Lebensdaten
1892 bis 1967
Geburtsort
Gräfenhainichen (Provinz Sachsen)
Sterbeort
Wiesbaden
Beruf/Funktion
Verleger
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 140239782 | OGND | VIAF: 103778223
Namensvarianten
  • Steiner, Franz Karl
  • Steiner, Franz
  • Steiner, Franz Karl
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Zitierweise

Steiner, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140239782.html [20.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Buchdrucker in G.;
    M N. N.;
    1923 Käthe N. N.;
    1 S Claus (1923–92, Dr., Kaufm., leitete 1967–71 d. väterl. Verlag, 1968–74 Vors. d. Hess. Verleger- u. Buchhändler-Verbandes;
    N evtl. Hans Rotta (1921–2008, aus Wuppertal-Elberfeld, 1947–67 Redakteur d. Zs. „Universitas“, seit 1948 d. „Naturwiss. Rdsch.“, Verlagsleiter d. Wiss. Verlagsges., d. Dt. Apotheker Verlags, d. S. Hirzel Verlags u. d. Franz Steiner Verlags, Ehrenförderer d. Leopoldina, Ehrenmitgl. d. Verbands Dt. Biologen, 1980–90 Schatzmeister d. Dt. Morgenländ. Ges. u. 1983–95 d. Dt. Ges. f. Elektronenmikroskopie, 1990 LorenzOken-Medaille (s. Wi. 2000; J.hh. d. Ges. f. Naturkde. in Württ. 164, 2008).

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums und einer Ausbildung zum Schriftsetzer trat S. als Einjährig-Freiwilliger in ein Feldartillerie-Regiment ein und nahm 1914–18 – zuletzt als Offizier – am 1. Weltkrieg teil. Danach arbeitete S. für kurze Zeit als Journalist und Redakteur, bevor er Teilhaber der von seinem Vater betriebenen Druckerei „C. Schulze & Co.“ in Gräfenhainichen wurde. Nach dem Tod des Vaters kaufte S. 1927 die Druckerei „A. Heine GmbH“ in Gräfenhainichen hinzu und übernahm gleichzeitig den Verlag „R. Herrosé“. Schon früh spezialisierte sich S. auf wiss. Druckaufträge, die er u. a. für die Preuß. Akademie der Wissenschaften in Berlin ausführte. Im „R. Herrosé“ Verlag verlegte S. bis 1945 insbesondere Fachliteratur aus den Bereichen Technik und Industrie.

    Kurz nach Kriegsende 1945 verließ S. Gräfenhainichen, das nun in der Sowjet. Besatzungszone lag, und etablierte 1946 in Wiesbaden – nach Lizenzierung durch die amerik. Militärregierung für Hessen – eine neue Druckerei, die „Wiesbadener Graphischen Betriebe“. Durch die vielen Geschäftskontakte aus der Zeit vor 1945 verfügte S. über eine gute wirtschaftliche Ausgangsbasis für sein Unternehmen. Besonders bedeutsam wurde die seit 1936 bestehende Bekanntschaft mit dem Turkologen und Islamwissenschaftler Helmuth Scheel (1895–1967), der 1949–67 Generalsekretär der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz war. S. gründete am 30. 4. 1949 den „Franz Steiner Verlag“, der in Kommission zunächst die Publikationen der Mainzer Akademie und der Dt. Morgenländischen Gesellschaft verlegte. In den folgenden Jahren kamen neben Druckaufträgen für die Dt. Forschungsgemeinschaft zahlreiche wiss. Zeitschriften, Reihen und Monographien hinzu, v. a. aus den Fachgebieten Geschichte, Altphilologie, Orientalistik und Geographie (Hermes, Historia, Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Geographische Zeitschrift). Unter S.s Leitung entwickelte sich das Unternehmen zu einem der renommiertesten geisteswiss. Fachverlage im Nachkriegsdeutschland. Neben seiner Tätigkeit als Verleger war S. seit 1948 bis zu seinem Tod als Schatzmeister im Vorstand der Dt. Morgenländischen Gesellschaft tätig.

    Nach S.s Tod übernahm sein Sohn Claus die Leitung des Verlages und veräußerte ihn 1971 an die Athenäum-Verlagsgruppe. 1974|wurde der „Franz Steiner Verlag“ von der Verlagsgruppe „Deutscher Apotheker Verlag“ übernommen, 1984 der Sitz des Verlages von Wiesbaden nach Stuttgart verlegt.

  • Auszeichnungen

    A Mitgl. d. Dt. Morgenländ. Ges. (1948, Schatzmeister 1948–67).

  • Literatur

    H. R. Roemer, in: Zs. d. Dt. Morgenländ. Ges. 118, 1968, S. 219–23 (P);
    B. Sticker, Wiss. Verlag u. Forsch.planung, F. S. z. 75. Geb.tag, in: Börsenbl. f. d. Dt. Buchhandel, Frankfurter Ausg., Nr. 60 v. 28. 7. 1967, S. 1600–02;
    Sabine Hofmann, Gräfenhainichen u. d. Buchdruck, Zur Gesch. Gräfenhainichens u. z. Gesch. d. Buchdrucks, 1997;
    Dok. dt.sprach. Verlage, hg. v. G. Olzog u. J. Hacker, 121995;
    LGB2;
    Qu
    Archiv Verlagsgruppe Dt. Apotheker Verlag, Stuttgart (P).

  • Autor/in

    Volker Bendig
  • Empfohlene Zitierweise

    Bendig, Volker, "Steiner, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 181-182 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140239782.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA