Lebensdaten
1880 bis 1952
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
Philosoph ; Pädagoge
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116937475 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hoffmann, Ernst

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Zitierweise

Hoffmann, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116937475.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Otto, Architekt, Baurat in B., Erbauer d. Kaiserin-Auguste-Victoria-Stiftung;
    M Anna Ranfft;
    B Paul (* 1888), Dr. med. dent., Landesgroßmeister d. Freimaurer;
    - 1906 Dorothea (* 1882), T d. Emil Zürcher (1850–1926), Prof. f. Strafrecht u. Straf- u. Zivilprozeß in Zürich (s. HBLS).

  • Leben

    Lebenslang fesselte den klassischen Philologen und Philosophen ein Motiv: der philosophische Gedanke in der prinzipiellen Eigenart seiner Geschichtlichkeit. Von gleicher Kontinuität war seine methodologische Grundüberzeugung: für die Philosophiegeschichtsschreibung muß gelten, was für die Philosophische Systematik konstitutiv ist, sie kann nicht einzelwissenschaftlich betrieben werden, weil sie die „Vielheit des heterogenen Einzelwissens architektonisch“ übergreift und es mit „apriorischem Erkenntnisgut“ zu tun hat, „das zwar im Laufe der Geschichte entdeckt ist, aber nicht aus dem Lauf der Geschichte stammt“. Seine Arbeitsweise ging darum in Anlage und Anspruch über das hinaus, was die Zeit an philosophiegeschichtlichen Positionen geisttypologischer oder kulturmorphologischer, begriffsoder rein problemgeschichtlicher Art und an totalisierender Geistesgeschichte hegelscher|oder christlicher Form bot. Diese lebensthematik gewann erste Umrisse 1899 mit dem Beginn des Studiums der Philologie und Theologie bei Wilamowitz, Diels und Harnack in Berlin. Schon im 2. Semester suchte und erfuhr H. offenbar entscheidende philosophische Förderung durch Kuno Fischer und P. Hensel in Heidelberg. 1904 absolvierte er die Lehramtsprüfung in den klassischen Sprachen und in philosophischer Propädeutik, 1905 die Promotion in Berlin. Nach Jahren der Gymnasialtätigkeit wird Heidelberg die neue Arbeitsstätte des 1922 als ordentlicher Professor der Philosophie und Pädagogik Berufenen. Zwei Forschungsschwerpunkte kristallisieren sich heraus; zunächst Platon und die Geschichte des Platonismus in Altertum und Mittelalter, sodann mit der Übernahme der Leitung der Cusanus-Kommission der Heidelberger Akademie der Wissenschaften (1927) die Edition und Interpretation der Schriften des Nikolaus von Cues. H.s pädagogische Untersuchungen fanden ihren Niederschlag in zahlreichen Aufsätzen, die vom Ursprung des pädagogischen Gedankens in der Philosophie Platons bis zur Erziehungsproblematik im demokratischen Staat der Gegenwart reichen. 1935 wurde H. von der nationalsozialistischen Regierung die Lehrerlaubnis entzogen. Während des Lehrverbots lebte er in Heidelberg und nahm 1945 noch einmal seine Universitätstätigkeit für wenige Semester auf. Die systematische Basis seiner weitgespannten Forschungsarbeit lag im Neukantianismus und fand in der fruchtbaren Wechselwirkung mit den Weiterbildungen dieser Philosophie durch Ernst Cassirer und Heinrich Rickert ihren Ausbau.

  • Werke

    u. a. Methexis u. Metaxy bei Platon, in: Sokrates, Beil. z. Jberr. d. Philolog. Ver. zu Berlin 45, 1919;
    Die griech. Philos. v. Thales bis Platon, 1921;
    Der gegenwärtige Stand d. Platonforschung, Anhang zu: E. Zeller, Die Philos. d. Griechen in ihrer geschichtl. Entwicklung, T. II, Abt. I, 51922;
    Die antike Philos. v. Aristoteles b. z. Ausgang d. Altertums, in: Lehrb. d. Philos., hrsg. v. M. Dessoir, I, 1925;
    Die Sprache u. d. archaische Logik, 1925;
    Platonismus u. MA, 1926;
    Das Universum d. Nikolaus v. Cues, 1930;
    Nikolaus v. Cues, in: Gr. Deutsche I, 1935;
    Platonismus u. Mystik im Altertum, 1935;
    Nikolaus v. Cues, 2 Vorträge, 1947;
    Platon, 1950;
    postume Sammelbde.: Päd. Humanismus, 1955;
    Platonismus u. christl. Philos., 1960. -
    Hrsg. (mit R. Klibansky): Cusanus-Texte, I. Predigten, I. Dies Sanctificatus v. J. 1439, lat. u. dt., 1929;
    Nicolai de Cusa Opera omnia I: De docta ignorantia, 1932.

  • Literatur

    F. Medicus, in: Neue Zürcher Ztg., Nr. 315 v. 13.2.1952;
    P. Wilpert, in: Zs. f. phil. Forschung 7, 1952 (vollst. W-Verz.);
    Ziegenfuß.

  • Autor/in

    Herbert Schmitt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmitt, Herbert, "Hoffmann, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 414-415 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116937475.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA