Lebensdaten
1796 bis 1871
Geburtsort
Sulz/Neckar
Sterbeort
Heidenheim
Beruf/Funktion
Textilfabrikant
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116990236 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meebold, Johann Gottlieb
  • Meebold, Gottlieb

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Zitierweise

Meebold, Johann Gottlieb, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116990236.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Christian (s. Einl.);
    M Friederika (1763–1803), T d. Waldmeisters Joh. Georg Hecht;
    Halb-B Friedrich (1778–1838), Textilfabr. in H.;
    1) 1824 Maria (1803–28), T d. Oberamtmanns Christian Friedrich Mögling in Heilbronn u. d. Joh. Friederike Gsell, 2) 1830 Elise Caroline Mögling (1812–96, Schw d. 1. Ehefrau);
    1 S, 1 T, u. a. Robert (s. 2).

  • Leben

    Nach einer kaufmännischen Ausbildung in Amsterdam, England und im elsäss. Textilzentrum Mülhausen erwarb M. gemeinsam mit seinem Halbbruder Friedrich 1822 die Produktionsanlagen der einst von seinem Großvater und seinem Vater betriebenen, 1817 stillgelegten Kattunmanufaktur „Meebold, Schühle & Co.“ in Heidenheim zu dem bei der Liquidation festgelegten Preis von 96 000 Gulden. Unter der Firma „Gottlieb und Friedrich Meebold, Indiennefabrik“ nahm er die Fabrikation bedruckter Baumwollstoffe wieder auf. Die hohen Eingangszölle nach Bayern und Preußen ließen anfangs nicht die beabsichtigte Ausdehnung der Stoffdruckerei und die Anschaffung von teuren Maschinen zu. Gearbeitet wurde weiterhin nach dem veralteten Verfahren des Hand- bzw. Modeldrucks. Deshalb gab M. der einträglicheren verlagsmäßig organisierten Herstellung von weißen und gefärbten Baumwollstoffen den Vorrang. Da er frühzeitig erkannt hatte, daß ohne Mechanisierung des Arbeitsprozesses keine Steigerung der Rentabilität zu erreichen war, entschloß er sich 1827 zur Errichtung einer mechanischen Kattunweberei. In England kaufte er 20 der bisher in Deutschland unbekannten mechanischen Webstühle. Bis 1831 hatte er die Zahl der Stühle durch Nachbauten in den Wasseralfinger Hüttenwerken auf 120 erhöht. So konnte er mit 80 Arbeitern jährlich etwa 400 000 Ellen rohe Baumwollstoffe produzieren, die vor allem bei den bayer. Kattundruckereien abgesetzt wurden. Zur Beleuchtung der Räume wurde erstmals in Württemberg Leuchtgas verwendet, zu dessen Herstellung er Steinkohle aus England kommen ließ. 1830 besorgte M. sich aus der Schweiz zwei mechanische Webstühle – ebenfalls Nachbauten engl. Modelle – für die Produktion von Spitzengrund bzw. Tüll aus Baumwolle. 1834 gab er diesen Produktionszweig wieder auf. Nach dem Zustandekommen des Deutschen Zollvereins sah sich M. 1835 durch einen Kredit des Bankhauses Ostertag in Stuttgart in die Lage versetzt, seine Lieblingsidee von der Einrichtung einer mit modernsten Maschinen ausgestatteten Kattundruckerei zu verwirklichen. Für die Bedienung der komplizierten Walzendruckmaschinen veranlaßte er Fachkräfte und Meister aus dem Elsaß zur Übersiedelung nach Heidenheim. 1841 stellte er die erste Dampfmaschine in Württemberg auf. Der hohe technische Standard der Produktion und die mit der elsäss. Firma Schlumberger vereinbarte Übernahme neuester Dessins aus Pariser Ateliers boten die Gewähr dafür, daß er die Druckproduktion auf täglich über 6000 Ellen steigern konnte. M. trat 1849 von der Leitung des Unternehmens zurück, 1862 verkaufte er die mechanische Weberei an die Firma L. Neunhöffer. Seine Bemühungen um einen Anschluß Heidenheims an das Eisenbahnnetz führten 1864 zum Erfolg. – KR (1829).

  • Autor/in

    Anneliese Hermann
  • Empfohlene Zitierweise

    Hermann, Anneliese, "Meebold, Johann Gottlieb" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 604 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116990236.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA