen. Mss., Puppenslg., Möbel).

  • Literatur

    A. Rooschütz, T. S., Ein Lb., 1931 (P);
    M. Berger, in: Btrr. Jugendlit. u. Medien, 2001, S. 194-96;
    J. Krienke, „ Liebste Freundin! Ich will dir gleich schreiben …“, 2001;
    R. u. H. Augustin, Gelebt in Traum u. Wirklichkeit, 2002 (W, L, P);
    I. Wagner, Väter im Zwielicht, Der Ambivalenzeffekt b. T. S., in: Kinder- u. Jugendlit.forsch. 2001/02, S. 71-81;
    dies., Die fremden Kinder d. T. S., in: Börsenbl. d. dt. Buchhandels Nr. 6, 2002, S. A306-14;
    J. Schödel, Erziehung im Untertanengeist, wider Willen? Anpassungen u. Widerstände in Leben u. Werk d. Kinderbuchautorin T. S., 2004;
    Lex. d. Kinder- u. Jugendlit., III, 1979;
    C. Kramer, in: Lb. Schwaben 14, 1980, S. 386-415 (W, L, P);
    Kinder- u. Jugendlit., Ein Lex., 1999;
    Kosch, Lit.-Lex.3 (W, L).

  • Portraits

    Scherenschnitt v. C. F. Barthel-Mürau, 1929;
    Foto v. Th. Andersen, o. J.;
    Foto, um 1925 (alle DLA Marbach).

  • Autor/in

    Jutta Schödel
  • Empfohlene Zitierweise

    Schödel, Jutta, "Schumacher, Tony" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 741-742 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117293962.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA