Lebensdaten
1867 bis 1906
Geburtsort
Krotoschin (Provinz Posen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Asiatologe
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 117073563 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Huth, Georg

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Zitierweise

Huth, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117073563.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Aron ( 1893), Rektor d. jüd. Erziehungsanstalt Dina Zaduk u. Dirigent d. jüd. Waisenhauses in K., seit 1879 in B.;
    M Keile Pincus;
    B Friedrich (Ps. Fred Hood, 1866- n. 1935), Architekt u. Schriftsteller, Journalist, Begründer mehrerer Zss., setzte sich für d. soz. Interessen d. Schriftsteller u. Journalisten ein (s. Wi.; Brümmer);
    - Berlin 1904 Gertrud, T d. Kaufm. Jean Triest u. d. Anna Triest;
    1 S.

  • Leben

    Im Sanskrit, Awesta, Pali und Hindustani ein Schüler von P. Deussen, H. Oldenberg, F. Rosen und A. Weber, im Tibetischen Autodidakt, im Mongolischen, Mandschurischen und Chinesischen ein Hörer von G. v. d. Gabelentz und W. Grube, war H. der erste vollausgebildete Tibetologe und Mongolist an einer deutschen Hochschule, der zugleich über die nötigen Kenntnisse verfügte, um auch die Querverbindungen seines Faches zum süd- und ostasiat. Kulturraum zu berücksichtigen. 1885 bezog er die Berliner Universität. Schon als Student entfaltete er eine fruchtbare wissenschaftliche Tätigkeit vornehmlich auf dem Gebiet der vergleichenden Literatur- und Märchenkunde, die ihm 1888 für eine Abhandlung über „Die Reisen der drei Söhne des Königs von Serendippo“ das Mendelssohn-Stipendium eintrug. Seine Dissertation, auf eine 1887 von der Philosophischen Fakultät in Berlin gekrönte Preisschrift zurückgehend, mit der er 1889 in Leipzig bei E. Windisch promoviert wurde, behandelte die Zeit und die Chronologie der Werke des großen indischen Dichters Kālidāsa. Nach Arbeiten zum Chandoratnākara und Prātimokşasūtra, die dem wichtigen Grenzbereich der indo-tibetischen Übersetzungsliteratur gewidmet sind, habilitierte er sich 1891 an der Berliner Universität. In der Folgezeit verlegte er den Schwerpunkt seiner Forschungen auf die zentralasiat. Geschichte und Epigraphik. Zu diesem Zweck begab er sich 1897 im Auftrag der Petersburger Akademie nach Ostsibirien und betrieb linguistische Studien unter den Tungusenstämmen am Jenissei. Nach seiner Rückkehr wurde er als Hilfsarbeiter an das Berliner Museum für Völkerkunde berufen. Eine weitere Reise im Rahmen der ersten deutschen Turfan-Expedition (1902/03) brachte ihn nach Ostturkistan, wo er bis 1904 blieb, um Türkisch zu lernen und einheimische Volksmärchen und -lieder zu sammeln. Seine größten Leistungen sind die Herausgabe und Verdeutschung der „Geschichte des Buddhismus in der Mongolei“ des Tibeters 'Jigs-med Rig-pai rdo-rje (von ihm fälschlich dem 'Jigs-med nam-mkha beigelegt, 1893-96) sowie die Entzifferung der tibetisch-mongol. Inschrift des Čoγtu tayiji der Khalkha von 1621.

  • Werke

    Weitere W The Chandoratnâkara of Ratnâkaraçânti, 1890;
    Die tibet. Version d. Naiḥsargikaprâyaçcittikadharmâs, 1891;
    Die Reisen d. drei Söhne d. Kgs. v. Serendippo, in: Zs. f. vgl. Lit.gesch. u. Renaissancelit. 4, 1891;
    Die Inschr. v. Tsaghan Baišiṅ, 1894;
    Neun Mahaban-Inschr., 1901.

  • Literatur

    B. Laufer, in: T'oung Pao, 2. série, VII, 1906;
    Internat. Taschenbuch f. Orientalisten I, 1907, S. 70-72;
    Enc. Jud.;
    Wi. 1906 (W).

  • Autor/in

    Claus Vogel
  • Empfohlene Zitierweise

    Vogel, Claus, "Huth, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 94 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117073563.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA