Lebensdaten
1760 bis 1846
Geburtsort
Vilsen (Grafschaft Hoya)
Beruf/Funktion
Botaniker ; Arzt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116981954 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hoppe, David Heinrich
  • Hoppe, Heinrich
  • Hoppe, David Heinrich
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Zitierweise

Hoppe, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116981954.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Arnold (1713–66), Kaufm., S d. Jobst, Kleinschmiedemeister (Uhrmacher, Feinmechaniker) in V., u. d. Cath. Elisabeth Mestwerth;
    M Elisabeth Marie Dor. (1719–73), T d. Apothekers Joh. Justus Brauer in Diepholz u. d. Cath. Margarete Friesse;
    1795 Marie Friederike, T d. Försters Christian Heinr. Stockmar in Kastellaun;
    1 T.

  • Leben

    Nach der Apothekerlehre 1775-80 in Celle war H. als Gehilfe in Hamburg, seit 1782 in Halle (Kohl'sche Apotheke, dort auch Beziehung zu F. W. von Leysser), von 1783 an in Wolfenbüttel und ab 1786 in Regensburg an der heutigen Elefantenapotheke des E. Th. von Heßling tätig. Hier kam er schnell in freundschaftlichen Kontakt mit dem französisch Legationssekretär Franz Gabr. de Bray, dem späteren bayerisch Diplomaten, und mit dessen Landsmann Ch. Jeunet Duval, Mathematiker und Pagenhofmeister bei Thurn und Taxis, die, beide als Botaniker bekannt, ihn in seinem Plan, eine Botanische Gesellschaft zu stiften, bestärkten. Diese trat 1790 ins Leben unter Vorsitz des Stadtphysikus Johann Jakob Kohlhaas, dessen Nachfolger de Bray wurde, während H. als Direktor die Geschäfte führte. Als erster ihrer Art und durch die Prominenz ihrer Mitglieder – unter anderem gehörten ihr Chamisso, Dalberg, Goethe, A. von Humboldt, Max Joseph von Bayern, Friedrich August II. von Sachsen an – kam ihr von Anbeginn an besondere Bedeutung zu. Seit 1812 hieß sie Königlich Bayerisch Botanische Gesellschaft. Zu den ersten Mitgliedern gehörten unter anderem Ernst Wilhelm Martius, der spätere Universitätsapotheker in Erlangen, der Vater des Erforschers der Flora Brasiliens. Bald gesellte sich dazu der böhmisch Botaniker Kaspar Graf Sternberg, damals Domkapitular in Regensburg. 1790-1811 gab H. das „Botanische Taschenbuch“ heraus. 1792 begann er in Erlangen das Medizinstudium und promovierte 1795 bei E. J. C. Esper mit der Schrift „Enumeratio insectorum elytratorum circa Erlangam indigenarum …“. Dann ließ er sich als praktischer Arzt in Regensburg nieder. 1796 und 1797 gab er auch das wichtige „Entomologische Taschenbuch“ heraus. Doch blieb seine entomologische Tätigkeit, wiewohl von Johann Ch. Fabricius gewürdigt, trotz Aufsammlungen auch späterer Jahre (1817) hinter der botanischen an Umfang zurück. Von F. von Schrank auf die Salzburger Alpen verwiesen, zog H. in den Jahren 1798 bis 1843 zu monatelangen Sammelreisen dorthin (seit 1810 Reisestipendium), meist bis Kärnten (Heiligenblut), dreimal auch bis Triest vorstoßend, so daß er zu den Pionieren der floristischen Erforschung der Ostalpen gerechnet werden muß. Dalberg ernannte ihn 1803 zum Professor am Lyzeum und primatischen Sanitätsrat für die Prüfung der Apotheker (bis 1825), so daß H. seine ärztliche Praxis aufgeben konnte. Seine käuflichen Herbarien waren weit verbreitet, und im Hochgebirge führte er viele Liebhaber, die durch seine didaktisch ausgezeichneten Veröffentlichungen angeregt worden waren, persönlich in die Pflanzenwelt ein. In manchen Zügen, nicht zuletzt in der einfachen Lebensführung, den Sammelfloristen des 18. Jahrhundert nahestehend, hat H. zahlreiche noch heute gültige Arten teils allein, teils mit seinem Schüler Ch. F. Hornschuch und nicht zuletzt mit Sternberg beschrieben, aber auch schon pflanzengeographische und physiologische Beobachtungen veröffentlicht. 1802-07 gab er die „Botan. Zeitung“ (Jahrgang 1-6) der Botanischen Gesellschaft heraus. Am zukunftsträchtigsten aber wirkte er als Herausgeber der ältesten noch bestehenden botanischen Zeitschrift „Flora“, die er mit Hornschuch und im Einvernehmen mit Ch. G. Nees von Esenbeck 1818 gründete und die bis 1888 im Verlag der Regensburger Gesellschaft blieb, und der 1815 gegründeten „Denkschriften der Königlich Botanischen Gesellschaft in Regensburg“. Als solcher hat er Alexander Braun entdeckt.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. naturforschenden Ges. zu Halle (1784), d. med.-physikal. Ges. zu Moskau, d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1812), d. Leopoldina (1820), d. Senkkenberg. naturforsch. Ges., d. Société Linnéenne, Paris.

  • Werke

    Weitere W u. a. Ectypa plantarum Ratisbonensium, 1787-93;
    Rede z. Totenfeier … Karl Theodor v. Dalberg, 1817;
    Tagebuch e. Reise n. d. Küsten d. adriat. Meeres u. d. Gebirgen v. Krain, Kärnten, Tirol u. Salzburg, Bayern u. Böhmen, vorzügl. in botan. u. entomolog. Hinsicht, 1818 (mit Ch. F. Hornschuch);
    Caricologia germanica, 1826/35;
    Selbstbiogr., erg. u. hrsg. v. A. E. Fürnrohr, 1849 (W-Verz., P). - Herbar z. T. im Gymnasium Salzburg.

  • Literatur

    ADB 13;
    H.s Jubelfeier, 1845;
    E. W. Martius, Erinnerungen aus m. 90j. Leben, 1847;
    F. Storch, Skizzen e. naturhist. Topogr. Salzburgs, 1857, S. 11;
    J. Singer, in: Denkschrr. d. Botan. Ges. in Regensburg NF 6, 1890;
    S. Killermann, Gesch. d. Botan. Ges. Regensburg, 1940 (P);
    L. Pongratz, Naturforscher im Regensburger u. ostbayer. Raum, in: Acta Albertina, Regensburg 25, 1963 (W, L, P);
    G. A. Pritzel, Thesaurus literaturae botanicae, 1871;
    Wurzbach IX;
    H. A. Hagen, Bibl. entomologica I, 1862/63;
    CSP.

  • Portraits

    Lith. (Wien, Nat.bibl.), Abb., in: O. Zekert, Berühmte Apotheker, 1955.

  • Autor/in

    Martin Müllerott
  • Empfohlene Zitierweise

    Müllerott, Martin, "Hoppe, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 616 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116981954.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hoppe: Dr. David Heinrich H., Botaniker und Arzt, geb. den 15. December 1760 zu Vilsen in Hannover, den 2. August 1846 zu Regensburg. H. erlernte die Pharmacie zu Celle, conditionirte als Apothekergehilfe in Hamburg, Halle, Wolfenbüttel und Regensburg. Seit seiner Jugend beschäftigte er sich in seiner freien Zeit eifrigst mit dem Studium der Botanik. In Baiern lernte H. Martius kennen, gründete mit ihm, sowie mit Stallknecht die Regensburger botanische Gesellschaft (1790) und begann im selben Jahre die Herausgabe des botanischen Taschenbuches, welches bis 1811 erschien. 1792 bezog H. die Universität Erlangen, studirte dort Naturwissenschaften sowie Medicin und wurde 1796 zum Doctor promovirt. Er kehrte dann nach Regensburg zurück, ließ sich daselbst als praktischer Arzt nieder und verweilte in dieser Stadt den Rest seines Lebens, auch am dortigen Lyceum Naturgeschichte lehrend und 1820 zum königlich baierischen Sanitätsrathe ernannt. Von dem Jahre 1798 an bis 1843, also durch 45 Jahre, reiste H. in jedem Sommer nach Salzburg und Heiligenblut, um zu botanisiren. Mit Vorliebe bestieg er namentlich den Untersberg, sowie die Pasterze. Er durchforschte die Alpen Salzburgs und Kärnthens genau, beobachtete die selteneren Arten derselben lebend, sammelte sie in Prachtexemplaren, versendete sie an Fachgenossen und erwarb sich dadurch ungemein große Verdienste um die Kenntniß der Alpenflora. In Regensburg und in Salzburg bildeten sich um H. Kreise geistesverwandter Männer, welche das Studium der Botanik eifrig zu fördern bemüht waren. Auch als botanischer Schriftsteller war H. thätig. Nebst dem schon erwähnten botanischen Taschenbuche gab er namentlich noch heraus: „Ectypa plantarum Ratisbonensium“ (1787—93); „Caricologia germanica“ (1826 und 1835); ferner im Vereine mit Hornschuch:|"Tagebuch einer botanischen Reise nach den Küsten des adriatischen Meeres und den Gebirgen von Kärnthen, Tirol und Salzburg“ (1818).

    • Literatur

      Hoppe's Selbstbiographie, herausgegeben von Fürnrohr. — Storch, Skizzen einer naturhistor. Topographie Salzburgs, S. 11. — Wurzbach, Biograph. Lexikon d. österr. Kaiserstaates, IX. S. 260.

  • Autor/in

    R.
  • Empfohlene Zitierweise

    R., "Hoppe, Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 13 (1881), S. 113-114 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116981954.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA