Lebensdaten
1844 bis 1915
Geburtsort
Halle/Saale
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Gynäkologe ; Professor in Bonn
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116825189 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fritsch, Heinrich
  • Fritsch, H.

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Zitierweise

Fritsch, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116825189.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav (1806–78), Justizrat u. Rechtsanw. in Halle, Mitgl. d. preuß. Abgeordnetenhauses;
    M Wilhelmine (1815–1903), T d. Joh. Emanuel Hartmann (1779–1865), Bes. d. Engelapotheke in Halle, u. d. Albertine Carol. Keferstein;
    Halle 1874 Elisabeth (1850–1913), T d. Rechtsanw. Herm. Goedecke u. d. Julie Bräun;
    3 S, 3 T, u. a. Karl (1880–1945), Prof., Chirurg, Gynäkol., Bernh. (1882–1916), Schiffsbau- u. Flugzeug-Ing., Hans (1889–1931), Dir. d. Hamburger Gaswerke, Juli ( Ludolph Brauer, 1951, Internist, s. NDB II), Anna ( Walter Stoeckel, 1871–1961, Prof. d. Gynäkol.);
    E Rudolf (*1911), Zoologe.

  • Leben

    F. studierte in Tübingen, Würzburg und Halle, wo er 1869 promoviert wurde. Er arbeitete als Assistent an der Geburtshilflichen Klinik unter R. von Olshausen und übte nach der Habilitation (1873) auch allgemeine Praxis in seiner Vaterstadt aus. 1877 in Halle außerordentlicher Professor geworden, erhielt F. 1882 einen Ruf als Ordinarius für Geburtshilfe nach Breslau und 1893 nach Bonn als Nachfolger von G. von Veit. 1910 wurde er emeritiert und lebte danach in Hamburg. – F. war führend in der Geburtshilfe seiner Zeit und gilt als einer der Begründer der modernen Gynäkologie, vor allem der gynäkologischen Bauchchirurgie. Seine Operationen von Fisteln der weiblichen Harnwege sicherten der Urologie einen festen Platz in der gynäkologischen Praxis. Während er selbst noch weitgehend autodidaktisch zum Operateur in der Frauenheilkunde geworden war, führte er seine Schüler früh zu operativer Selbständigkeit. Aus seiner Klinik gingen unter anderem Pfannenstiel, Kehrer und W. Stoeckel hervor. Operative Asepsis und das Instrumentarium verdanken ihm damals praktische Verbesserungen, zum Beispiel einen fahrbaren Tisch für Instrumente, in dem diese auch ausgekocht wurden. Von über 150 Veröffentlichungen aus allen Gebieten der Geburtshilfe und Gynäkologie wurden besonders seine zum Teil in mehrere Fremdsprachen übersetzten Bücher bekannt. 1877 gründete er zusammen mit H. Fehling das „Zentralblatt für Gynäkologie“ als Diskussionsorgan für aktuelle Fragen der Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

  • Werke

    W u. a. Klinik d. alltägl. geburtshilfl. Operationen, 1875, 51894 (franz. Übers.);
    Die Krankheiten d. Frauen, 1881, 121910 (engl., franz., ital. u. russ. Überss.);
    Grundzüge d. Pathol. u. Therapie d. Wochenbetts, 1884 (franz. u. russ. Überss.);
    Gerichtsärztl. Geburtshilfe, in: P. Müllers Hdb. d. Geburtshilfe III, 1889, 2Selbständig 1901;
    Geburtshilfe, eine Einführung in d. Praxis, 1904.

  • Literatur

    R. Dohrn, Gesch. d. Geburtshilfe III, 2, 1904, S. 134;
    W. Stoeckel, in: Zbl. f. Gynäkol. 39, 1915, H. 29, S. 491-522 (W, P);
    Gesch. d. Rhein. Frdr.-Wilh.-Univ. zu Bonn am Rhein II, 1933, S. 120 f.;
    C. J. Gauß u. B. Wilde, Die dt. Geburtshelferschulen, 1956, Tafel V, S. 152;
    Kukula;
    Pagel (P);
    Fischer;
    DBJ I (Tl. 1915. L).

  • Autor/in

    Liselotte Buchheim
  • Empfohlene Zitierweise

    Buchheim, Liselotte, "Fritsch, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 628 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116825189.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA