Lebensdaten
1691 oder 1690 bis 1751
Geburtsort
Brixen
Sterbeort
Innsbruck-Wilten
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 123191750 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Graßmayr, Johann Georg Dominikus
  • Grasmayr, Johann Georg Dominikus
  • Grasmair, Johann Georg Daniel
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Zitierweise

Grasmair, Johann Georg Dominikus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123191750.html [23.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus alter Tiroler Glockengießerfam. (s. L);
    V Jörg, Glockengießer in B.;
    M Anna Maria Maurer;
    B Anton (1701 - um 1750), Tafelmaler, Kupferstecher, lernte in Tirol (u. a. bei s. B) u. Venedig, ließ sich später in Augsburg nieder (s. W, L);
    Anna Katharina Hueber aus Mauls;
    7 S, 4 T, der Malerei widmeten sich Ignaz Norbert (1728–47), Josef Lucas (1736–93), die auch Bilder d. V kopierten u. z. T. eigene Arbb. mit dessen Namen signierten. Maria Anna (* 1731).

  • Leben

    G. erlernte zunächst das Gießerhandwerk; er bezeichnete sich noch auf seinem viel später entstandenen Selbstporträt als „fusor metallicus“. Da es den Knaben stark zur Malerei hinzog, wurde er um 1709 zu dem im Fleimstal als Kurat lebenden, in Rom ausgebildeten Maler Giuseppe Alberti (1640–1716) in die Lehre geschickt, der in Cavalese eine dörfliche Malschule leitete, an der auch G.s Zeitgenossen und Landsleute Michelangelo Unterberger und Paul Troger ihre erste Ausbildung erhielten. Von dort begab sich G. nach Venedig, wo er in die Werkstätte von G. Lazzarini eintrat, aber auch, wie Kopien beweisen, sich an N. Grassi und G. B. Piazzetta anschloß. Über Bologna wandte er sich hierauf nach Rom an die Academia di San Luca, wo Benedetto Lutti und Carlo Maratta seine Lehrer wurden. 1721 kam der nunmehr 30jährige wieder nach Brixen. Eine dreijährige Wanderschaft durch Süddeutschland führte ihn auch nach Donaueschingen, wo er im Schloß arbeitete und zum fürstenbergischen Hofmaler avancierte. 1723 kehrte er nach Tirol zurück und lebte als vielbeschäftigter und hochgeachteter Maler in Wilten. – G.s Hauptarbeitsgebiet war das Tafelbild. Zahlreiche Altarblätter und kleinere Ölbilder religiösen Sujets sind in Tirol erhalten, aber auch mythologische Gemälde und eine Anzahl von romantischen Landschaften, die alle seine gediegene italienische Schulung verraten. Auch als Porträtmaler war er mit Erfolg tätig. G. wußte mit seinem erworbenen Können und seinen künstlerischen Erfahrungen durchaus selbständig und sicher umzugehen. Sicher in Zeichnung und Komposition und tief und warm im Kolorit ist seine Kunst – und dies deutet wieder auf die deutsche Substanz seines künstlerischen Wesens – von einer gesunden Volkstümlichkeit getragen, in allem mehr einem gegenwartsnahen Realismus als einem gekünstelten Idealismus verbunden.

  • Werke

    Altarbilder in: Axams (hl. Johannes d. T.), um 1732;
    Birgitz (Maria Verkündigung), 1726;
    Brixen, Hofburgkapelle (Unbefleckte), Schutzengelkirche (hl. Schutzengel);
    Bruneck, Spitalkirche (hl. Notburga);
    Ehrenburg, Schloßkirche (Maria Himmelfahrt);
    Fulpmes (hl. Veit u. d. 14 Nothelfer, Unbefleckte), 1731;
    Hall. Spitalkirche (hl. Familie, 1731. hl. Anna mit hl. Josef u. Camillus, 1732);
    Innsbruck, St. Jakobskirche (Maria Himmelfahrt, 1727, hl. Johs. v. Nepomuk, um 1750, hl. Sebastian, 1751), Pfarrkirche Wilten (hl. Andreas, 1729, hl. Katharina 1729), Landhauskapelle (hl. Georg), 1730, Dreiheiligenkirche (Unbefleckte), Servitenkirchen (hl. Peregrin), Alte Univ.bibl. (Deckenbilder in Öl auf Leinwand: Vermählung Mariä, Heimsuchung, Darst. im Tempel, Maria Himmelfahrt), Johanneskirche (hl. Josef, 4 Evangelisten);
    Inzing (Seitenaltarbilder). 1741;
    Klausen (hl. Andreas). 1731;
    Lermoos (hl. Sebastian);
    Maria Luggau (Beweinung Christi);
    Meran (Maria Trost, hl. Josef);
    Montan (hl. Familie), um 1725;
    Münster (hl. Sebastian);
    Neustift b. Brixen (Rochus u. Sebastian);
    Niederdorf, Bad Maistatt (hl. Johs. v. Nepomuk);
    Obertraun, O. Ö. (St. Johs. u. Hieronymus), 1732;
    Schwaz, Pfarrkirche (hl. Anna mit hl. Fam.);
    St. Andrä b. Brixen (Martyrium d. hl. Andreas), 1744, Georgenberg, Wallfahrtskirche (hl. Johs. v. Nepomuk), 1734. - Handzeichnungen, Tafelbilder rel. u. mytholog. Sujets, sowie Landschaften (Innsbruck, Mus. Ferdinandeum, Brixen, Diözesanmus, Cavalese, Mus. d. Magnifica Communità sowie in nord- u. südtiroler Privatbes.;
    Porträts im Landhaus u. bei Fam. G. in Innsbruck-Wilten). - Zu B Anton: Beweinung Christi, Tafelgem. (Innsbruck, Ferdinandeum);
    mehrere Kupf. (ebd., Univ.bibl.).

  • Literatur

    L (auch f. Fam.) ADB IX (mit Fehlern);
    F. Kollreider, in: Tiroler Heimatbll., 1939, S. 195 ff., 1952. S. 3 ff. (mit Abb.);
    ders., Festschr. d. Glockengießerfam. G., 1952;
    Bergland (Innsbruck), 1941, Juli-Aug., S. 22 (mit Abb.);
    O. Knittel, Seit 1599 Glockengießerei G., 1949;
    ThB (ältere L);
    Wurzbach V (W, L).

  • Portraits

    Selbstporträt (Innsbruck, Mus. Ferdinandeum);
    Porträtrelief v. F. Zauner auf s. Grabdenkmal (Wüten, Vorhalle d. Pfarrkirche).

  • Autor/in

    Josef Ringler
  • Empfohlene Zitierweise

    Ringler, Josef, "Grasmair, Johann Georg Dominikus" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 747 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123191750.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Grasmayr: Johann Georg Daniel G., Maler, Sohn eines Glockengießers, geb. 1690 zu Brixen, erhielt seinen ersten Unterricht bei Joseph Alberti in Fleims, studirte dann zu Venedig unter Karl Loth und zu Rom unter Trevisani. Er verweilte sieben Jahre in Italien. Sodann ging er nach Deutschland und Lothringen, hielt sich als Hofmaler in Mannheim auf, malte im Schlosse des Fürsten Fürstenberg zu Donaueschingen, ließ sich aber endlich 1724 zu Wiltau nieder, wo er 1751 starb. G. war ein fruchtbarer Maler, Altarblätter, historische Staffeleigemälde und Landschaften gingen aus seinem Pinsel hervor; man tadelt an ihm das brandige Colorit, das er von seinem ersten Lehrer Alberti beibehalten hatte, lobt aber seine Zeichnung und Composition. In Tirol sind viele seiner Schöpfungen. Joseph Sperges Freiherr von Palenz, kaiserlicher Hofrath und Beförderer der schönen Künste, setzte seinem Lehrer G. in der Kirche zu Wiltau ein Denkmal, worauf des Künstlers Bildniß von Franz Zauner in Marmor aufgestellt ist.

    Anton G., sein Bruder, geb. zu Brixen, lernte bei Fink in Klausen und Trevisani in Rom und starb in Augsburg. Er malte in der Weise seines Bruders und gab sich auch mit Kupferstechen ab.

    • Literatur

      S. Tirolisches Künstlerlexikon, Innsbruck 1830.

  • Autor/in

    W. Schmidt.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Wilhelm, "Grasmair, Johann Georg Dominikus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 588 unter Grasmayr, Johann Georg Daniel [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123191750.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA