Lebensdaten
1850 bis 1945
Geburtsort
Bonn
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Anglist
Konfession
konfessionslos
Normdaten
GND: 116930101 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Morsbach, Lorenz
  • Morsbach, Laurentius

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Zitierweise

Morsbach, Lorenz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116930101.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor (kath., seit 1870 altkath.), nach mehrjährigem Aufenthalt in England u. Frankreich Dir. e. Privatlehrinst. f. junge Ausländer in B.;
    M Luise Kipp (kath., seit 1870 altkath.);
    1878 Mathilde Becker;
    1 S (⚔), 3 T.

  • Leben

    M. stammte aus einem mit modernen Fremdsprachen ungewöhnlich gut vertrauten Elternhaus. Zunächst studierte er 1869-74 jedoch die traditionellen und beruflich aussichtsreicheren Fächer der klassischen Philologie und Geschichte, daneben Sanskrit und vergleichende Sprachwissenschaft. 1874 promovierte er bei Franz Bücheler mit einer Arbeit zum Dialekt des Theokrit, bevor er am Institut seines Vaters zu unterrichten begann. Nach der Einrichtung des ersten neuphilologischen Lehrstuhls in Bonn 1876 studierte M. nebenbei bei Wendelin Foerster Neuphilologie und legte das Staatsexamen ab, dem eine fünfjährige Lehrtätigkeit am Gymnasium in Trarbach folgte. Nach dem Tod seines Vaters übernahm M. mit seiner Frau dessen Privatschule und habilitierte sich 1884 in Bonn bei Moritz Trautmann mit einer Arbeit zur neuengl. Schriftsprache. In den folgenden Jahren gab M. sukzessive die Privatschule auf und übernahm 1889 an der Univ. Bonn die Stelle des engl. Lektors und wurde 1892 zum ao. Professor ernannt. Ein Jahr später erhielt er den Ruf als Ordinarius nach Göttingen und führte sogleich neben dem Seminar für Engl. Philologie das erste Proseminar an einer deutschen Universität ein. Im Auftrag des preuß. Unterrichtsministeriums lehrte er|1910 als Austauschprofessor an den Universities of Chicago, Wisconsin und Ann Arbor. Im Zusammenhang mit dem Kriegseintritt der USA begründete er 1917 den „Englischamerikan. Kulturkreis Göttingen“, um die weltpolitische Bildung der Studenten und die Zusammenarbeit mit engl. und amerikan. Universitäten zu fördern, was nach dem 1. Weltkrieg zu einem umfangreichen Studentenaustausch führte. M.s Bedeutung beruht auf den von ihm z. T. erstmals aufgegriffenen Forschungsthemen, vor allem aber auf seiner Lehre, die – inhaltlich konservativ – durch ihre innere Konsequenz und Kontinuität Göttingen neben Berlin zu einem Schwerpunkt der Anglistik werden ließ.|

  • Auszeichnungen

    Geh. Reg.rat (1910); o. Mitgl. d. Ges. d. Wiss. Göttingen (1902), Ehrenmitgl. d. Modern Language Association of America, d. Linguistic Society of America u. d. Philological Society (England); Goethe-Medaille f. Kunst u. Wiss. (1940).

  • Werke

    Weitere W u. a. Ueber d. Ursprung d. neuengl. Schriftsprache, 1888;
    Mittelengl. Grammatik I, 1896;
    Grammat. u. psycholog. Geschlecht im Englischen, 1913;
    Der Weg zu Shakespeare u. d. Hamlet-Drama, 1922;
    Mittelengl. Originalurkk. v. d. Chaucer-Zeit bis z. Mitte d. 15. Jh., 1923;
    Shakespeares Caesarbild, 1935;
    Shakespeares dramat. Kunst u. ihre Voraussetzungen, 1940. – Hrsg. u. Mithrsg.: Stud. z. engl. Philologie, 1-96, 1897-1939;
    Alt- u. mittelengl. Texte, I-XI, 1901-26;
    Autobiogr.:
    Geschäftl. Mitt. d. Kgl. Ges. d. Wiss. Göttingen 4, 1923, H. 2, S. 33-38;
    Meine Lehrtätigkeit an d. Univ. Göttingen in d. J. 1892-1922, in: Engl. Stud. 58, 1924, S. 230-34. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Stadt- u. Univ.bibl. Göttingen.

  • Literatur

    FS L. M., Stud. z. engl. Philologie 50, 1913 (P);
    F. Roeder, in: Engl. Stud. 54, 1920, S. 1-14;
    Anglia 64, 1940, S. 3-9 (W-Verz.);
    Wi. 1935;
    W. Ebel, Catalogus Professorum Goettingensium 1734-1962, 1962;
    G. Haenicke, in: dies. u. Th. Finkenstaedt, Anglistenlex., 1825–1990, 1992, S. 222 f. – Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Gunta Haenicke
  • Empfohlene Zitierweise

    Haenicke, Gunta, "Morsbach, Lorenz" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 157-158 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116930101.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA