Lebensdaten
1862 bis 1909
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Kiel
Beruf/Funktion
Gynäkologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119417855 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pfannenstiel, Hermann Johannes
  • Pfannenstiel, Hermann Johannes

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Zitierweise

Pfannenstiel, Johannes, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd119417855.html [27.07.2016].

CC0

Pfannenstiel, Hermann Johannes

Gynäkologe, * 28.6.1862 Berlin, 3.7.1909 Kiel.

  • Genealogie

    V Hermann (1829–96), Bankdir. in B.; M Johanna Bornitz; 1889 Elisabeth Behlendorff; 1 S Wilhelm (s. 2).

  • Leben

    Nach dem Gymnasialbesuch und Medizinstudium in Berlin wurde P. 1885 promoviert|(Über d. Totalextirpation d. Uterus) und erfuhr in Posen eine erste Weiterbildung in Geburtshilfe und Frauenheilkunde. 1887 wurde er Assistent an der Breslauer Universitätsfrauenklinik unter Heinrich Fritsch, bei dem er sich 1890 habilitierte (Über d. Pseudomucine d. cystischen Ovariengeschwülste, 1890). 1896 ao. Professor, übernahm er die gynäkologische Abteilung am Krankenhaus der Elisabethinerinnen in Breslau, bevor er 1902 das Ordinariat in Gießen antrat (Geh. Med.rat 1904). 1907 folgte er einem Ruf an die Univ. Kiel, wo er nach kurzer Tätigkeit an den Folgen einer infizierten Operationswunde verstarb.

    Dauerhaft mit seinem Namen verbunden ist der „Pfannenstiel-Abdominalschnitt“, mit dem er den Gynäkologen ein bisher den Chirurgen vorbehaltenes Terrain eroberte und sich im In- und Ausland bekannt machte (Über d. Vortheile d. suprasymphysären Fascienquerschnitts für d. gynäkolog. Koeliotomieen, in: Slg. Klin. Vorträge NF Nr. 268, 1900). Daneben verfaßte P. grundlegende Arbeiten über Geschwulstkrankheiten der weiblichen Sexualorgane und über den Vorgang der Nidation (Einbettung) und der Plazentabildung. Insgesamt publizierte er über 100 Facharbeiten, darunter eine erste vollständige Beschreibung der Neugeborenen-Gelbsucht (Über d. habituellen Icterus gravis b. Neugeborenen, in: Münchner med. Wschr. 55, 1908, S. 2169–74, 2233-37). Seit 1891 war er Schriftführer der „Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie“ und Mitherausgeber des „Archivs für Gynäkologie“. Eine erfolgreiche Vortragsreise führte ihn 1908 nach London, Paris und Philadelphia.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. American Soc. of Gynecology (1908).

  • Werke

    Weitere W FS z. Feier d. 50j. Jubiläums d. Ges. f. Geburtshilfe u. Gynäkol. in Berlin, 1894 (hg. mit R. Chrobak); Die Erkrankungen d. Ovarien, in: J. Veit (Hg.), Hdb. d. Gynäkol., III/1, 1897, 21908 (mit P. Kroemer); Die ersten Veränderungen d. Gebärmutter infolge v. Schwangerschaft, Bildung d. Placenta, Eihäute, Nabelschnur, in: F. v. Winckel (Hg.), Hdb. d. Geburtshilfe, I/1.1903.

  • Literatur

    A. Martin u. A. v. Rosthorn, in: Mschr. f. Geburtshülfe u. Gynäkol. 30, 1909, S. 137-45 (W-Verz., P); P. Krömer, in: Archiv f. Gynäkol. 89, 1909, S. I-VII (P): Die Kieler Univ.frauenklinik u. Hebammen-Lehranstalt 1805-1955, 1955, S. 83-88 (W, P); H. Speert, Obstetric and Gynecologic Milestones, 1958, S. 630-36 (P); L. Easton, in: Brit. Journal of Obstetrics 91, 1984, S. 538-41 (P); T. Caesar, H. J. P., Vertreter d. Geburtshilfe u. Frauenheilkde., 1994; BJ 14, Tl.; Fischer.

  • Autor

    Peter Voswinckel
  • Empfohlene Zitierweise

    Voswinckel, Peter, "Pfannenstiel, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 297 f. [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd119417855.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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