Lebensdaten
1889 bis 1961
Geburtsort
Helmstedt
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Redakteur ; Journalist ; Schriftsteller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117171751 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller-Jabusch, Maximilian

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Zitierweise

Müller-Jabusch, Maximilian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117171751.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich Müller, Justizobersekr.;
    M Elisabeth Jabusch;
    1918 Erna ( 1945, KZ Ravensbrück, kath.), T d. Fabrikbes. Georg Wolff;
    1 S.

  • Leben

    Nach Gymnasium und einer Lehre als Exportkaufmann machte sich bei M. früh eine journalistisch-literarische Neigung geltend. Schon der Student der Kunstgeschichte (in Halle, München und Berlin) übertrug einen altjapan. Roman nach engl. Vorlage ins Deutsche, redigierte eine Zeitschrift der Freien Studentenschaft und arbeitete gelegentlich für Zeitungen. 1914 holte ihn Ernst Wallenberg als Lokalredakteur zur „Vossischen Zeitung“.1915 wurde der Ungediente als Armierungssoldat eingezogen und kam als Schreiber zum Armee-Oberkommando 8 in Schaulen und Mitau. In Bibliotheken der Etappe entstand der „Thersites“. Im Herbst 1918 redigierte M. die Korrespondenz „Balt.-Litauische Mitteilungen“ in der von Friedrich Bertkau geführten Presseabteilung Ober-Ost in Kowno. Nach Berlin heimgekehrt, leitete M. 1919-22 das Pressereferat der Deutschen Liga für Völkerbund. Großes Aufsehen erregte er im Kampf gegen den Versailler Vertrag, als er die zunächst geheimgehaltenen Friedensbedingungen in Deutschland und im Ausland bekannt machte.

    Nach einer Redakteurstätigkeit im Dammert-Verlag, einem renommierten Korrespondenzbüro, machte sich M. 1923-27 als Außenpolitiker und Leitartikler des „Berliner Tageblatts einen Namen. Teils unter Pseudonym ließ er literarisch-kritische Arbeiten, u. a. als „Martin Bern“ in Siegfried Jacobsohns „Weltbühne“, erscheinen. Sein für publizistische Arbeit unentbehrliches Nachschlagewerk „Politischer Almanach“ (1923, seit 1929 u. d. T. „Handbuch des öffentlichen Lebens“) erlebte bis 1931 sechs Auflagen. Die Deutsche Welle strahlte 1927-33 monatlich seine „Weltpolitische Stunde“ aus. 1927 berief ihn die Deutsche Bank zum Pressechef. Neben der Tagesarbeit verfaßte er Biographien von Bankiers (Oscar Schlitter, 1938; Franz Urbig, 1939, Neudr. 1954) und andere Werke zur Wirtschaftsgeschichte. 1940 als „jüdisch Versippter“ entlassen, lebte M. als Privatgelehrter. Wie schon im 1. Weltkrieg entstanden nun kulturgeschichtliche Studien (Götzens Grober Gruß, 1941, 1956), ehe M. in ein Zwangsarbeitslager eingewiesen wurde. Auch soll M. für die Wochenzeitung „Das Reich“, gedeckt vom Leiter des Wirtschaftsteils, John Brech, und vom Hauptschriftleiter Eugen Mündler, zahlreiche Unternehmerporträts verfaßt haben.

    1945 machten ihn die Sowjets zum Chefredakteur der CDU-Zeitung „Thüringer Tageblatt“ in Weimar. Bald wich M. den Repressionen der Besatzungsmacht. Im Oktober 1946 reiste er, angeblich vom CDU-Funktionär Georg Dertinger dazu bewogen, nach West-Berlin, wo die Amerikaner ihm und Hans Sonnenfeld umgehend die Lizenz für eine neuzugründende Zeitung erteilten. Bis zu seinem Lebensende blieb M. Herausgeber und Chefredakteur der Boulevardzeitung „Der Abend“, wenngleich er sich in den letzten Jahren aufgrund von Krankheit und internen Querelen aus der Tagesarbeit stark zurückzog. Sein Wirken trug ihm Verleumdungen, bis hin zu Mordbezichtigungen aus dem Osten, ein. 50 Jahre lang hat M. Material für ein – ungedruckt gebliebenes – „Großes Kuriositätenkabinett der Weltliteratur“ gesammelt. Vor allem daraus ließ er jährlich Privatdrucke erscheinen.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Schutzverbands dt. Schriftst. u. d. PEN-Clubs; Sprecher d. Berliner Pressekonferenz, Vors. d. Berliner Presseclubs; Ehrenmitgl. d. Berliner Presseverbands; Gr. Bundesverdienstkreuz (1954).

  • Werke

    Weitere W u. a. Das Buch als Kampfmittel b. d. Friedensverhandlungen, 1920;
    50 J. Dt.-Asiat. Bank 1890-1939, 1940;
    Federvieh – Erlebtes, Erzähltes, Erlesenes, 1955;
    Druckerschwärze u. Papier, 1956;
    So waren d. Gründerjahre, 1957;
    Der Gotthard, d. sehr merkwürdige Gesch. d. Berges, der e. Staat gebar, 1958;
    Schwindel, e. literar. Spaziergang, 1958;
    Tarnkappe, Maske, Schminke, e. literar. Spaziergang, 1959;
    Kunststücke, e. literar. Spaziergang, 1960;
    Lb. dt. Bankiers aus fünf Jh., 1963 (mit E. Achterberg). – Übers.: Murasaki Shikibu, Die Abenteuer d. Prinzen Genji, 1912 (aus d. Engl. mit e. Einl.). – Hrsg.: Thersites, d. Erinnerungen d. dt.-balt. Journalisten Garlieb Merkel 1796-1817, 1921.

  • Literatur

    Industriekurier v. 16.12.1954;
    FAZ v. 14.12.1959;
    ebd. v. 9.1.1961;
    J. Leithäuser, Journalisten zw. zwei Welten, 1960;
    Der Tagesspiegel v. 7.1.1961 (P);
    Dt. Rdsch., 2, 1961, S. 106 f.;
    A. Rosen, M. M.-J., Biogr. e. Berliner Journalisten, unter bes. Berücksichtigung seiner Tätigkeit als Lizenzträger, Mithrsg. u. Chefredakteur d. Berliner Ztg. „Der Abend“. Mag.arb. München 1990 (P);
    Wi. 1922-51;
    Kosch, Lit.-Lex.3

  • Autor/in

    Heinz Starkulla jr.
  • Empfohlene Zitierweise

    Starkulla jr., Heinz, "Müller-Jabusch, Maximilian" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 501 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117171751.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA