Lebensdaten
1907 bis 1973
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
theoretischer Physiker
Konfession
konfessionslos
Normdaten
GND: 12311246X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jensen, Hans

Orte

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Zitierweise

Jensen, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12311246X.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Friedrich (1871–1923), aus Grünland Kr. Eckernförde, Gärtner am Botan. Garten in H.;
    M Helene Ohm (* 1873) aus Nienstedten;
    Hamburg 1933 Elisabeth Behm (* 1910);
    1 T.

  • Leben

    J. studierte 1926-31 in Hamburg und Freiburg i. Br. In Hamburg stand er besonders unter dem Einfluß des theoretischen Physikers W. Lenz, bei dem er 1931 promoviert wurde. Hier (Assistent 1932–37, Habilitation 1936, Dozent 1937) setzte er sich vor allem mit dem Thomas-Fermi'schen Modell des Atoms auseinander, das er in zahlreichen Arbeiten verfeinerte und anwandte. 1941 folgte er einem Ruf auf eine ao. Professur an der TH Hannover (1946 o. Professor). In diesen Jahren entwickelte J. vielfältige physikalische Interessen, die bis in die Geologie, die physikalische Chemie und die Astrophysik hineinreichten und zu vielen Veröffentlichungen führten. Nach dem 2. Weltkrieg gelang es J., die Kontakte zu Wissenschaftlern in anderen Ländern neu zu knüpfen. Er trug wesentlich dazu bei, daß die Physiker in Deutschland ihre nach 1933 eingetretene Isolierung wieder überwinden konnten. Zahlreiche Ehrungen und Auslandsaufenthalte zeugen vom Einfluß J.s auf Physik und Physiker und von der Wertschätzung, die er genoß.

    Seit 1947 Honorarprofessor an der Universität Hamburg, nahm J. 1949 einen Ruf als Ordinarius für theoretische Physik an der Univ. Heidelberg an. In den Jahren zuvor hatten ihn Fragen der Elementhäufigkeit im Kosmos und der Systematik der Bindungsenergien von Atomkernen besonders beschäftigt. Während dieser Zeit übte N. Bohr in Kopenhagen großen Einfluß auf ihn aus. 1949-50 entwickelte J. in Zusammenarbeit mit O. Haxel und H. E. Suess dann das Schalenmodell der Atomkerne (in: Ergebnisse der exakten Naturwissenschaften 26, 1952), das die oben erwähnten Fragen beantwortet und die Grundlage unseres heutigen Verständnisses der Atomkerne bildet. Für diese Arbeiten erhielt er 1963 zusammen mit Maria Goeppert-Mayer, die 1949 zu ganz ähnlichen Schlüssen gekommen war, und mit Eugene P. Wigner den Nobelpreis für Physik. In Heidelberg richtete J. das neue Universitätsinstitut für theoretische Physik (1949) ein, das sich zu einem wissenschaftlichen Forschungszentrum in Deutschland entwickelte. J.s besondere Liebe und Sorge galten dem Unterricht und dem akademischen Leben an der Universität. Viele von J.s Schülern wurden auf Lehrstühle im In- und Ausland berufen.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Heidelberg u. d. Leopodina, ausw. wiss. Mitgl. d. Max-Planck-Inst. f. Kernphysik in Heidelberg, Dr. rer. nat. h. c. (TH Hannover 1964).

  • Werke

    Elementary Theory of Nuclear Shell Structure, 1955 (mit M. Goeppert-Mayer);
    zahlr. Arbb. in: Sammelwerken, Handbüchern u. Fachzss. bes. in Zs. f. Physik, Physical Review, Naturwiss., Zs. f. Naturforschung, Ergebnisse d. exakten Naturwiss. -
    Mithrsg.: Zs. f. Physik, 1955-73.

  • Literatur

    Cat. Professorum TH Hannover 1831-1956, 1956 (P);
    Mitt. d. Max-Planck-Ges. H. 1, 1973, S. 58;
    Lecture Notes in Physics 23, 1973 (P);
    Pogg. VII a;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1970 (W).

  • Autor/in

    Hans-Arwed Weidenmüller
  • Empfohlene Zitierweise

    Weidenmüller, Hans-Arwed, "Jensen, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 410 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12311246X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA