Lebensdaten
1904 bis 1974
Geburtsort
Stuttgart
Sterbeort
Ulm
Beruf/Funktion
Elektroingenieur ; Rundfunkexperte
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116942029 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nestel, Werner

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Nestel, Werner, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116942029.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Max, Postbeamter;
    M Fanny Scheuermann;
    1) N. N., 2) Dr. Marga Begiebing (* 1915);
    2 S, 1 T aus 1).

  • Leben

    Im Anschluß an das Abitur am Stuttgarter Reform-Realgymnasium studierte N. seit 1922 an der TH Stuttgart Elektrotechnik. Während seines Studiums, das er 1927 mit dem Diplom abschloß, veröffentlichte er eine Reihe von Artikeln und eine Broschüre zu funktechnischen Problemen. 1928 erhielt er eine Stelle als Assistent der technischen Direktion von Philips-Radio in Berlin. Ein Jahr später wechselte er zur Reichsrundfunk-Gesellschaft (RRG), wo er als technischer Sachbearbeiter an verschiedenen Problemen des Hörfunks und Fernsehens mitarbeitete und 1932 Gelegenheit zu einem halbjährigen Studienaufenthalt in den USA erhielt. Daneben schrieb N. eine nachrichtentechnische Dissertation, mit der er 1933 an der TH Berlin promoviert wurde. Seine 1932 patentierte Anodenstrom-Sparschaltung wurde u. a. in den batteriebetriebenen Volksempfänger integriert (1934). 1937, im Jahr der endgültigen „Gleichschaltung“ der RRG, wechselte N. zur Telefunken GmbH, Geschäftsbereich „Ortsfeste Sender“, für den er als Abteilungsleiter (später im Rang eines Prokuristen) verantwortlich war. Im Sommer 1945 teilte man ihn der Abteilung Vertrieb zu. Seit 1947 wirkte N. als technischer Direktor des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) zunächst am Wiederaufbau des Mittelwellen-Rundfunknetzes mit. Zu seinen wichtigsten Anliegen gehörte jedoch bald die Durchsetzung des UKW-Hörfunks sowie des Fernsehens. Seine Erfolge auf diesen Gebieten, etwa bei der Einführung der 625-Zeilen-Norm in der Fernsehtechnik, machten ihn national und international bekannt. Zudem konnte er wesentlich die Wiedereinführung des Lang- und Kurzwellenrundfunks Mitte der fünfziger Jahre beeinflussen. 1949 übernahm er einen Lehrauftrag für Rundfunktechnik an der TH Hannover (1951 Honorarprof.). Als sich der NWDR 1956 in die beiden Anstalten NDR und WDR spaltete, kehrte N., seit sechs Jahren auch stellvertretender Generaldirektor, als Vorstandsmitglied für Forschung und Entwicklung wieder zur Telefunken GmbH zurück. Bis zu seiner Pensionierung 1970 bestimmte er die technisch-wissenschaftliche Arbeit seiner Firma auf dem Gebiet der Elektronik, einschließlich der Mikroelektronik und Datenverarbeitung. Seine internationale Reputation stärkte nicht nur sein Engagement bei der Einführung neuer Technologien wie der Stereophonie, des PAL-Farbfernsehens oder der Nachrichtensatelliten-Systeme, sondern auch seine Mitgliedschaft in verschiedenen Gremien, von der Deutschen Kommission zur Weltraumforschung bis zum Kuratorium des Max Planck-Instituts für Radioastronomie. Die EUROSAT S.A. wählte ihn 1972 zum Président du Conseil.|

  • Auszeichnungen

    Gr. BVK (1954); Kdr. d. Ordens d. Finn. Weißen Rose (1957); Dr.-Ing. E. h. (TH Karlsruhe 1962).

  • Werke

    u. a. 44 neue Schaltungen f. fortgeschrittene Funkfreunde, 1927;
    Internat. Versuche mit 5-m Wellen, in: Funk-Bastler 5, 1928, S. 119 f.;
    Der gegenwärtige Stand d. Rundfunktechnik, in: Funk, 1935, S. 489-91;
    Die Koordinierung d. Fernsehplanung in d. Bundesrepublik, in: Rufer u. Hörer 8, 1953/54, S. 208-22;
    Wellenfragen als internat. und techn. Problem, in: Telefunken-Ztg. 30, 1957, S. 161-73;
    ferner Patente, u. a. Fernsehübertragungssystem, bei d. zusätzlich e. Steuersignal f. e. Schreibgerät übertragen wird, 1965.

  • Literatur

    B. Bosch, in: Funkgesch. 18, 1995, S. 4-10 u. 72-83 (P);
    W. Runge, in: Wiss. Berr. AEG-Telefunken 42, 1969, S. 135 f. (P);
    K. T[etzner], in: Funkschau 36, 1964, S. 1484 (P);
    S. v. Weiher (Hg.), Männer d. Funktechnik, 1983, S. 130-32 (P);
    Catalogus Professorum … d. Univ. Hannover, II, 1981, S. 212 f. (P);
    Pogg. VII a;
    Lex. d. Elektrotechniker.

  • Autor/in

    Oskar Blumtritt
  • Empfohlene Zitierweise

    Blumtritt, Oskar, "Nestel, Werner" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 78 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116942029.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA