Lebensdaten
1878 bis 1944
Geburtsort
Helmstedt
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
Meteorologe ; Geophysiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117034835 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Linke, Franz

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Zitierweise

Linke, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117034835.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V August Lincke, Kaufm.;
    M Caroline Louise Margarethe Höpner.

  • Leben

    L. studierte seit 1897 in Leipzig, München und Berlin und wurde 1901 bei W. v. Bezold an der Univ. Berlin mit der Arbeit „Über Messungen elektrischer Potentialdifferenzen vermittels Collectoren im Ballon und auf der Erde“ promoviert, wobei er den Freiballonsport kennenlernte, dem er zeitlebens verbunden blieb. Nach Assistentenstellen an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin|(1900) und beim Magnetisch-Meteorologischen Observatorium des Preuß. Meteorologischen Instituts in Potsdam (1901) arbeitete er 1902/03 am Geophysikalischen Institut der Univ. Göttingen bei E. Wiechert. Diese Stellen brachten ihm Erfahrungen auf den verschiedenen Gebieten der Meteorologie und Geophysik. 1904-07 ging L. als Nachfolger von Otto Tetens an das Deutsche Samoa-Observatorium in Apia, wo er sich auch seismischen und aerologischen Fragen widmete. 1908 tauschte er seine Stellung mit Kurt Wegener, bis dahin Dozent beim Physikalischen Verein in Frankfurt am Main. Dieser Verein hatte schon 1881 mit der Ausgabe von Wettervorhersagen begonnen. L. gründete das Meteorologisch-Geophysikalische Institut des Physikalischen Vereins, das zunächst in kleinstem Rahmen wirkte. Die Internationale Luftfahrt-Ausstellung (ILA) 1911 in Frankfurt brachte L. in Verbindung mit der Wetterberatung der Luftfahrer, ein Gebiet, das auch von Richard Aßmann seit 1910 mit einem Höhenwindmeßnetz und mittels Postbeobachtungen von Gewittern und Stürmen bearbeitet wurde. Während der ILA entstand auf dem Großen Feldberg im Taunus eine Beobachtungsstation. L. gelang es im Anschluß an die ILA mit Hilfe des Physikalischen Vereins und von Gönnern, 1913 auf dem Kleinen Feldberg das geophysikalische Taunusobservatorium zu gründen. Mit der Gründung der Univ. Frankfurt 1914 ging das Meteorologisch-Geophysikalische Institut mit seinem Taunusobservatorium an diese über. Im 1. Weltkrieg wurde das Observatorium Heeresdrachenwarte und Ausbildungsstelle für Heeresmeteorologen. Nach Kriegsende mußten neue Aufgaben gesucht werden. L. fand sie durch Intensivierung der Strahlungsforschung. Ein Ergebnis dieser Arbeit war der noch heute gebräuchliche L.sche Trübungsfaktor, der die Wirksamkeit des Wasserdampfes und Staubs der Luft auf die einfallende Sonnenstrahlung kennzeichnet. Von diesem Bereich aus kam L. zur Betrachtung der Zusammenhänge zwischen Wetter und Mensch, d. h. zur Bioklimatologie. Als Herausgeber der Bioklimatischen Beiblätter zur Meteorologischen Zeitschrift wurde er weltweit bekannt. 1931 stellte L. für das Landwirtschaftsministerium seine Gedanken über eine Neuorganisation des meteorologischen Dienstes in Deutschland in einer Denkschrift zusammen, die nicht den einhelligen Beifall seiner Kollegen fand: Er schlug als zuständige Instanz für die Meteorologie statt – wie bisher – die Länder nun das Reich vor. Diese Denkschrift ist 1934 eine der Grundlagen für die Neuorganisation des Deutschen Wetterdienstes geworden.

  • Werke

    Weitere W Hrsg.: Meteorolog. Taschenbuch 3-5, 1939 (mit eigenen Btrr.);
    Hdb. d. Geophysik VIII, Lfg. 1-3, 1942 f.

  • Literatur

    Synopt. Bearb. d. Wetterdienststelle Frankfurt/Main, L.-Sonderh., 1933;
    R. Mügge u. F. Möller, in: Meteorolog. Zs. 61, 1944, S. 253 (P);
    H. Flohn, in: Petermanns Mitt. 90, 1944, S. 247;
    B. Rajewsky, in: Strahlentherapie 75, 1944, S. 183-87 (P);
    K. Keil, Hdwb. d. Meteorol., 1950;
    Rhdb.;
    Pogg. IV-VII a.

  • Autor/in

    Karl Keil
  • Empfohlene Zitierweise

    Keil, Karl, "Linke, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 629 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117034835.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA