Lebensdaten
1832 bis 1905
Geburtsort
Zabeltitz bei Großenhain (Sachsen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Militärarzt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116958693 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Leuthold, Rudolf (bis 1897)
  • Leuthold, Rudolf von
  • Leuthold, Rudolf (bis 1897)
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Zitierweise

Leuthold, Rudolf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116958693.html [19.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst Ferdinand L. ( 1839), Revierförster;
    M Auguste Wilhelmine Rudolph;
    Stief-V N. N. Griesbach, Pfarrer in Prettin b. Torgau;
    - Berlin 1876 Elisabeth verw. Stich geb. Spinn (1836–1902);
    1 S, 1 T.

  • Leben

    L. studierte Medizin am Med.-chirurg. Friedrich-Wilhelms-Institut in Berlin, wurde 1856 an der Universität promoviert und war dann Truppenarzt in Mainz. 1861 kam er als Oberarzt an das Friedrich-Wilhelms-Institut, wurde 1862 zum Stabsarzt befördert und 1864-66 an die Charité zu Ludwig Traube kommandiert. In Danzig leitete er als Garnisonsarzt ein Choleralazarett. Im Feldzug 1870/71 war er Chefarzt eines Feldlazaretts, später Divisionsarzt. Anschließend war L. am Invalidenhaus in Berlin tätig, wurde 1874 Regimentsarzt der Gardekürassiere sowie ao. Professor der Kriegsheilkunde am Friedrich-Wilhelms-Institut (1879–92 o. Professor). Er war Gehilfe des Generalstabsarztes Lauer, der ihn zur Behandlung Kaiser Wilhelms I. heranzog. L. erwarb das Vertrauen des Kaisers, der ihn die Behandlung der Krankheit des Kronprinzen beobachten ließ. 1888 wurde er Leibarzt Kaiser Wilhelms II. und begleitete diesen auch auf den Auslandsreisen. Seit 1889 leitete L. den Sanitätsdienst des Gardekorps. 1901 wurde er zum Generalstabsarzt der Armee, Chef des Sanitätskorps und der Medizinalabteilung im Kriegsministerium ernannt sowie zum Direktor der Kaiser-Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen und zum o. Honorarprofessor der Univ. Berlin. Dem Kultusministerium wurde er als Berater beigeordnet. Hier gab er wertvolle Anregungen zur Bekämpfung von Seuchen, besonders von Typhus und Cholera. – L. gründete 1872 die „Deutsche militärärztliche Zeitschrift“ und gab sie über 30 Jahre heraus. Er war stets bemüht, die wissenschaftliche Bildung der Militärärzte zu heben, und wird als fesselnder und anregender Lehrer geschildert. Als Leibarzt Kaiser Wilhelms II. lenkte er das Interesse des Kaiserpaares auf wichtige Fragen der Medizin, aber auch anderer Naturwissenschaften und der Technik.|

  • Auszeichnungen

    Großkreuz d. Roten Adler-Ordens (1903).

  • Literatur

    Schultzen, in: Dt. Med. Wschr. 31, 1905, S. 2022-24;
    O. Schjerning, in: Berliner Klin. Wschr. 42, 1905, S. 1545 f.;
    ders., in: BJ X (u. Tl., L);
    ders., in: LIZ 125, 1905, S. 930 (P);
    Gedenkschr. f. … R. v. L., hrsg. v. O. Schjerning, 1906 (P);
    Herm.|Schmidt, Die Kaiser Wilhelms-Ak. f. d. mil.ärztl. Bildungswesen 1895-1910, 1910 (P).

  • Autor/in

    Manfred Stürzbecher
  • Empfohlene Zitierweise

    Stürzbecher, Manfred, "Leuthold, Rudolf von" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 386 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116958693.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA