Lebensdaten
1804 bis 1830
Geburtsort
Hamburg
Beruf/Funktion
Maler ; Zeichner
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117115207 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Oldach, Julius

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Zitierweise

Oldach, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117115207.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Friedrich Nikolaus (1773–1849), Bäckermeister in H.;
    M Catharina Maria Prediger (1782–1858); ledig.

  • Leben

    Eine erste Ausbildung erhielt O. bei Gerdt Hardorffd. Ä. und Christian Suhr in Hamburg. Ein 1819 oder 1820 gezeichnetes Selbstporträt zeigt schon die für sein ganzes Werk typische Gewissenhaftigkeit in Beobachtung und Vollendung; die ersten überlieferten Arbeiten sind Bildnisse der Familie. 1821-23 studierte O. mit wenig Erfolg an der Dresdener Akademie. Es folgte ein achtmonatiger Aufenthalt in Hamburg, in dem weitere Gemälde von Familienmitgliedern entstanden. Danach setzte er seine Ausbildung an der Münchener Akademie unter Peter Cornelius fort, nahm nazarenisches Gedankengut auf und bildete einen durch Ernst, Naivität, Strenge und klare Konstruktion gekennzeichneten Stil aus, der sich zunächst nur in wenigen gezeichneten Kompositionen äußerte. München zog damals auch die etwa gleichaltrigen Hamburger Maler Carl Julius Milde (1803–75) und Erwin Speckter (1806–35) an, die ähnliche Ideale vertraten. 1827 kehrte O. nach Hamburg zurück, wo er weitere Porträts schuf, die sein unbedingtes Bemühen um wahrheitsgemäßen Ausdruck belegen (und offenbar nicht für den Verkauf bestimmt waren). Eine Tendenz zur Miniatur erwuchs aus dem Streben nach Konzentration und Verdichtung, die auch als ethischer Wert zu verstehen sind. Das zeigt sich in dem 1828 gemalten Stammbaum der Eltern mit ihren|neun Kindern, begleitet von Szenen aus dem Leben der Familie (Gouache auf Pergament), in der Ansicht der St. Johanniskirche in Hamburg oder in Illustrationen zu Goethes „Faust“ („Mephisto und der Schüler“) und „Hermann und Dorothea“. 1829 wurde dem an Schwindsucht leidenden Künstler ein Aufenthalt in Italien empfohlen. Er starb jedoch auf dem Weg dorthin in München. Sein Malerkollege Friedrich Wasmann (1805–86) nannte ihn einen Künstler, „der wie zur Selbstquälerei geschaffen, weder mit sich noch mit seiner Kunst fertig werden konnte.“

  • Werke

    Weitere W u. a. Ölgem.: Selbstbildnis, um 1821;
    Bildnisse d. Eltern, 1824 (alle Hamburg, Kunsthalle);
    Carl Julius Milde, 1826 (Lübeck, Behnhaus);
    Otto Sigismund Runge, um 1829;
    Junger Blinder, um 1829 (beide Hamburg, Kunsthalle). – Zeichnung: Rückkehr d. verlorenen Sohnes, 1826 (Hamburg, Kunsthalle).

  • Literatur

    ADB 24;
    F. v. Boetticher, Malerwerke d. 19. Jh., 1891-1901, II/1, S. 180;
    A. Lichtwark, J. O., 1899 (vollst. W-Verz.);
    G. Pauli, Die Hamburger Maler d. guten alten Zeit, 1925;
    Kat. d. Meister d. 19. Jh. in d. Hamburger Kunsthalle, 1969, S. 239-48;
    M. Bernhard, Dt. Romantik, Handzeichnungen, 1973, S. 966-82;
    Mit klarem Blick, Ausst.kat. Hamburg 1996, S. 11 f., 58 ff., 126 ff.;
    ThB;
    Dict. of Art.

  • Portraits

    Selbstbildnis (Bleistiftzeichnung), 1819/20 (Hamburg, Kunsthalle), Abb. in: A. Lichtwark, s. L, S. 33;
    Ölgem. v. E. Speckter, 1822 (Hamburg, Privatbes.);
    Bleistiftzeichnung v. dems., 1824 (Hamburg, Kunsthalle);
    Ölgem. v. J. Milde, 1826 (Lübeck, Mus. f. Kunst u. Kulturgesch.), beide abgeb. in: Mit klarem Blick, s. L, S. 27, 31.

  • Autor/in

    Helmut Börsch-Supan
  • Empfohlene Zitierweise

    Börsch-Supan, Helmut, "Oldach, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 502 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117115207.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Oldach: Julius O., Historienmaler, geb. 1804 zu Hamburg, erhielt den ersten Unterricht in der Historienmalerei bei Professor Christoph Suhr daselbst, studirte gleichzeitig mit Julius Thäter und Ernst Rietschel auf der Akademie zu Dresden, ging dann nach München zu Cornelius, dessen besondere Zufriedenheit er durch eine Composition aus dem Nibelungenliede erwarb, erlag aber schon, eben im Begriff eine Reise nach Italien anzutreten, am 19. Februar 1830 zu München einer Lungenentzündung. O. malte neben streng historischen Stoffen auch Porträts, Thierstücke und Genrescenen; sein letztes Werk behandelte die Heimkehr von „Hermann und Dorothea“. Außer seiner Begabung zur bildenden Kunst besaß O. ein schönes Talent zur Poesie, womit er seine ganz an Nikolaus Lenau erinnernde Schwermuth in vollendeter Form zum Ausdruck brachte. Leider kamen seine Gedichte nicht zum Druck und scheinen verschollen.

    • Literatur

      Vgl. Kunstvereins-Bericht f. 1830, S. 43. — Nagler 1841, X. 333.

  • Autor/in

    Hyac. Holland.
  • Empfohlene Zitierweise

    Holland, Hyacinth, "Oldach, Julius" in: Allgemeine Deutsche Biographie 24 (1887), S. 239 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117115207.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA