Lebensdaten
1837 bis 1884
Geburtsort
Düsseldorf
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117037559 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hübner, Hans
  • Huebner, Hans

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Hübner, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117037559.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Julius (1806–82), Historien- u. Porträtmaler, erhielt s. Ausbildung in Berlin u. D. bei W. Schadow, wurde nach Aufenthalten in Rom u. Berlin 1839 als Prof. an d. Dresdner Kunstak. berufen u. war 1871-82 als Nachfolger Schnorrs v. Carolsfeld Dir. d. Gem.gal. Dresden; gehört z. d. wichtigsten Vertretern d. v. Schadow begr. Düsseldorfer Malerschule, deren Stärken (rel. bestimmte, stimmungshafte Romantik) u. Schwächen (Überschätzung d. literar. Bildinhalts, kühler Akademismus) in Historien- u. Landschaftsbildern b. ihm stark hervortreten; dagegen besitzen s. Bildnisse, namentl. d. frühen, charakterist. Frische u. Lebendigkeit (s. ADB 50; ThB), S d. Ernst August (1753–1817), Bgm. v. Oels, u. d. Christiane Raedler;
    M Pauline (1809–95), T d. Bankiers Anton Bendemann (1775–1866) u. d. Fanny von Halle;
    Om Eduard Bendemann ( 1889), Maler (s. NDB II);
    - 1879 Louise (1855–1935), T d. Gustav Joh. Peterson (1812–77), Dir. d. Rechnungshofes d. Dt. Reiches, u. d. Therese v. Stosch; Om d. Ehefrau Gen. u. Admiral Albrecht v. Stosch ( 1896);
    3 S, 1 T;
    N Rudolf (s. 2).

  • Leben

    Nach Besuch des Polytechnikums in Dresden bezog H. zum Studium der Chemie 1857 die Universität Göttingen, wo er als Schüler F. Wöhlers 1859 zum Dr. phil. promoviert wurde. Anschließend ging er für ein Jahr nach Heidelberg zu Bunsen und 1860 nach Gent, um sich bei Kekulé, der gerade durch Bekanntgabe seiner Ideen zur Strukturchemie Aufsehen erregt hatte, in organischer Chemie zu vervollkommnen. 1862 kehrte er nach Göttingen zurück, habilitierte sich 1863 und wurde 1864 Unterrichtsassistent am Wöhlerschen Institut. Auch war er literarisch tätig, indem er mit F. Beilstein und R. Fittig die Neue Folge der „Zeitschrift für Chemie“ herausgab, die jetzt die Aufgabe eines Referatenblattes für alle Erscheinungen der Chemie erfüllen sollte und bis 1872 bestand. H. wurde 1870 außerordentlicher Professor, 1874 Ordinarius und im gleichen Jahr Mitdirektor des chemischen Institutes in Göttingen. Nach Wöhlers Tod, 1882, wurde er alleiniger Direktor, aber schon 1884 erlag der 46jährige einem Herzschlag.

    H. hat sich stets als Schüler Kekulés betrachtet. Seine wissenschaftlichen Arbeiten sind vorwiegend Konstitutionsfragen gewidmet. Untersuchungen der Genter Zeit (unter anderem über Umsetzungen des Acetylchlorids mit Phosphorpentachlorid und Cyansilber, dabei Entdeckung des Cyanacetyls) galten der Theorie von der Vierwertigkeit des Kohlenstoffs. Später stand die Benzolformel im Vordergrund. Die Anordnung der Kohlenstoffatome im sechsgliedrigen Ring und die Gleichwertigkeit der Wasserstoffatome darin mußten an substituierten Benzolabkömmlingen, an Art und Zahl der auftretenden Isomeren, geprüft werden. H. hat durch geeignete Einführung und Variation von Substituenten eine Fülle von Substitulionsprodukten synthetisiert, dabei stets darum bemüht, aus einer Grundsubstanz in systematischem Vorgehen die möglichen Isomeren zu erhalten. Mit einem großen Mitarbeiterkreis untersuchte er substituierte Abkömmlinge des Phenols, des Toluols, des Anilins, der Benzoesäure, der Salicylsäure, der Benzolsulfosäure. Er zeigte, daß nur Orthodiamine der aromatischen Reihe imstande sind, Anhydrobasen zu bilden. Zahlreiche neue Körper wurden von ihm gewonnen. Eine seiner letzten Abhandlungen war den tertiären Basen gewidmet.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ges. d. Wiss. Göttingen (1876).

  • Werke

    u. a. Über Isomerien d. aromat. Säuren I-IV, in: Liebigs Ann. d. Chemie 143, 147, 149, 158, 1867-71 (mit J. Ohly, O. Philipp, R. Biedermann, A. Petermann, E. Angerstein u. L. H. Friedburg);
    Über d. Stellung d. Wasserstoff-Atome im Benzol, ebd. 156, 1870 (mit J. Aisberg);
    Unterss. üb. Glycerin- u. Alkylverbindungen u. ihre gegenseitigen Beziehungen, ebd. 159, 1871 (mit Karl Müller);
    Über isomere Dinitrophenole, ebd. 167, 1873 (mit W. Schneider);
    Über Bromtoluole u. d. Verhalten ihrer Wasserstoffatome, ebd. 169, 1873 (mit J. Post);
    Nitrosalicylsäuren u. Isomerien d. Benzolabkömmlinge, ebd. 195, 1879;
    Anhydroverbindungen, ebd. 208-10, 1881.

  • Literatur

    H. Landolt, in: Berr. d. dt. chem. Ges. 17, 1884, S. 1581 f.;
    F. Beilstein, ebd. (Referate, Patente, Nekrr.), S. 763-76;
    R. Anschütz, Aug. Kekulé I, 1929, S. 233 f. (P) u. ö.;
    Pogg. III, IV.

  • Autor/in

    Grete Ronge
  • Empfohlene Zitierweise

    Ronge, Grete, "Hübner, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 716 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117037559.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA