Lebensdaten
1698 bis 1771
Geburtsort
Graz
Beruf/Funktion
Erzbischof von Salzburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117033391 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sigismundus
  • Schrattenbach, Siegmund Graf von
  • Schrattenbach, Siegmund Christoph Graf von
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Siegmund III., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117033391.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. steir.-mähr. Adelsfam. v. S. (s. NDB 23);
    V Otto Heinrich Gf. v. S. ( 1733), Land- u. Kriegskommissar in Cilli, seit 1712 in Mähren, dann im Bistum Olmütz, erwarb Groß-Petrowitz mit Pobischoff als Allod, k. k. Kämmerer;
    M Maria Theresia Gfn.v. Wildenstein, Wwe d. N. N. Frhr. v. Gallenstein;
    Ov Wolfgang Hannibal Gf. v. S. (1660–1738), 1697 Konsistorialpräs. in S., 1703 Bf. v. Seckau u. 1711 v. Olmütz, 1712 Kard., 1713 ksl. Rat u. Conprotektor d. dt. Nation b. d. Friedensverhandlungen in Utrecht (s. Gatz II), Ernst Gf. v. S. (* um 1661), Benediktiner, Abt v. St. Emmaus in Prag, Gen.visitator d. böhm. Benediktinerklöster, Sigismund Gf. v. S. (1679–1742), 1696 Domherr in S., 1728 Bf. v. Laibach (s. Gatz II); 11 jüngere Geschw; N Raimund Anton Gf. v. Stras(s)oldo (1718–81), Bf. v. Eichstätt (s. NDB 21).

  • Leben

    S. war 1711 erzbischöflicher Page in Salzburg. Dort und in Rom studierte er Theologie. 1716 war er Kanoniker in Augsburg und Eichstätt, wo er 1723 zum Priester geweiht wurde, seit 1726 Hofrat und geistlicher Rat in Eichstätt, 1731 Domherr in Salzburg und 1750 Domdechant. Nach einem schwierigen Wahlvorgang wurde S. durch päpstl. Bestätigung am 26.11.1753 (Pallium) und die Bischofsweihe am 16.12.1753 Erzbischof von Salzburg.

    Der mystisch veranlagte S. orientierte seine Regierungstätigkeit als Landesfürst an religiösen Maßstäben und nahm auf das Domkapitel wenig Rücksicht. Seine Regierungszeit verlief eher ruhig. Außenpolitisch lehnte er sich eng an Österreich an und stellte im Siebenjährigen Krieg ein Truppenkontingent gegen Preußen. S. erließ zahlreiche Verordnungen (Pönalverordnung gegen sexuelle Vergehen, 1753; Almosenordung, 1754; Waldordnung, 1755; Zucht- u. Schulordnung, 1755, Tanzordnung, 1756, Wegordung 1756) und errichtete 1754 ein Zuchthaus in Maxglan. Besonders förderte S. die Marienverehrung, die unter seiner Regierung einen Höhepunkt erreichte. Er führte das „40stündige Gebet“ in allen Pfarreien ein, errichtete „Christenlehr-Bruderschaften“, stiftete Waisenhäuser und baute neue Kirchen in Böckstein, Itter (Tirol), St. Gilgen, Großarl und Strobl/Wolfgangsee. Den Höhepunkt seiner sakralen Bautätigkeit bildet 1771 die Statue der „Immaculata Conceptio“ von Johann Baptist Hagenauer (1732–1810) auf dem Domplatz in Salzburg. Unter den Profanbauten ragt der 1766 eröffnete 131 m lange Tunnel durch den Mönchsberg heraus, welcher die Stadtteile Riedenburg und Maxglan mit der Altstadt verbindet. Als Musikliebhaber förderte S. die Familie Mozart und ernannte 1766 den erst 10jährigen Wolfgang Amadeus zum Konzertmeister und vier Jahre später zum Hofkapellmeister. Eine Getreideknappheit 1764–70 führte zu Versorgungsschwierigkeiten. Erst S.s Nachfolger Hieronymus Gf. v. Colloredo (1732–1812) gelang es, die zerrütteten Finanzen zu sanieren. Zu S.s Beisetzung komponierte der Hofkapellmeister Johann Michael Haydn ein Requiem.

  • Literatur

    J. Riedl, Salzburgs Domherren 1514–1806, in: Mitt. d. Ges. f. Salzburger Landeskde. 7, 1867, S. 122–278;
    A. Mudrich, Die Gesch. d. Sigmundsoder Neutores bis 1774, ebd. 55, 1915, S. 113–50;
    U. Salzmann, Der Salzburger Ebf. S. C. Gf. v. S. (1753–1771) u. sein Domkap., ebd. 124, 1984, S. 9–240, zugl. Diss. Salzburg 1975;
    E. Mayrhofer, Die Sedisvakanzen im Erzstift Salzburg, Diss. Salzburg 1969;
    A. Hahnl, Das Neutor, in: Schrr.reihe d. Stadtver. Salzburg, Kulturgut d. Heimat 6, 1977;
    F. Martin, Salzburgs Fürsten in d. Barockzeit, 41982, S. 217–26;
    P. Macho, Die Weihemedaille d. Ebf. S. v. S., in: Salzburg Archiv 4, 1987, S. 79–83;
    G. Ammerer, S. C. Gf. v. S., Der fromme Ebf., in: H. Dopsch u. H. Spatzenegger (Hg.), Gesch. Salzburgs II/1, 1988, S. 306–23;
    L. Hammermayer, Die Aufklärung in Salzburg (ca. 1715–1803), ebd., S. 375–452;
    V. Zach, Das Salzburger Konsistorium unter Fürstebf. S. C. Gf. v. S., Theol. Dipl.arb. Salzburg 1995 (ungedr.);
    F. Ortner, Die Gesch. d. Pfarre z. hl. Sigismund, in: Strobl am Wolfgangsee, hg. v. J. Stehrer, 1998, S. 286–304;
    ders., Salzburgs Bischöfe in d. Gesch. d. Landes (696–2005), 2005, S. 260–64;
    Gatz II (P).

  • Portraits

    P Öl/Lwd., anonym (Salzburg, Alte Residenz-Gal.);
    Brustbild, Relief v. J. B. Hagenauer am Sigmundstor, 1766/71 (Salzburg).

  • Autor/in

    Franz Ortner
  • Empfohlene Zitierweise

    Ortner, Franz, "Siegmund III." in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 364-365 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117033391.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA