Lebensdaten
1901 bis 1968
Geburtsort
Fredeburg (Westfalen)
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Journalist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116882298 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rudert, Max (Pseudonym)
  • Westphal, Bernhard (Pseudonym)
  • Hilgenreich (Pseudonym)
  • mehr

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Zitierweise

Menne, Bernhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116882298.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Bernhard (1864–1909), Ger.vollzieher;
    M Maria Henriette Hans aus Linz/Rhein;
    Essen 1930 Elfriede Margarete Kupke (* 1908); kinderlos.

  • Leben

    M. besuchte ein Lehrerseminar und wurde 1917 zum Kriegshilfsdienst als Dachdecker herangezogen. In dieser Zeit und zumal durch das Erlebnis der Novemberrevolution an der Ruhr politisiert, kam der Achtzehnjährige als Agitator zur USPD, wurde wegen angeblicher Ausrufung der Räterepublik steckbrieflich gesucht und schloß sich nach dem Kapp-Putsch 1920 mit der Mehrheit seiner Essener Genossen der KPD an. Während der kommunistischen Märzaktion 1921 war M. an einer Zechenbesetzung beteiligt. Unter dem Pseudonym Max Rudert wurde er anschließend Redakteur beim KPD-Zentralorgan „Rote Fahne“ in Berlin und bald darauf bei Parteizeitungen in Hamburg und Bremen. Weitere Stationen seiner journalistischen Arbeit für die KPD waren Saarbrücken, Düsseldorf, Remscheid, Stuttgart, München und Halle. Seit 1925 war M., damals ein Vertrauter des zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilten anarchokommunistischen Rebellen Max Hölz, Chefredakteur der „Arbeiter-Zeitung“ in Breslau, wurde jedoch Mitte 1928 im Zusammenhang mit seiner Kritik an der Linkswendung der KPD abgelöst und nach einem weiteren halben Jahr als Leiter der KP-nahen „Welt am Abend“ in Essen aus der Partei ausgeschlossen. M. gründete daraufhin die Wochenzeitung „Tribüne“ und fand im Frühjahr 1929 zur SPD. 1931 war er in einen Prozeß gegen den Essener NSDAP-Gauleiter Josef Terboven verwickelt. Ende Februar 1933 flüchtete er nach Prag, wo er nach Mitarbeit in verschiedenen Exilorganisationen schließlich Chefredakteur des „Prager Mittag“ wurde. In seiner Prager Zeit schrieb M., der sich schon vor 1933, als Mitarbeiter von „Weltbühne“ und „Tage-Buch“, mit industriewirtschaftlichen Themen befaßt hatte, eine ebenso kritische wie brillante Geschichte des Hauses Krupp. Mit Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach hatte er im Herbst 1923 (vor seiner Verurteilung durch ein franz. Kriegsgericht zu einem – nicht verbüßten – Jahr Gefängnis) in Düsseldorf „lange Wochen fast Zelle an Zelle“ in Untersuchungshaft gesessen und dessen privilegierten Alltag beobachtet. Im Vorwort seines Krupp-Buches bekannte sich der im März 1936 von den Nationalsozialisten Ausgebürgerte zur „Trauer um ein gutes, aber irregeführtes Volk“ und zu dem „Streifen Erde an der Ruhr, der für immer das Land meiner Sehnsucht bleiben wird“.

    Seit 1939 in Großbritannien, engagierte sich M. in der Thomas-Mann-Gruppe des „Czech Refugee Trust Fund“ als Sekretär der Thomas-Mann-Gesellschaft und im Deutschen PEN-Club London. Daneben verfaßte er Broschüren für die Reihe „Fight for Freedom Publications“, distanzierte sich seit 1943 aber zunehmend von der Deutschfeindlichkeit der radikalen „Vansittartisten“. 1948 kehrte M. mit seiner Frau nach Deutschland zurück. Im August 1948 übernahm er in Hamburg die Chefredaktion der auf Veranlassung der brit. Militärregierung gegründeten und nach Verkauf an den Axel Springer Verlag 1953 zunehmend konservativen „Welt am Sonntag“, die er bis zu seinem Tod innehatte.

  • Werke

    Krupp, Dtld.s Kanonenkönige, 1937 (engl. u. span. Überss.);
    German Industry on the War Path, 1942;
    The Case of Dr. Bruening, 1942;
    Armistice and Germany's Food Supply 1918–19, A Study of Conditional Surrender, 1944. – Nachlaß.: Bundesarchiv Koblenz (s. Paul, Inventar).

  • Literatur

    H. Weber, Die Wandlung d. dt. Kommunismus, Die Stalinisierung d. KPD in d. Weimarer Republik, 1969, Bd. 2, S. 218;
    W. Haas, Er war ein brillanter Publizist, Zum Tode B. M.s, in: Die Welt v. 11.11.1968, S. 3 (P);
    BHdE I.

  • Autor/in

    Norbert Frei
  • Empfohlene Zitierweise

    Frei, Norbert, "Menne, Bernhard" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 81-82 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116882298.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA