Lebensdaten
1758 bis 1817
Geburtsort
Reisbach im Vilstal (Niederbayern)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Augustiner ; Mathematiker ; Physiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117129925 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Imhof, Maximus (bis 1808)
  • Imhof, Johann Evangelist (Taufname)
  • Imhof, Maximus von
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Zitierweise

Imhof, Maximus von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117129925.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann, aus Aschaffenburg, Schuhmacher u. Krämer in R.;
    M Regina Ziernbäurin.

  • Leben

    I. war wegen seiner bescheidenen Herkunft und der geringen finanziellen Mittel seiner Eltern frühzeitig auf eigenen Fleiß und eigene Begabung angewiesen, die er mit großem Erfolg bei seinen Gymnasial- und Lyzealstudien in Landshut einsetzte. 1780 trat er in München in den Augustinerorden ein. Nach der Priesterweihe (1782) war er 1786-90 an seinem Kloster Lektor der Philosophie, Mathematik und Physik, bis er 1791 den philosophischen mit dem theologischen Lehrstuhl auf höhere Weisung vertauschen mußte. 1791-1811 nahm er am Lyzeum in München eine Professur für Mathematik, Physik und Ökonomie wahr, die er nach vorübergehender Aufgabe (1798) aus gesundheitlichen Gründen 1811 endgültig niederlegte. I. übernahm darüber hinaus zahlreiche kirchliche und weltliche Ämter, wobei er sich vor allem der Gunst des Königshauses erfreute. Er wurde u. a. 1794 Provinzialsekretär seines Ordens, 1798 Kloster-Prior, trat jedoch nach Aufhebung seines Klosters 1802 mit päpstl. Einverständnis aus dem Orden aus und in den Weltpriesterstand über. 1790 wurde er o. Mitglied der Akademie der Wissenschaften in München, wo ihm 1792 der öffentliche Lehrstuhl für Experimentalphysik und Chemie übertragen wurde. Seit 1800 war I. Direktor der physikal. Klasse, seit 1802 auch Bibliothekar der mit der Akademie der Wissenschaften vereinigten Hofbibliothek. Auf seine Vorlesungen am Lyzeum bzw. der Akademie gehen die meisten seiner größeren Veröffentlichungen zurück. Dem angesehenen und erfolgreichen Lehrer wurde 1800 die physikalische Unterweisung mehrerer Prinzen und Prinzessinnen anvertraut, u. a. der späteren Kaiserin Charlotte von Österreich. Seit Beendigung seiner Lehrtätigkeit widmete er sich ganz der wissenschaftlichen Arbeit an der Akademie – er war Konservator der physikalischen Sammlung – und machte sich insbesondere um die Verbreitung von Blitzableitern verdient.

  • Werke

    Positiones logicae, metaphysicae et mathematicae, 1789;
    Theoria electricitatis recentioribus experimentis stabilita, 1790;
    Principia prima de veritate religionis christiano-catholicae …, 1791;
    Epitome institutionum physices et matheseos applicatae, 1792, 21796;
    Über d. Verbesserung d. physikal. Klimas Baierns …, 1792;
    Selectus theorematum ac problematum ex institutionibus physicis …, 1793;
    Grundriß d. öffentl. Vorlesungen üb. d. Experimental-Naturlehre, 2 T., 1794 f., 21804;
    Institutiones physices, quas in usum auditorum suorum elucubravit, 1796;
    Anfangsgründe d. Chemie z. Gebrauch f. öffentl. Vorlesungen …, 1802;
    Über d. Schießen gegen herumziehende Donner- u. Hagelwetter, 1812;
    Theoret.-prakt. Anweisung z. Anlegung u. Erhaltung zweckmäß. Blitzableiter, 1816.

  • Literatur

    ADB 14;
    Nekr. d. … M. v. I., 1817 (W, P);
    C. Baader, in: Zs. f. Baiern u. d. angränzenden Gebiete 2, 2. Bd., 1817, S. 370-75 (W);
    Pogg. I.

  • Portraits

    Gem. v. G. Edlinger;
    Kupf. v. C. W. Bock, 1800, Abb. in: Slg. v. Bildnissen gel. Männer u. Künstler hrsg. v. J. Ph. Moser, 2. T., 1802;
    Kupf. v. J. Rauschmayr (München, Staatl. Graph. Slg.), Abb. in: Geist u. Gestalt, Biogr. Btrr. z. Gesch. d. Bayer. Ak. d. Wiss., III, 1959;
    L. E. Grimm, Abb. im Nekr., s. L.

  • Autor/in

    Eberhard Knobloch
  • Empfohlene Zitierweise

    Knobloch, Eberhard, "Imhof, Maximus von" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 153 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117129925.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Imhof: Maximus v. J., geb. am 26. Juli 1758 zu Reißbach im Vilsthal in Niederbaiern als Sohn eines Schuhmachers, trat nach Vollendung seiner Gymnasial- und Lycealstudien zu Landshut im J. 1780 zu München in den Augustinerorden, lehrte in seinem Kloster von 1786—91 Physik, Mathematik und Philosophie. In letzterem Jahre veröffentlichte er seine „Theoria electricitatis recentioribus experimentis stabilita“ (München 1790), mußte aber, nicht nach seinem Wunsche, sondern auf Befehl seiner Oberen, den Lehrstuhl der Physik mit demjenigen der Theologie vertauschen, welchen er übrigens nur anderthalb Jahre inne hatte. Denn nachdem er 1790 Mitglied der physikalischen Klasse der Akademie der Wissenschaften geworden, wurde er 1791 zum Professor der Physik und Mathematik am kurfürstlichen Lyceum ernannt und 1792 auf den von der Akademie errichteten öffentlichen Lehrstuhl für Vorlesungen aus der Experimentalphysik und Chemie berufen. Zum Gebrauche seiner Zuhörer verfaßte er einen „Grundriß der öffentlichen Vorlesungen über Experimental-Naturlehre“ (München 1794 u. 95, 2 Thle.); „Institutiones physices“ (ib. 1796); „Anfangsgründe der Chemie“ (ib. 1802). Im J. 1798 wurde er zum Prior seines Klosters gewählt. Im J. 1800 wurde er zum Director der physikalischen Klasse der Akademie der Wissenschaften ernannt und erhielt 1802 die zweite Bibliothekarstelle an der mit der Akademie vereinigten Hofbibliothek. In demselben Jahre trat er aus dem Augustinerorden aus und erhielt ein Canonicat an der Frauenkirche zu München. Nachdem er 1811 aus Gesundheitsrücksichten das Lehramt am Lyceum niedergelegt, setzte er seine besonders auch auf gemeinnützige Gegenstände gerichteten Studien eifrig fort; namentlich hat er sich um die Verbesserung und Verbreitung der Blitzableiter in Baiern, deren Aufstellung er 21 Jahre lang leitete, sehr verdient gemacht. Seine Erfahrungen über diesen Gegenstand hat er in dem Schriftchen „Theoretisch-praktische Anweisung zur Anlegung und Erhaltung zweckmäßiger Blitzableiter“ (München 1816) niedergelegt. Er starb zu München am 11. April 1817.

    • Literatur

      Zeitschrift für Baiern, 2. Jahrg., 2. Bd. S. 370, Münch. 1817. — Nekrolog des Max. v. Imhof, Münch. 1817.

  • Autor/in

    Lommel.
  • Empfohlene Zitierweise

    Lommel, "Imhof, Maximus von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 14 (1881), S. 56-57 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117129925.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA