Lebensdaten
1895 bis 1967
Geburtsort
Berlin
Beruf/Funktion
Turkologe ; Islamwissenschaftler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117184357 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Scheel, Friedrich August Helmuth
  • Scheel, Helmuth
  • Scheel, Friedrich August Helmuth

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Zitierweise

Scheel, Helmuth, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117184357.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Rechnungsrat im preuß. Justizdienst in. B., S e. Kaufm. in B.;
    M Katharina Büttner, T e. Kaufm. in B.;
    Ur-Gvv ? Johann Ferdinand (1767–1833), ghzgl. meckl.-schwerin. Oberamtmann in Güstrow (s. NND XI, 1835); – ledig.

  • Leben

    Nach dem Besuch einer Oberrealschule in Berlin war S. seit 1914 im mittleren Justizdienst tätig und begann gleichzeitig, Türkisch zu lernen. Noch im selben Jahr zum Kriegsdienst einberufen, legte er 1916 am Seminar für Oriental. Sprachen in Berlin die Dolmetscherprüfung für Türkisch ab und wurde im weiteren Kriegsverlauf meist in der Türkei eingesetzt. 1919 holte er in Berlin das Abitur nach, absolvierte 1921 die Prüfung als Gerichtsschreiber und trat im selben Jahr in den Dienst des Auswärtigen Amts, welcher ihm zahlreiche Auslandsaufenthalte ermöglichte. Daneben nahm S. das Studium der oriental. Sprachen auf, das er nach seiner|Anstellung als Hilfsarbeiter im Preuß. Kultusministerium 1926 fortsetzte (Dr. phil. Greifswald 1928). 1933 wurde er mit einem Lehrauftrag für türk. Urkundenwesen nebenamtlich zum Dozenten am Seminar für Oriental. Sprachen in Berlin, 1938 zum wissenschaftlichen Beamten mit dem Titel Professor an der Preuß. Akademie der Wissenschaften bestellt, deren Verwaltungsleitung er seit dem folgenden Jahr als Direktor übernahm. Seit 1940 mit Lehrauftrag an der Univ. Berlin (1941 Honorarprof.), folgte S. 1946 einem Ruf auf die neueingerichtete o. Professur für Islam. Philologie und Islamkunde an der Univ. Mainz (1953/54 Dekan, 1947-55 Leiter d. Akad. Auslandsamts, 1955/56 Prorektor, 1963 em.). Beim Aufbau des dortigen Seminars für Orientkunde, dessen Direktor er war, kam ihm sein Organisationstalent zugute.

    Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit lag auf dem Gebiet der türk. Sprache und Geschichte, für welche er durch Bearbeitung und Edition zahlreicher osman. Urkunden bisher unzugängliche Quellen erschloß. Auf S.s Betreiben wurde 1948 die Dt. Morgenländ. Gesellschaft neugegründet, deren Erster Geschäftsführer er 1939-44 gewesen war. Darüber hinaus hatte S. entscheidenden Anteil an der Gründung der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz und bekleidete 1949-67 das Amt ihres Generalsekretärs; 1951 rief er die renommierte Schriftenreihe der Veröffentlichungen der Oriental. Kommission der Akademie ins Leben und initiierte das ebenfalls von der Mainzer Akademie betreute Standardwerk der „Philologiae Turcicae Fundamenta“ (2 Bde., 1958/64).|

  • Auszeichnungen

    Kurator d. Max Frhr. v. Oppenheim-Stiftung (1941); Mitgl. d. Ak. d. Wiss. u. d. Lit., Mainz (1949) u. d. Dän. Ak. d. Wiss. (1957); Dr. h. c. (Dijon 1957); Mitgl. d. Dt. Archäol. Inst.; Secrétaire général d. Union Internat. des Orientalistes (1957); Gr. BVK (1965).

  • Werke

    u. a. Die Schreiben d. türk. Sultane an d. preuß. Könige in d. Zeit v. 1721 bis 1774 u. d. ersten preuß. Kapitulationen vom J. 1761, 1930 (Diss.);
    Preußens Diplomatie in d. Türkei 1721-1774, 1931;
    Die staatsrechtl. Stellung d. ökumen. Kirchenfürsten in d. alten Türkei, in: Abhh. d. Preuß. Ak. d. Wiss., Phil.-hist. Kl., 1942, Nr. 9;
    Osman. Gesch. v. 1774 bis 1918, in: Hdb. d. Orientalistik, Abt. 1, VI/3, 1959, S. 47-69;
    Hg.:
    Zs. d. Dt. Morgenländ. Ges. 93-102, 1939-52.

  • Literatur

    FAZ v. 9.6.1967;
    H. S. 1895-1967, Würdigung durch d. Phil. Fak. d. Johannes Gutenberg-Univ. Mainz, 1968 (Bibliogr., S. 25-32);
    J. Benzing, in: Jb. d. Ak. d. Wiss. u. d. Lit. [Mainz] 1968, S. 48-50;
    E. Wagner, in: Zs. d. Dt. Morgenländ. Ges. 118, 1968, S. 1-13 (Bibliogr., P);
    Klimesch (P); BBKL (W);.|

  • Quellen

    Qu: Archiv d. Univ. Mainz (P); Archiv d. Berlin-Brandenburg. Ak. d. Wiss. (dienstl. Akten).

  • Autor/in

    Walter W. Müller
  • Empfohlene Zitierweise

    Müller, Walter W., "Scheel, Helmuth" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 604-605 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117184357.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA