Lebensdaten
1572 bis 1653
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Altdorf bei Nürnberg
Beruf/Funktion
Botaniker ; Mediziner
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117238333 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jungermann, Ludwig der Jüngere
  • Jungermann, Ludwig
  • Jungermann, Ludwig der Jüngere

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Zitierweise

Jungermann, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117238333.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Caspar (1531–1606), Prof. d. Rechte, Vizekanzler d. Univ. u. Hofgerichtsassessor in L.;
    M Ursula (1539–1604), T d. Humanisten Joachim Camerarius ( 1574. s. NDB III);
    B Caspar (1567–1637), Dr. iur., Regierungsrat in L., Domherr zu Merseburg, Gottfried (11.1.1501 Leipzig - 1610), Philologe, Korrektor d. Wechelschen Druckerei in Hanau (s. ADB 14);
    Schw Anna ( Andreas Homelius, 1607, Oberhofgerichtsadvokat u. Syndikus d. Univ. in L.); - ledig.

  • Leben

    J. studierte Medizin in Jena, Altdorf und Gießen (Dr. med. 1609). Bald danach beschäftigte er sich offenbar bereits mit der Systematisierung und Darstellung von Medizinalpflanzen und verfaßte mit B. Besler den Text zum „Hortus Eystettensis“ (1613). Zum Professor der Medizin und Botanik nach Gießen berufen (1614), schuf er dort einen medizinischen Garten und war zugleich dessen erster Aufseher (1609–25) unter Landgf. Ludwig von Hessen. Infolge der Kriegswirren ging J. 1625 als Professor der Anatomie und Botanik nach Altdorf. Hier legte er 1626 den weithin bekannt gewordenen „Doctorgarten“ an. J. war mehrmals Rektor (Gießen, 3mal in Altdorf) und lehnte wiederholt ehrenvolle Berufungen, darunter die als Nachfolger von Matthias Lobel nach England (1616), ab. – J. war ein sowohl botanisch wie medizinisch umfassend gebildeter akademischer Lehrer, der sein Wissen auch durch die Lehrpraxis im Heilpflanzengarten und auf Wanderungen weitergab. Seine vielfältigen Schriften und Sammlungen, vor allem die örtlichen Floren (Gießen, Altdorf) und großen Herbarien, mit denen er in der noch nach vielen verschiedenen Systemen ordnenden Zeit vor Linné bereits wesentliche Ordnungsmerkmale schuf oder sie vorbereitete, können als seine Hauptleistung betrachtet werden, die er durch zusätzliche Interessen für Astronomie und Anagrammatik abzurunden verstand. Ihm zu Ehren wurde eine Gattung der Lebermoose mit Jungermannia bezeichnet.

  • Literatur

    ADB 14;
    P. Freher, Theatrum virorum eruditione clarorum, 1688 (P);
    J. J. Baier, Biographia professorum medicinae, qui in Academia Altorfina unquam vixerunt, 1728 (W, P);
    J. B. Wilbrand, Btrr. z. Gesch. d. Botanik in Dtld., Botan. Garten Gießen, in: Flora od. Botan. Ztg. (Regensburg) 11, 1825, 33, 1826;
    W. Ermann u. E. Horn, Bibliogr. d. dt. Universitäten, Tl. 2, 1904;
    1965 (Ndr.);
    K. Mägdefrau, Jungermannia od. Jungermania, in: Chronica botanica 4, Nr. 1, 1938;
    H. Röhrich, Theatrum anatomicum, Hortus medicus u. Laborator. chymicum … in Altdorf, in: SB d. Physikal.-med. Societät zu Erlangen, 1964/69, S. 4-17;
    ders., Zur Gesch. d. Doctorgartens od. Hortus medicus d. ehem. Nürnberger Univ. Altdorf, in: Erlanger Bausteine 11, J. h. 1964, S. 31-44 (Abb., W);
    Zedler 14;
    Jöcher II;
    Pritzel.

  • Autor/in

    Heinz Röhrich
  • Empfohlene Zitierweise

    Röhrich, Heinz, "Jungermann, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 683 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117238333.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Jungermann: Ludwig J., geb. den 4. Juli 1572 in Leipzig, war von 1614—1624 Professor der Botanik in Gießen und darauf in Altdorf, woselbst er am 8. Juni 1653 starb. Er gehörte zu denjenigen deutschen Botanikern der vorlinné'schen Zeit, die, indem sie mit Vorliebe sich der botanischen Durchforschung einzelner, kleinerer Gebiete widmeten, für den späteren Ausbau der Wissenschaft, namentlich für die mit Linné beginnende Entwicklung der Systematik, manches Werthvolle beigetragen haben. So war eine der ersten Localfloren (wenn auch der Name Flora erst von Linné eingeführt wurde) Jungermann's „Pflanzenkatalog für Altdorf und Umgegend“ (1615) und für Gießen (1623). An beiden Orten errichtete er botanische Gärten und hinterließ bei seinem Tode ein Herbarium von nahezu 2000 Pflanzen. Ob er auch bei der Herstellung des ersten in Deutschland erschienenen botanischen Prachtwerkes, Besler's Hortus Eystettensis, Norimberg. 1613, behülflich gewesen ist, bleibt zweifelhaft. Sein Name bleibt der Wissenschaft in der Lebermoosgattung Jungermannia erhalten. — Ein Verzeichniß von Jungermann's Schriften findet sich in Pritzel's Thes. literat. bot.

  • Autor/in

    Wunschmann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wunschmann, Ernst, "Jungermann, Ludwig" in: Allgemeine Deutsche Biographie 14 (1881), S. 711 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117238333.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA