Lebensdaten
1875 bis 1950
Sterbeort
Riehen bei Basel
Beruf/Funktion
Journalist ; Politiker
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 117105627 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Oeri, Albert

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Zitierweise

Oeri, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117105627.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Jakob (1844–1908), Dr. phil., Altphilol., Gymnasiallehrer in Sch., seit 1882 in Basel, Großrat, gab aus d. Nachlaß Jacob Burckhardts d. „Griech. Kulturgesch.“ u. d. „Weltgeschichtl. Betrachtungen“ heraus, S d. Pfarrers Johann Jakob|(1817-97), Stammvater d. Basler Linie d. ursprüngl. Zürcher Geschlechts, zu d. d. Maler Hans Jakob (1782–1868, s. ADB 24) gehört;
    M N. N.;
    Gr-Ov Jacob Burckhardt (1818–97), Kulturhist. (s. NDB III);
    Ov Rudolf Daniel (1849–1917), Gynäkol., Präs. d. Med. Ges. zu B. (alle s. HBLS)

  • Leben

    Nach Absolvierung des Gymnasiums in Basel studierte O., für den der Umgang mit seinem Großonkel Jacob Burckhardt besonders beeindruckend gewesen war, in Göttingen, Berlin und Basel Altphilologie und Geschichte (Dr. phil.). 1902 trat er in die Redaktion der „Basler Nachrichten“ ein, die er seit 1925 als Chefredakteur leitete. Seine Artikel – gescheit, klar, pointiert, nüchtern – boten ein ungeschminktes Bild der Vorgänge in der Welt und ein unabhängiges Urteil darüber. O., der Großrat Basels und seit 1931 Nationalrat war, gehörte dem Nationalen Block an (jahrelang als dessen Präsident). In der Parlamentskommission für auswärtige Angelegenheiten erwies er sich als einer der besten Kenner in Fragen der Außenpolitik und des Völkerbunds. Als zu Beginn der 1930er Jahre in der Schweiz der sog. Frontenfrühling ausbrach und die Demokratie mit nationalsozialistischen Schlagworten verächtlich machte, verteidigte O. die überlieferte staatliche Daseinsform in Wort und Schrift. Im Mai 1940, als Gerüchte über einen bevorstehenden ausländischen Überfall die Bevölkerung schreckten, gab O. ein Beispiel unerschrokkenen Widerstandswillens. In der Flüchtlingsfrage machte er sich zum Anwalt der Verfolgten, etwa als der Bundesrat im Sept. 1942 scharfe Beschlüsse bezüglich der Schließung der Grenzen erließ.

  • Literatur

    M. A. Meier, Zur Gesch. d. Fam. Oeri im 15. Jh., in: FS A. O., 1945, S. 63-76;
    U. Fink, A. O. als Publizist u. Pol. zw. d. beiden Weltkriegen, 1973;
    J. Gauss, Krit. Betrachtungen A. O.s z. europ. Gesch. seiner Zeit, 1975;
    dies. (Hg), A. O., Sorge um Europa, Von Versailles bis Potsdam 1919-1945, Außenpol. Kommentare, 1977 (P);
    E. Usteri, Zur Gesch. d. Oeri v. Zürich u. Basel, in: Zürcher Tb. 83, 1978, S. 46-118, 99, 1979, S. 51-86;
    E. Bonjour, in: Die Schweiz u. Europa VII, 1981, S. 209-15;
    HBLS;
    Kosch, Biogr. Staatshdb.

  • Autor/in

    Edgar Bonjour
  • Empfohlene Zitierweise

    Bonjour, Edgar, "Oeri, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 447 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117105627.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA