Lebensdaten
erwähnt 1491, gestorben 1524
Sterbeort
Ronneburg (Livland)
Beruf/Funktion
Erzbischof von Riga
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136270557 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jaspar Linde
  • Caspar Linde
  • Jasper
  • mehr

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Zitierweise

Jasper Linde, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136270557.html [18.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    Wahrsch. aus Kamener Ratsgeschl.;
    B Gert Linde, erzstift. Vasall, 1497 Stiftsvogt zu Kokenhusen.

  • Leben

    J. besuchte vermutlich eine Schule der Brüder vom gemeinsamen Leben. An einer Universität erwarb er den Magistergrad. Spätestens seit 1491 war er Glied des dem Deutschen Orden inkorporierten Domkapitels und Pfarrer zu St. Petri in Riga, 1496 Vizepropst und seit 1497 Dekan. Nach dem Tode des EB Michael Hildebrand wählte ihn das Domkapitel am 18.2.1509 zum Nachfolger. Am 25.5. erhielt er persönlich in Rom die Bestätigung des Papstes. Das im allgemeinen gute Verhältnis seines Vorgängers zum Ordensmeister Wolter v. Plettenberg konnte er bewahren. Livland hatte damals mit seinen Nachbarn Frieden, der jedoch oft bedroht schien. J. ließ daher Kokenhusen und Ronneburg, die beiden Hauptburgen des Erzstifts, ausbauen und nahe der russ. Grenze an Stelle einer hölzernen Befestigung die Burg Marienhausen errichten. Er erstrebte eine geschlossene livländ. Landeskirche und hoffte, dieses Ziel durch Visitationen, regelmäßige Prälatentage und Synoden zu erreichen. 1521 erlangte er in Worms mit seinen 3 livländ. Suffraganen die Regalien. Wiederholt setzte er sich auf Landtagen für Reformen ein, besonders für die Errichtung einer höheren Schule zur Ausbildung von Geistlichen. Weil die Stände die Kosten scheuten, kam es nicht dazu. J. ließ das Rigaer Brevier revidieren, in Zwolle 1513 drucken und an seinen Klerus verteilen. 1522 regelte er die Aufteilung der Kapitelgüter unter die Domherren und bestätigte die Privilegien der erzstiftischen Ritterschaft. Die Lehren Luthers lehnte er ab, konnte aber ihre Ausbreitung in Riga nicht verhindern. Da er alt und kränklich war, wählte das Domkapitel 1523 mit seinem Einverständnis Johann Blankenfeld zu seinem Nachfolger.

  • Literatur

    L. Arbusow, Livlands Geistlichkeit vom Ende d. 12. bis ins 16. Jh., in: Jb. f. Geneal., Heraldik und Sphragistik, Jg. 1901, 1902, 1911/13;
    Aktenu. Rezesse d. livländ. Ständetago III, 1910;
    L. Arbusow jr., Die Einführung d. Ref. in Liv-, Est- u. Kurland, 1921.

  • Autor/in

    Wilhelm Lenz
  • Empfohlene Zitierweise

    Lenz, Wilhelm, "Jasper Linde" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 360 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136270557.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA