Lebensdaten
1873 – 1944
Geburtsort
Aarau (Schweiz)
Sterbeort
Salzburg
Beruf/Funktion
Tunnelbautechniker ; Montanist ; Geologe
Konfession
calvinistisch
Normdaten
GND: 132007339 | OGND | VIAF: 72541266
Namensvarianten
  • Imhof, Karl
  • Imhof, K.
  • Imhof, Carl

Orte

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Zitierweise

Imhof, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd132007339.html [17.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst Traugott Louis (1840–1904), Kaufm. S d. Dr. med. Karl Gottlieb (1797–1864) u. d. Karoline Hünerwadel v. Lenzburg;
    M Anna Ida Georgina Aman (1847–1928) aus Livorno;
    1) Prag 1899 Wilhelmine Ludovika (1872–1942), T d. Ludwig Toma aus Budweis u. d. Ernestine Löwe, 2) Salzburg 1940 Martha Maria Kuzmanović, geb. Megusar (1874–1963);
    3 S aus 1).

  • Biographie

    I., der bereits vor seinem Studium als Techniker beim Bau einer Lokalbahn in Böhmen tätig war, absolvierte die TH Zürich (1893–95) und München (Diplomingenieur für das Baufach 1903). Er trat im Nov. 1901 in den Dienst der Staatseisenbahnbaudirektion Wien ein, wurde zunächst der Trassierung der Tauernbahn zugeteilt und 1902 zum ersten Tunnelbauführer für die Nordseite des Tauerntunnels in Böckstein bestellt. Als sich später die Bauarbeiten an der Südseite besonders schwierig gestalteten, ernannte man ihn zum Vorstandsstellvertreter der Tunnelbauleitung in Mallnitz (1906). Für seinen Einsatz beim Bau des Lötschbergtunnels wurde I. 1908 vom Eisenbahnbaudienst freigestellt; unter seiner Leitung erfolgte am 31.3. 1911 der Durchschlag des Scheiteltunnels. Während der Erbauung des Tauerntunnels hatte I. Gelegenheit zum Studium des alten Goldbergbaues im Sonnblickmassiv. Hierbei gewann er auf Grund der Vorstudien von R. Canaval die Überzeugung, daß das alte Tauerngoldfeld auf der Grundlage eines Massenbetriebes mittels eines großzügigen Tiefenbauprogramms aufs Neue bergmännisch erschlossen werden könnte. Dabei dürfte der Schwerpunkt der Aufschließungsarbeiten nicht am Radhausberg bei Böckstein liegen, wo der von der alten Gewerkschaft Radhausberg betriebene Gold- und Silberbergbau um 1907 vor seiner Einstellung stand, sondern in den Revieren Erzwies–Pochhart–Siglitz. I., der nach dem Abschluß der Tauernbahnerbauung (Bauzeit 1902–09) anscheinend ein neues Betätigungsfeld suchte, gewann für sein Vorhaben einen finanzkräftigen Landsmann (Fritz Mayer, Zürich). Nachdem dieser die Mehrheit der Kuxe der alten Gewerkschaft am Radhausberg erworben hatte, wurde 1907 eine neue Gewerkschaft Radhausberg gegründet. Das verfügbare Kapital sollte mehrjährige Aufschließungsarbeiten ermöglichen, darunter auch von I. geplante großzügige Unterfahrungen der alten Lagerstätten (der nach seinem Initiator benannte „Imhof-Unterbau“ wurde 1911/12 von Kolm-Saigurn ins Naßfeld vorgetrieben). Im April 1911 übernahm I. nach weiterer Beurlaubung vom Eisenbahndienst – die schließlich bis zu seiner Pensionierung (1920) ausgedehnt wurde – die Leitung der Gewerkschaft als Generaldirektor und begann, seine Pläne zu realisieren. Nach einer kurzen militärischen Verwendung während des 1. Weltkrieges führte I. den Bergbau weiter und nahm 1919 seine Tätigkeit als Bergbaudirektor wieder auf. Jedoch stellten sich erhebliche Finanzierungsschwierigkeiten ein, und der von I. konzipierte Großbetrieb konnte nicht verwirklicht werden, auch die Hoffnungsbauten mußte man einstellen. Trotzdem gab es 1924 noch 350 Beschäftigte, und 1921-25 gewann man noch 237 kg Gold, 1 147 kg Silber sowie 746 t Arsen, 102 t Blei und 1 199 t Schwefel. Als der Betrieb 1925 infolge der sprunghaften Steigerung der Gestehungskosten eine negative Bilanz aufwies, legte I. die Führung des von ihm gegründeten Werkes nieder. Auch im Ruhestand wies er immer wieder auf den gewaltigen Edelmetallvorrat im „Sonnenblick-Lakkolithen“ der Hohentauern hin und propagierte in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen die Goldgewinnung im Massenbetrieb. 1938 übersiedelte er von Böckstein nach Salzburg. I., der sich zielstrebig|mit den beim Tunnel- und Eisenbahnbau erworbenen speziellen bergmännischen Erfahrungen der Verwirklichung eigener, montanistisch bedeutender Pläne zuwandte, in deren Mittelpunkt die Gewinnung einheimischer Edelmetallerze stand, zählt mit zu den großen Berg- und Hüttenleuten, die aus dem Alpenraum hervorgegangen sind.|

  • Auszeichnungen

    Oberbergrat (1922), Dr. techn. (1923).

  • Werke

    Der Durchschlag d. Lötschbergtunnels, in: Zs. d. Österr. Ing.- u. Architektenver. 63, 1911;
    Denkschr. f. d. Gewerkschaft Rathausberg üb. d. Stand u. Fortgang d. Aufschluß-Arb. in d. Bergbaurevieren „Rathausberg“ u. „Erzwies-Pochhart-Siglitz“, 1911;
    Denkschr. betr. d. Goldfeld d. Hohen Tauern im Sonnblick-Massiv, Kurze Darst. meiner heutigen Kenntnisse, 1921;
    Die Goldfelder d. Ostalpen, eine Zukunft?, in: Metall u. Erz, H. 22, 1931;
    Das Goldfeld d. Ostalpen u. s. Bedeutung f. d. Gegenwart, in: Berg- u. Hüttenmänn. Jb. 81, 1933;
    Das Adelsgesetz f. d. Goldfeld d. Hohen Tauern im Sonnblickmassiv, ebd. 82, 1934;
    500 J. Gastein u. s. Goldbergbau, in: Festschr. z. 500-J.feier d. Welt-Kurortes Badgastein 1436-1936, 1936, S. 45-52. - W-Verz.
    im Archiv d. Erzbergbaues Radhausberg GmbH Böckstein-Salzburg (Ms.). - Autobiogr. (W-Verz.), 1941 (Ms., Landesarchiv Salzburg).

  • Literatur

    G. Mutschlechner, Aus d. 100j. Gesch. d. Gewerkschaft Radhausberg, in: Badgasteiner Badebl. Jg. 1968, Nr. 20-25 (P). - Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Heinrich Kunnert
  • Zitierweise

    Kunnert, Heinrich, "Imhof, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 152-153 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132007339.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA