Lebensdaten
1755 bis 1826 oder 1825
Geburtsort
Basel
Sterbeort
Sankt Petersburg
Beruf/Funktion
Mathematiker ; Professor und Sekretär der Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116878894 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fuß, Nikolaus von
  • Fuß, Nikolaus
  • Fuß, Nikolaus von

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Fuß, Nikolaus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116878894.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Heinr., Schreiner;
    St. Petersburg 1784 Albertine (1766–1829), T d. Joh. Albr. Euler ( 1800, S d. Math. Leonh. E., 1783, s. NDB IV), Mathematiker;
    13 K, u. a. Paul Heinr., Gg. Albert (beide s. Einl.);
    E Paul, Bibl.dir. d. Ak. d. Wiss. in P., Victor (s. Einl.), Natalie (⚭ Benignus Karl Bergsträßer, 1808–74, russ. WGR), Julie (⚭ Herm. Schmaltz, 1807–79, Prof., Redakteur d. St. Petersburger Ztg.).

  • Leben

    Bereits auf dem Gymnasium sich durch seine glänzende Begabung auszeichnend, erregte F., der mit 13 Jahren die Universität Basel bezog, frühzeitig die Aufmerksamkeit Daniel Bernoullis, der ihn 1772 als Gehilfen an den erblindeten Leonhard Euler nach Petersburg empfahl. 10 Jahre lebte F. als unentbehrlicher Sekretär bei Euler, dessen Diktat aufnehmend, unter seiner Anleitung rechnend oder ihm aus mathematischen Werken vorlesend. 1783 wurde F. ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Petersburg und wirkte als Professor der Mathematik am Adligen Landkadettenkorps, ab 1790 auch in gleicher Funktion am Marinekorps, bis er, seit 1799 im Besitz der russischen Staatsangehörigkeit, 1800 die Nachfolge seines Schwiegervaters J. A. Euler als Beständiger Sekretar der Petersburger Akademie der Wissenschaften antrat. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Tode. – 1774 hatte F. mit selbständiger Publikationstätigkeit begonnen. In seinen zahlreichen Arbeiten zeigte er sich als würdiger Schüler Eulers, in dessen Ideen er völlig aufging. Im Alter gebrach es ihm daher an Aufnahmefähigkeit für neue Gedanken; so erklärt sich sein negatives Urteil von 1825 über Lobačevskij. Zu F. wissenschaftlicher Wirksamkeit gehörte vor allem auch die Redigierung und Edition von Abhandlungen L. Eulers und die Abfassung von Lehrbüchern, die eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des mathematischen Unterrichts in Rußland spielten. Sein Nachruf für L. Euler gehört zu den klassischen Nekrologen. Mit C. F. Gauß und mit vielen anderen bedeutenden Gelehrten seiner Zeit verband F., dessen Bedeutung in erster Linie auf dem Gebiet der Wissenschaftsorganisation liegt, ein fortwährender Briefwechsel; er war maßgebend an den verschiedenen Versuchen beteiligt, Gauß nach Rußland zu ziehen.|

  • Auszeichnungen

    Wirkl. Staatsrat (1806); Mitgl. zahlr. Ak. u. Ges., u. a. Berlin, Stockholm, München, Boston, Padua, Turin.

  • Werke

    W u. a. Entwurf e. allg. Leih-Bank, Petersburg 1776;
    Leçons d'algèbre à l'usage du corps Impérial des cadets nobles, ebd. 1783;
    Lobrede auf Herrn L. Euler, Basel 1786, wieder in: L. Euler, Opera Omnia, Serie 1, I, 1911, S. XLIII-XCV;
    Leçons de géometrie, Petersburg 1798; Ausführl. W-Verz.
    s. Pogg. I.

  • Literatur

    L (s. auch L z. Einl.) M. Lutz, Moderne Biogrr. etc., 1826;
    R. Wolf, Biogr. z. Kulturgesch. d. Schweiz IV, 1862;
    W. Stieda, Alt-Dorpat, in: Abhh. d. Sächs. Ak. d. Wiss., Phil.-Hist. Kl. 38/2, 1926;
    Bolšaja Sovetskaja Enc. 46, 2Moskau 1957, S. 3.

  • Portraits

    Ölgem. (Basel, Naturhist. Mus.).

  • Autor/in

    Kurt-R. Biermann
  • Empfohlene Zitierweise

    Biermann, Kurt-R., "Fuß, Nikolaus" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 742 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116878894.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA