Lebensdaten
1841 bis 1893
Geburtsort
Kreuznach
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Geologe
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 11722118X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lossen, Karl August

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Zitierweise

Lossen, Karl August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11722118X.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Valentin (1803–84), Dr. med., Geh. Sanitätsrat, prakt. Arzt in Kirn, dann in Kreuznach, S d. Anselm (1758–1821), KR, Jurist, Leiter d. Sayner Hütte, u. d. Gertrude Hoflmann;
    M Charlotte (1805–44), T d. Hüttendir. Elias Mayer in Asbach u. d. Elise Koester;
    Ov Karl Maximilian (s. 1);
    B Wilhelm (s. 4);
    - Wiesbaden 1870 Therese (1839–1916), T d. Hüttenherrn Joseph Gotthard Lossen (1795–1866) u. d. Maria Anna Cathrein;
    1 S, 2 T, u. a. Wilhelm (* 1873, 1916), Bergwerksdir. d. Berginspektion König in Neunkirchen/Saar.

  • Leben

    L. besuchte 1850-59 das Gymnasium in Kreuznach. Nach zwei Jahren praktischer Tätigkeit als Bergexpectant im Siegenschen und Saarbrückenschen Revier bezog er 1861-63 die Univ. Berlin, wo er u. a. bei G. u. H. Rose, E. Beyrich, K. Rammeisberg und E. Mitscherlich hörte. 1863/64 studierte er bei W. H. Heinz und H. Girard in Halle und wurde dort 1866 mit einer Arbeit über geologische Untersuchungen seiner Heimat promoviert. L. ordnete die serizitreichen Schiefer des Taunus der Metamorphose unterdevonischer Sedimente zu. Er wurde von Beyrich und Hautecorne in Berlin als Hilfsgeologe angenommen und begann im Harz zu kartieren. Die metamorphen Schichten konnte er durch den Kontakt mit Graniten und Diabasen erklären. Er erkannte die Einwirkung von mechanischen Kräften auf die Struktur der Gesteine, die er mit „Dynamometamorphose“ bezeichnete. 1870 übernahm er als Privatdozent die Lehrtätigkeit für Petrographie an der Universität und der Bergakademie Berlin. 1873 stellte ihn die neue Preuß. Geologische Landesanstalt als Landesgelogen für die Kartierung und Untersuchung des Harzes ein, der er sich sorgfältig und ideenreich bis zu seinem Tode widmete und worüber er mit zahlreichen Karten und Publikationen, vor allem bei der Deutschen Geologischen Gesellschaft, berichtete. Er erkannte zuerst die verschiedenartige Ausbildung ein und desselben Magmas unter wechselnden Erstarrungsbedingungen; ausgehend davon, versuchte er auch, eine neue Systematik der Eruptivgesteine aufzustellen. 1871 hatte er vom Berliner Magistrat den Auftrag zur umfassenden Untersuchung des Untergrundes der Stadt erhalten, der einen detaillierten Einblick in die Diluvialschichten gab. Nach 1880 publizierte er hauptsächlich über Kontakt- und Dynamometamorphose, über die Harz-Geologie, über Eruptiva im Nahegebiet und über petrographische Systematik. 1880 wurde er zum ao. Professor der Univ. Berlin ernannt.

  • Werke

    u. a. Geognost. Beschreibung d. linksrhein. Fortsetzung d. Taunus (Diss. Halle 1866), in: Zs. d. Dt. Geolog. Ges. 19, 1867, S. 509-700;
    Der Bodegang im Harz, ebd. 26, 1874, S. 856-906;
    Geognost. Übersichtskarte d. Harzes 1: 100 000, 1877;
    Der Boden d. Stadt Berlin, 1879;
    Geolog. u. petrograph. Btrr. z. Kenntnis d. Harzes, in: Jb. d. Geolog. Landesanstalt f. 1881, S. 1-50;
    Über d. Auftreten metamorph. Gesteine, ebd. 1884, S. 58-112.

  • Literatur

    G. Berendt, in: Jb. d. Preuß. Geolog. Landesanstalt f. 1893, Bd. 14, 1894, S. LXVII-LXXX (P);
    E. Kayser, in: Neues Jb. f. Mineralogie 1893, II, Beil. (W-Verz.);
    R. Scheibe, in: Zs. f. prakt. Geol. 1893, S. 171 f.;
    W. H. Hudleston, in: Quarterly Journal of the Geological Society of London 50, Proceedings Session 1893/94, 1894, S. 54 f.;
    P. Ramdohr, in: DSB VIII, S. 511;
    Pogg. III, IV.

  • Autor/in

    Ekkehard Preuß
  • Empfohlene Zitierweise

    Preuß, Ekkehard, "Lossen, Karl August" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 201 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11722118X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA