Lebensdaten
1838 bis 1906
Geburtsort
Kreuznach
Sterbeort
Aachen
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 117221260 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lossen, Wilhelm
  • Lossen, Wilhelm Clemens

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Zitierweise

Lossen, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117221260.html [20.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Karl August (s. 2);
    - Aachen 1868 Maria (1837–1908), T d. Andreas Pelzer, Appellationsgerichtsrat in Köln, Mitgl. d. Landtags, u. d. Bernhardine Vüllers;
    1 S Josef (1876–1950), Dr. med., Ltd. Arzt d. Inneren Abt. am Brüderkrankenhaus in Koblenz, 1911 Chefarzt am St. Josefs-Spital in Bochum (s. Fischer).

  • Leben

    L. nahm nach Besuch des Gymnasiums 1857 das Chemiestudium in Gießen auf; 1859 wechselte er nach Göttingen, wo er bei Wöhler und Weber hörte. 1862 wurde er mit einer Arbeit über die Struktur des Cocains promoviert und ging dann als Assistent zunächst nach Karlsruhe zu K. Weltzien, 1864 zu W. Heintz nach Halle. Da dort nur ev. Dozenten zugelassen wurden, ging er nach Heidelberg, wo er sich 1866 habilitierte und 1870 zum ao. Professor ernannt wurde. 1877 folgte er einem Ruf als o. Professor der Chemie an die Univ. Königsberg, wo er bis zu seiner Emeritierung (1903) wirkte. Seit 1904 lebte er in Heidelberg und zuletzt in Berlin. – L. war ein glänzender Experimentator, dem zahlreiche wichtige Befunde über den Bau und das Verhalten bisher unbekannter chemischer Verbindungen zu verdanken sind. In seinen ersten Arbeiten befaßte er sich mit der Strukturaufklärung von Cocain und Atropin, die besonders beim Cocain grundlegende Erkenntnisse lieferten. Auf seine weitere Tätigkeit wirkte sich die von ihm 1865 gemachte Entdeckung des Hydroxylamins (auch „Oxyammoniak“) aus, das er bei der Reduktion von Salpetersäureestern mittels Zinn und Salzsäure als neue Substanz (Typ einfach oxidiertes Ammoniak) erhielt. Die Untersuchung dieses Grundkörpers und seiner organischen Derivate machen einen wesentlichen Teil von L.s Lebenswerk aus. Seine Untersuchungen über die Umsetzungsreaktionen zwischen Carbonsäurehalogeniden und Hydroxylamin, die über Isocyanate als Zwischenstufe zu primären Aminen führen, sind als Lossen-Abbau in den Methodenkatalog der Organischen Chemie eingegangen. Weitere Arbeiten L.s waren der Klasse der Amidine und dem Verhalten der Dibrombernsteinsäure gewidmet.

  • Werke

    u. a. Unterss. üb. Cocain, in: Liebigs Ann. d. Chemie 121, 1862, 133, 1865;
    Unterss. üb. Atropin, ebd. 131, 1864, 138, 1866;
    Halogenierte aliphat. Säuren, ebd. 342, 1905, 348, 1906;
    Ausbildung u. Examina d. Chemiker, 1897.

  • Literatur

    Lassar-Cohn, in: Berr. d. Dt. Chem. Ges. 40, 1907, S. 509 f. (W, P);
    H. Krauch u. W. Kunz, Reaktionen d. organ. Chemie, 31966, S. 282 f.;
    BJ (Tl.);
    Pogg. III-V.

  • Autor/in

    Claus Priesner
  • Empfohlene Zitierweise

    Priesner, Claus, "Lossen, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 202 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117221260.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA