Lebensdaten
1867 bis 1942
Geburtsort
Neumünster (Holstein)
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Physiker ; Meteorologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117104035 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jensen, Christian

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Zitierweise

Jensen, Christian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117104035.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Conrad (1829–97), Seemannspfarrer, 1863 Pastor in N., 1870 1. Pastor in Nusdrup, u. seit 1885 Propst, S d. Pastors Peter in Schwesing;
    M Martha Jensen (*1831);
    B Peter (1861–1936), Prof. d. semit. Sprachen u. oriental. Gesch. in Marburg (s. Kürschner, Gel.-Kal. 1931);
    - 1889 Marie Friederike Margarete, T d. Baumeisters Neidhardt u. d. N. N. Haufe.

  • Leben

    J. studierte 1891-96 in Straßburg und Kiel und promovierte 1898 bei Leonhard Weber in Kiel über Photometrie des Himmels. Er war 1895-99 Assistent am Physikalischen Institut in Kiel, 1900-22 Assistent und Mitarbeiter am Physikalischen Staatslaboratorium in Hamburg, anschließend noch wissenschaftliches Mitglied der Technischen Staatslehranstalt Hamburg. 1920 habilitierte sich J. und wurde 1932 ao. Professor der Kosmischen Physik an der Univ. Hamburg. Durch Kinderlähmung stark behindert, hat J. unermüdlich vor allem an Fragen der Himmelsstrahlung u. der atmosphärischen Polarisation gearbeitet. Sein zusammen mit Frdr. Busch verfaßtes Buch „Tatsachen und Theorien der atmosphärischen Polarisation“ (1910) sammelte alle bis 1909 vorhandenen Beobachtungen der neutralen Punkte der Himmelspolarisation. Seine ständigen Hinweise in vielen Arbeiten und Vorträgen auf die Beeinflussung der Polarisation durch Wettervorgänge und atmosphärische Trübung und damit die Möglichkeit einer Wettervorhersage aufgrund solcher Beobachtungen, also Messungen auf einem Seitengebiet der Meteorologie, gaben den Anstoß, daß Polarisationsmessungen immer wieder in allgemeine Meßprogramme aufgenommen wurden.

    J.s Arbeiten und Vorstellungen, obwohl auf dem richtigen Weg zur Aufklärung der Zusammenhänge, konnten nicht abgeschlossen werden, weil hierzu noch die mathematischen und technischen Hilfsmittel (z. B. Großrechenanlagen) fehlten. Dies war erst Ambartsumian, Chandrasekhar und Sekera möglich, die um 1950 sowohl zur Erklärung der Beobachtungen wie auch zu einer vollendeten Theorie gelangten. So blieb J. ein Wegbereiter, der Jahrzehnte hindurch Messungen sammelte und klimatologisch ohne endgültige Auswertung zusammenfaßte.

  • Werke

    Weitere W u. a. Himmelsstrahlung, in: Hdb. d. Physik 19, 1928;
    Gelegentl. atmosphär.-opt. Erscheinungen, ebd. -
    Hrsg.: Probleme d. kosm. Physik, 1923 ff.

  • Literatur

    W. W. Spangenberg, in: Ann. d. Hydrogr. u. maritimen Meteorol. 70, 1942, S. 354 f. (P);
    R. Süring, in: Meteorolog. Zs. 60, 1943, S. 66-68;
    Petermanns Mitt. 89, 1943, S. 104;
    K. Keil, Hdwb. d. Meteorol., 1950, S. 275;
    Pogg. IV-VII a.

  • Portraits

    Phot. (München, Dt. Mus., P-Slg. d. Bibl.).

  • Autor/in

    Fritz Möller
  • Empfohlene Zitierweise

    Möller, Fritz, "Jensen, Christian" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 409 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117104035.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA