Lebensdaten
1864 bis 1938
Geburtsort
Wiesbaden
Sterbeort
Bern
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117022020 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nippold, Otfried
  • Nippold, O.
  • Nippold, Ottfried
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Zitierweise

Nippold, Otfried, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117022020.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1838–1918, 2] Maria Berta Möhling, 1847–1922, Wwe d. Dr. Karl Schumacher, 1837–93, Pfarrer in Oberursel, Schriftst., s. Kosch, Lit.-Lex.3; Nassau. Biogr.), Prof. d. KGesch. in Jena, Mitbegr. d. Ev. Bundes u. Vorstandsmitgl. d. Gustav-Adolf-Ver. (s. L), S d. Stadtrentmstr. Friedrich Wilhelm u. d. Helene v. Koetsveld;
    M Auguste (1835–1903) aus Dorpat, T d. Otto v. Wahl, auf Kawast, u. d. Elisabeth v. Krüdener;
    1896 Pauline Bösiger aus Roggwil (Kt. Thurgau).

  • Leben

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Bern, Halle, Tübingen und Jena, wo 1887 die Promotion erfolgte, war N. 1887-89 Referendar in Jena und wurde 1889 als Professor für Internationales Recht an die Univ. Tokio berufen. Seit 1892 war er als Anwalt und Direktionssekretär in der Schweiz tätig, 1896-98 im Diplomatischen Dienst des Deutschen Reiches. N. habilitierte sich 1905 in Bern. 1907 konzipierte er mit Unterstützung Ludwig v. Bars die Planung für die „Académie de Droit International“, die allerdings erst 1923 ihre Tätigkeit aufnahm. Seit 1909 schrieb er für die Frankfurter Zeitung. Zusammen mit Walther Schücking (1875–1935) und Alfred Fried (1864–1921) war er 1911 maßgeblich an der Gründung des vor allem von deutschen Hochschullehrern getragenen „Verbandes für internationale Verständigung“ beteiligt. N. wurde rasch zur treibenden Kraft des Verbandes, mußte aber 1914 wegen eines Konfliktes mit dem Vorstand sein Amt als Sekretär aufgeben und kehrte nach Bern zurück. Hier setzte er seine am Ziel einer neuen internationalen Friedensordnung orientierten verbandspolitischen Aktivitäten fort, vor allem mit der Gründung der „Schweizerischen Vereinigung für den Völkerbund“ (1919), legte der Öffentlichkeit 1917 ein „Projekt für die Begründung eines Völkerbundes“ vor und wurde nach Kriegsende zum Mitglied der Eidgenössischen Expertenkommission für den Völkerbund berufen. 1920 wurde N. auf Betreiben Frankreichs zum Präsidenten des Obersten Gerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts für das vom Völkerbund verwaltete Saargebiet in Saarlouis ernannt. Hier wirkte er bis 1934, um dann wieder nach Bern zurückzukehren, wo er 1927 zum Professor für Völkerrecht ernannt worden war. In seinen völkerrechtlichen Schriften plädierte N. vor allem für den Ausbau der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit und die institutionelle Vergemeinschaftung der Staaten. Damit wurde N. neben Walter Schücking zu einem der wichtigsten geistigen Wegbereiter des Völkerbundes. Dem entsprach sein politisches Engagement, indem er trotz aller Abgrenzung gegenüber pazifistischen Bewegungen die Kriegsführung als Instrument der Politik entschieden bekämpfte.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Inst. de droit internat. (Ghent), d. Académie diplomatique internat., d. Beirats d. Carnegie-Stiftung f. d. Internat. Frieden, d. Académie de Droit Internat. (Den Haag).

  • Werke

    u. a. Wanderungen durch Japan, Briefe u. Tagebuchbll., 1893;
    Der völkerrechtl. Vertrag, seine Stellung im Rechtssystem u. seine Bedeutung f. d. internat. Recht, 1894;
    Die Fortbildung d. Verfahrens in völkerrechtl. Streitigkeiten, 1907;
    Die zweite Haager Friedenskonferenz, 2 Bde., 1908-11;
    Der dt. Chauvinismus, 1913;
    Die auswärtige Pol. u. d. öff. Meinung, 1913;
    Ziele u. Aufgaben d. Verbandes f. internat. Verständigung, 1913;
    Die Gestaltung d. Völkerrechts nach d Weltkriege, 1917 (engl. 1923);
    Meine Erlebnisse in Dtld. vor d. Weltkriege (1909–1914), 1918 (Neudr. 1976, franz. 1918), Der Völkerbundsvertrag u. d. Frage d. Beitritts d. Schweiz, 1923;
    Le Développement Historique du Droit Internat. depuis le Congrés de Vienne, in: Académie de Droit Internat., Recueil des Cours 2, 1924, S. 5-78, S. 3 f. (Auswahl-Bibliogr., P).|

  • Nachlaß

    Nachlaß: Bern, Burgerbibl.

  • Literatur

    R. Chickering, A Voice of Moderation in Imperial Germany, The „Verband f. Internat. Verständigung“ 1911-1914, in: Journal of Contemporary History 8, 1973, S. 147-64;
    H. Aellen (Hg.), Schweizer. Zeitgenossenlex., 21932;
    HBLS, Suppl. 1934;
    Rhdb.;
    Kosch, Biogr. Staatshdb.;
    Nassau. Biogr.Zu Friedrich: LThK;
    RGG;
    Drüll, Heidelberger Gel.lex. I;
    Nassau. Biogr.;
    BBKL.

  • Autor/in

    Andreas Thier
  • Empfohlene Zitierweise

    Thier, Andreas, "Nippold, Otfried" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 284 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117022020.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA