Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Kölner Bildhauer- und Holzschnitzerfamilie
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139781455 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Imhoff

Literatur(nachweise)

Verknüpfungen

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Zitierweise

Imhoff, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139781455.html [16.12.2018].

CC0

  • Leben

    In Köln im 18. und 19. Jh. tätige „Bilderbäcker“ und Bildhauer. Der Holzschnitzer Alexander Wilhelm (1689– um 1760) war aus Recklinghausen zugewandert und gilt als Schüler von Franz van Helmont, Werke seiner Hand haben sich nicht erhalten. Von seinen beiden Söhnen Anton (1728–1801) und Johann Joseph (1739–1802) war der zweite ein fruchtbarer Meister im Übergang vom Rokoko zum Zopfstil, er schuf die spätbarocken Lindenholzfiguren der hll. Antonius und Patroklus, ehemals auf Nebenaltären des Kölner Doms, ferner Statuen für den Hochaltar der Elendskirche in Köln. 1789-98 war er an der unter F. F. Wallraf durchgeführten Neuausstattung von Groß-St.-Martin beteiligt, die ein aufwendiges Beispiel des Zopfstils bot. Er betrieb mit seinen Söhnen eine Werkstatt für gebrannte (gebackene) Tonbildwerke. Von Joh. Josephs 4 Söhnen Franz Xaver Bernard (1766–1824), Peter Joseph, Nikolaus und Anton Joseph (1784–1836) war Peter Joseph der bedeutendste (s. unten). Sohn des Peter Joseph war Johann Joseph (1796–1860), er schuf die überlebensgroße, an|eine Stele gelehnte Frauengestalt mit Sanduhr und Schmetterling auf dem Ev. Friedhof in Düren, 1828 eine Büste des Oberpräsidenten K. v. Ingersleben (verschollen), 1844 das Grabmal seines Vaters auf dem Melatenfriedhof. Schließlich entwarf er 1849 das Modell zu einem Grabmal für Wallraf: Colonia, seine Büste bekränzend. Sohn des Franz Xaver Bernard war Wilhelm Joseph (1791–1858), von ihm stammt die kraß realistische Büste des Juristen Daniels von 1826 (Köln, Wallraf-Richartz-Mus.). Seit 1823 schuf er nach Entwürfen des Aachener Malers Bastiné den Giebelschmuck für das Aachener Stadttheater, 1834-38 nach Entwürfen Schinkels 12 musizierende Engel auf dem Chor des Kölner Doms.

  • Autor/in

    Peter Bloch
  • Familienmitglieder

  • Empfohlene Zitierweise

    Bloch, Peter, "Imhoff" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 154 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139781455.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Imhoff, eine kölner Bildhauerfamilie, die in fünf Generationen 11 Künstler hervorgebracht hat. Alexander Wilhelm J., geb. 1689 zu Darle in Westphalen, kam nach Köln, um sich bei dem in Ruf stehenden Bildhauer J. F. van Helmont heranzubilden. Er wurde ein tüchtiger Meister, zu dessen Werken die Hochaltäre der Minoriten- und der Mariengarten-Klosterkirchen sowie die Statuen der heil. Anna und Barbara für Nebenaltäre im Dome gehören. 1760 ist er gestorben. Von seinen beiden Söhnen Anton und Joh. Joseph hat letzterer die schönen Statuetten der heil. Antonius und Patroklus auf den Seitenaltären im Domchore, sowie die Altäre der Marienkirche in der Kupfergasse ausgeführt. Er starb 1802 und hinterließ vier Söhne, unter denen sich Peter Joseph, geb. 1768, 1844, durch Statuen für die Martinskirche und durch treffliche Bildnißbüsten (Hardy, Wallraf u. A.) hervorthat. Im Auftrage des Ministers v. Stein führte er um 1818 für dessen Besitzung in Nassau-Dietz acht Hautreliefs in kolossaler Größe aus. Sein Bruder Nicolaus zog jung nach Moskau, wo er sein Glück gemacht haben soll. Sein Neffe Wilh. Jos., geb. 1791, 1858, hat zahlreiche Arbeiten geliefert, u. A. allegorische Figuren für das Theater in Aachen und posaunende Engelstatuen für die 12 Baldachine an der äußeren Chorrundung des Kölner Domes. 1849 vollendete er ein Werk, dem er während einer Reihe von Jahren seine ganze Kraft gewidmet hatte: Venus, etwas über lebensgroß, auf einem Ruhebette liegend, aus carrarischem Marmor — eine bedeutende Schöpfung voll Reiz und Anmuth, des Meisters zarten Formensinn in gleichem Maße wie seine technische Tüchtigkeit bewährend. Ein geschätzter Künstler war auch Joh. Jos. II., geb. 1796, um 1860, der sich in München und in Italien ausgebildet hatte. Eine Eigenheit war es, daß er sein Fach unter dem Namen seines in weiten Kreisen bekannten Vaters Pet. Jos. betrieb und seinen Arbeiten sogar mitunter die Bezeichnung P. J. Imhoff, gleich einer merkantilen Firma, eingrub. Viele schöne Grabdenkmale auf dem Friedhofe zu Melaten vor dem Hahnenthore der Stadt Köln sind von ihm. Gegenwärtig ist dieses Künstlergeschlecht noch durch zwei jüngere Sprossen vertreten.

  • Autor/in

    J. J. Merlo.
  • Empfohlene Zitierweise

    Merlo, J. J., "Imhoff" in: Allgemeine Deutsche Biographie 14 (1881), S. 56 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139781455.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA