Lebensdaten
1846 bis 1922
Geburtsort
Konstantinopel
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Zigarettenindustrieller
Konfession
griechisch-orthodox
Normdaten
GND: 11708526X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jasmatzi, Georg

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Zitierweise

Jasmatzi, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11708526X.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Anton Nicolaus, Kaufm. in K.;
    M Kerikiza Hatzifoti;
    Dresden 1877 Erdmuthe Clara Auguste (1850–1937, luth.), T d. Hauptsteueramts-Assistenten Carl Gustav Kühlemann in D. u. d. Christiane Eleonore Louise Backofen;
    2 S Anton, Konstantin (1885–1935), Mitinh. d. Fa.

  • Leben

    Die Zigarette war bis zur Mitte des 19. Jh. in Deutschland unbekannt. Sie wurde durch Joseph Huppmann (1814–97) von St. Petersburg aus eingeführt. Dieser betrieb dort seit 1852 eine Zigarettenfabrik und richtete 1861 eine Filiale mit einem Tabakschneider und 6 Arbeiterinnen unter dem Namen „Laferme“ in Dresden ein, bei der J. 1868 die Stellung eines technischen Werkführers annahm. Sehr bald machte sich J. in Dresden selbständig, um die Fabrikation und den Vertrieb von Zigaretten nach eigenen Ideen zu beginnen. In einem Laden im Gutenbergpalais neben dem Café König verkaufte er seine Erzeugnisse, die großen Anklang fanden. Vor allem war es die vollendete Mischung der Qualitäten, die dem Fabrikat das der türk. Zigarette eigene Aroma verlieh. J.s Marken „Cheops“, „Ramses“, „Hellas“ wurden weltbekannt. So wurde es ihm möglich, 1889 große Fabrikanlagen in Dresden an der Blasewitzer und später an der Schandauer Straße zu errichten. 1901 wurde die Firma in eine AG umgewandelt, aus der der Gründer 1902 austrat und die bis 1914 unter dem Einfluß der British American Tobacco Company stand. Erst 6 Jahre später trat J. als Hersteller von Zigarettenmaschinen und seit 1911 als Zigarettenproduzent mit der Firma „G. J.-Söhne-Dresden-A 16“ wieder in Erscheinung. Von seinen damaligen Marken seien genannt: „Dubec-Gold“, „Hänsom“, „Sphinx“, „Zwei Kaiser“. So wurde J. zum Begründer der Dresdner Zigarettenindustrie, die bis zum 2. Weltkrieg von zahlreichen großen und kleinen Firmen betrieben wurde. Sachsen hatte 1929 ein Tabaksteueraufkommen von 250 Millionen Reichsmark aufzuweisen. Dank der Initiative J.s wurde Dresden zu einem der größten Stapelplätze für Orienttabake und zugleich ein Standort der Zigarettenmaschinenindustrie.|

  • Auszeichnungen

    Griech. Konsul.

  • Literatur

    H. Starke, Gedenkbll. G. J. z. 70. Geb.tag, 1920;
    H. Neumann, Dresdens Industrie zw. d. 2 Weltkriegen, in: Sächs. Heimat, 1965, H. 2, S. 15 ff.;
    H. Pönicke, Stud. z. Gesch. d. sächs. Wirtsch. d. 19. Jh., 1972.

  • Autor/in

    Herbert Pönicke
  • Empfohlene Zitierweise

    Pönicke, Herbert, "Jasmatzi, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 360 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11708526X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA