Lebensdaten
1815 bis 1881
Geburtsort
Güns (Ungarn)
Sterbeort
Lainz bei Wien
Beruf/Funktion
Bankier ; Mäzen
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 117225746 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schey von Koromla, Friedrich Freiherr (seit 1869)
  • Schey, Friedrich Ritter von (1863-1869)
  • Schey, Friedrich von (1859-1863)
  • mehr

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Schey, Friedrich Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117225746.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Philipp (1798–1881, österr. Adel 1859 mit Prädikat „Edle v. Koromla“, Rr. 1863, Frhr. 1871), aus G., Großhändler, Großgrundbes., Philanthrop, Rr. d. Eisernen Kronenordens II. Kl. (s. ÖBL);
    M Fanny Lackenbach ( 1863);
    1) 1839 Emilie (1817–40), T d. J. Landauer ( 1855), Großhändler in W., 2) 1840 Charlotte Landauer (1820–42), Schw d. 1. Ehefrau, 3) 1846 Hermine Landauer (1822–1904), Schw d. ersten beiden Ehefrauen;
    1 T aus 1) Emma (Emmy) (1840–1913, 1] Anton Frhr. v. Worms, 1864, Bankier, 2] Joseph Unger, 1828–1913, Dr. iur. et phil., Prof. d. österr. Privatrechts in W., 1871-79 lib. Min. im Kab. Auersperg, Präs. d. k. k. Reichsger., Ehrenmitgl. d. Österr. Ak. d. Wiss., k. u. k. GR, s. BJ 18, S. 187-215 u. Tl.; Hist. Lex. Wien; NDB 20*), 5 S aus 3) u. a. Josef (s. 2), Paul (* 1854, Evelina Landauer. * 1859, aus London), auf Kövecses (Ungarn), Präs. d. Verw.rats d. Vöslauer Kammgarnfabrik, Mitgl. d. Verw.rats d. Österr. Kreditanstalt f. Handel u. Gewerbe, d. Wiener Handelsak. u. d. Barcs-Pakraczer Eisenhahn, Moritz (* 1867, Irene Landauer, * 1868, aus Triest), k. u. k. Gen.konsul in Madrid, 2 T aus 3) Charlotte (* 1851, Gustav Przibram, Ps. Hans Walter, 1904, Fabr. in Prag u. W., Schriftst., Abg. d. böhm. LT, s. NDB 20*), Mathilde (1861–1940, Adolf Lieben, 1836–1914, Prof. d. Chemie in W., s. NDB 14);
    E Philipp (* 1881, 1906-21 Lili, 1883–1929, s. Frankfurter Ztg. v. 19.1.1929, T d. Maximilian Frhr. v. Goldschmidt-Rothschild, 1843–1940, preuß. Adel 1903, preuß. Frhr. 1907, Bankier, k. u. k. Gen.konsul, Mitgl. d. preuß. Herrenhauses, s. NDB VI*, Schw d. Rudolf v. Goldschmidt-Rothschild, * 1881, s. NDB 13*), Hans Przibram (1874–1944), ao. Prof. f. experimentelle Zool. in W. (s. NDB 19).

  • Leben

    S. besuchte das Gymnasium in Güns, anschließend das juridische Lyzeum in Odenburg (Ungarn) und wurde 1831/32 am Polytechnikum in Wien ausgebildet. 1835 im Wiener Bankhaus Wertheimstein tätig, kehrte er in das väterliche Handelshaus zurück. 1839 wurde er Teilhaber seines Schwiegervaters und gründete nach dessen Tod 1855 in Wien die Firma „Friedrich Schey, k. k. priv. Großhändler“, die sich vorerst vornehmlich mit dem Handel mit Textilien und auch, wie damals üblich, Geldgeschäften widmete. Durch seine Verbindungen v. a. zu Ehzg. Albrecht, dessen Bankier er war, erhielt er Zugang zu gewinnträchtigen Großaufträgen der ksl. Armee. Seit 1854 Direktor der „Vöslauer Kammgarnfabrik“, förderte er auch die Seidenraupenzucht in Ungarn. Eine wichtige Rolle spielte er v. a. in Banken und Eisenbahngesellschaften: 1859-61 Verwaltungsrat der niederösterr. Escompte-Ges., 1861-69 mit kurzer Unterbrechung 1866 (wg. Nichtbestätigung seiner Wiederwahl durch Ks. Franz Joseph I.) Direktor der österr. Nationalbank, 1865 Verwaltungsrat der Rückversicherungsgesellschaft „Securitas“, seit 1869 Vizepräsident. 1856 Verwaltungsrat der Theißbahn und der Kaiserin-Elisabeth-Bahn (1861 Präs.), war er führend beteiligt an den Verhandlungen zur Verstaatlichung letzterer. Er gehörte den Syndikaten an, die führende Bankhäuser wie „S. M. von Rothschild“ im Eisenbahnbau schlossen. S. war Präsident der Wiener Handelskammer und Förderer und erster Präsident der ersten Wiener Handelsakademie (1857). Selbst musisch interessiert und Gemälde- und Büchersammler, förderte er in Wien auch kulturelle Institutionen wie den Bau des Musikvereinsgebäudes (1867–70), des Künstlerhauses (1865–68) und des Stadttheaters (1871/72), dessen Präsident er seit der Gründung war. 1860 erhielt er das Bürgerrecht der Stadt Wien.|

  • Auszeichnungen

    zahlr. ausländ. Orden, u. a. Kommandeur- bzw. Rr.kreuze v. Mexiko, Frankreich, Brasilien, Rußland; Orden d. Eisernen Krone III. Kl. (1862).

  • Literatur

    A. Spitzmüller, „… und hat auch Ursach es zu lieben“, 1955, S. 328, 404;
    H. Jäger-Sunstenau, Die geadelten Judenfam. im vormärzl. Wien, Diss. Wien 1950, S. 250 f., 168 f.;
    R. Granichstaedten-Czerva, J. Mentschl u. G. Otruba, Altösterr. Unternehmer, 1969, S. 113;
    W. O. McCagg, Jewish Nobles and Geniuses in Modern Hungary, 1972, S. 123 f.;
    H. Tietze, Die Juden Wiens, 21987, S. 213;
    S. Beller, Vienna and the Jews 1867-1938, 1989, S. 23;
    J. Mentschl, Österr. Unternehmertum d. 19. Jh. in seiner Selbstdarst., in: Unternehmer u. Unternehmen, FS f. Alois Brusatti, hg. v. d. Österr. Ges. f. Unternehmensgesch., 1989, S. 144, 146;
    K. Röschitz, Wiener Weltausst. 1873, 1989, S. 51, 54, 143;
    P. Eigner u. A. Helige (Hg.), Österr. Wirtsch.- u. Soz.gesch. im 19. u. 20 Jh., 1999, S. 66;
    Wurzbach;
    Engel u. Rotter (Hg.), Biogr. Lex. d. Wiener Weltausst. 1873, 1873, S. 106 f. (P);
    Hist. Lex. Wien (Scheypalais);
    ÖBL;
    Österr. Lex.;
    Personenlex. Österr.;
    GHdA 125, Adelslex. XII, 2001, S. 407 f.; |

  • Quellen

    Qu Österr. StA, Allg. Verw.archiv, Adelsakt Friedrich Schey; Wiener Stadt- u. Landesarchiv, Handelsger. Verlassenschaften 1881/45.

  • Autor/in

    Josef Mentschl
  • Empfohlene Zitierweise

    Mentschl, Josef, "Schey, Friedrich Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 718-719 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117225746.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA