Lebensdaten
1826 bis 1893
Geburtsort
Düsseldorf
Sterbeort
Karlsruhe
Beruf/Funktion
Maschinenbauer ; Ingenieur ; Professor für theoretische Maschinenlehre
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116823232 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Grashof, Franz

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Grashof, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116823232.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1799–1874), Gymnasialoberlehrer in D., Altphilologe (s. ADB IX), S d. Karl Frdr. Aug. (1770–1841), Schulrat u. Gymnasialdir. in Köln (s. ADB IX) (aus Ärzte-, Pfarrer- u. Beamtenfam. in Quedlinburg), u. d. Dor. Luise Brüder;
    M Lisette Sophie Dor. Florentine Bruggemann aus Soest;
    Ov Jul. Werner (1802–73), Religionslehrer, seit 1841 Reg.schulrat in Köln (s. ADB IX);
    Düsseldorf 1854 Henriette (1820–97), T d. Landwirts Wilh. Nottebohm in Wattenscheid/Westf. u. d. Maria Schmuck;
    1 S, 2 T, u. a. Elisabeth ( Karl Hoffacker, 1856-1919, Architekt, Bildhauer [Schillerdenkmal in Jena, 1887], Kunsterzieher in Berlin, seit 1901 Dir. d. Kunstgewerbeschule in K., auch Dir. des durch s. Sammeltätigkeit geschaffenen dortigen Kunstgewerbemus., bes. bekannt durch s. dekorative Gestaltung v. Ausstellungen, s. ThB).

  • Leben

    Obwohl aus einer Familie stammend, in der vorwiegend die Geisteswissenschaften gepflegt wurden, erkannte G. bereits mit 15 Jahren seine technischen Neigungen. Nach einer praktischen Arbeitszeit besuchte er die Gewerbeschule zu Hagen und die Düsseldorfer Realschule zur Vorbereitung auf das Studium des Hüttenfaches. Nach dreijährigem Studium der Mathematik, Physik und des Maschinenbaues am Königlichen Gewerbeinstitut in Berlin trat er in den Dienst der deutschen Flotte und ging zur See. Indessen fühlte er schon bald, daß er sich zum Seemann nicht eigne, und setzte seine Studien in Berlin fort, um sich – stark beeinflußt von seinem Lehrer Druckenmüller – für den Lehrberuf in den technischen Fächern vorzubereiten. 1854 übernahm er eine Stelle als Lehrer für Mathematik und Mechanik am Königlichen Gewerbeinstitut in Berlin und 1856 nebenamtlich die Leitung des Eichungsamtes. – G. gehört zu jenen 23 jungen Ingenieuren, die 1856 den Verein Deutscher Ingenieure gründeten. Er wurde, erst 30 Jahre alt, der erste Direktor des Vereins und gleichzeitig bis 1867 der Schriftleiter der Zeitschrift. – 1863 wurde G. als Nachfolger von Ferdinand Redtenbacher an die TH Karlsruhe auf den Lehrstuhl für theoretische Maschinenlehre berufen. Er beschäftigte sich vornehmlich mit Festigkeitslehre, Hydraulik und Wärmelehre. Obwohl er ehrenvolle Rufe an die Technischen Hochschulen Aachen und München erhielt, blieb er bis zu seinem Tode der TH Karlsruhe treu.

    G.s Lehrtätigkeit fällt in eine Zeit, in der technische Probleme noch weitgehend empirisch behandelt wurden. Durch seine Arbeiten hat er sehr wesentlich dazu beigetragen, die mathematisch-wissenschaftliche Betrachtungsweise in die Technik einzuführen. Er ist in diesem Sinne als Mitbegründer der wissenschaftlichen Technik anzusehen. Er hat sich Verdienste um den Ingenieurberuf überhaupt und die akademische Ausbildung von Ingenieuren erworben.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Rostock 1860), der VDI stiftete d. Grashof-Denkmünze, d. jährl. verliehen wird.

  • Werke

    u. a. Die Festigkeitslehre mit bes. Rücksicht auf d. Bedürfnisse d. Maschinenbaues, 1866, 21878;
    Theoret. Maschinenlehre, 3 Bde., 1875-90;
    42 Aufsätze in 29 Jgg. d. VDI-Zs.

  • Literatur

    VDI-Zs. 37, 1893, S. 1469 (P), 40, 1896, S. 1499, 70, 1926, S. 933 ff.;
    P. Wentzcke, F. G., 1926;
    H. Lorenz, Die wiss. Leistungen F. G.s, in: Btrr. z. Gesch. d. Technik u. Industrie 16, 1926, S. 1-12 (P);
    E. Brauer, in: Bad. Biogrr. V, 1906, S. 215-19;
    Pogg. III.

  • Portraits

    Gem. v. C. Macklot, 1951, nach Phot. in TH Karlsruhe;
    Denkmal in Karlsruhe;
    Phot. in: Festschr. anläßl. d. 100j. Bestehens d. TH Karlsruhe, 1925.

  • Autor/in

    Kurt Nesselmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Nesselmann, Kurt, "Grashof, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 746 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116823232.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA